1. Sport
  2. Regio-Sport

Bonn Capitals starten am Samstag in die Bundesliga-Saison

Baseball-Bundesliga : Bonn Capitals starten am Samstag in die Bundesliga-Saison

Der Baseball-Bundesligist Bonn Capitals startet am Samstag gegen die Berlin Flamingos in die neue Bundesliga-Saison. Bei den Heimspielen in der Bonner Rheinaue sind künftig 265 Zuschauer zugelassen.

Vieles wird anders sein, wenn an diesem Samstag der Baseball-Bundesligist Bonn Capitals gegen die Berlin Flamingos in die neue Saison startet. Die Liga beginnt mit vier Monaten Verspätung und ist entsprechend kürzer. Der Modus wurde angepasst.

Auch bei den Capitals hat sich einiges verändert. So ist der ehemalige Headcoach Alex Derhak seit dem 1. Juli wieder Trainer im tschechischen Brünn. Für den Amerikaner übernimmt Wilson Lee. Der Australier wird von Nachwuchstrainer Clemens Cichocki und Sportdirektor Florian Nehring unterstützt. Eine Eingewöhnungsphase benötigt Lee nicht, spielt er doch seit vielen Jahren für die Capitals und gewann mit den Bonnern die deutsche Meisterschaft 2018.

Sowohl Derhak als auch den Capitals fiel der Abschied nicht leicht. Aber die familiäre Situation und die Corona-Pandemie führten Derhak zurück nach Tschechien. „Wir danken Alex für die tolle Arbeit, die er mit dem Team geleistet hat“, sagt Capitals-Vorsitzender Udo Schmitz. „Er hat 2019 auf Anhieb das Finale erreicht und viele Spieler besser gemacht. Es ist schade, dass die Unwägbarkeiten des Jahres 2020 sein Engagement vorzeitig beendet haben.“

Udo Schmitz: „Wir wollen Meister werden“

Unverändert geblieben sind die Ziele des Vizemeisters von 2019. „Wir wollen Meister werden“, sagt Schmitz. Drei Endspielteilnahmen in Serie inklusive des Meistertitels 2018 machen selbstbewusst.

Wenn die Saison mit dem Heimspiel gegen die Berlin Flamingos beginnt, ist Baseball die erste Mannschaftssportart in Deutschland, die wieder vor Zuschauern spielen darf. 265 Sitzplätze stehen den Fans im Stadion an der Rheinaue zur Verfügung – und alle Plätze sind für das Auftaktwochenende bereits ausgebucht. „Ohne Zuschauer hätten wir auch aus finanziellen Gründen nicht spielen können“, sagt der Vorsitzende. Für das Stadion hat der Verein ein Sitzplatzkonzept erarbeitet: Besucher erhalten nummerierte Tickets. „Ein erheblicher organisatorischer Aufwand“, sagt Pressesprecherin Angela Beckmann. Alle Sitzplätze mussten nummeriert werden. Jede zweite Sitzreihe bleibt frei. Ein Teil des Kartenkontingents wird als Dauerkarten verkauft. Die restlichen Tickets bietet der Bundesligist online über eine Vorreservierung an. „Das lässt sich nicht anders lösen. Denn wir möchten vermeiden, dass wir viele Zuschauer wieder nach Hause schicken müssen“, sagt Beckmann.

Bewährte Kräfte im Einsatz

Sportlich setzt der neue Trainer auf bewährte Kräfte, auch weil die Neuverpflichtung von Terrell Joyce wegen Corona am Ende noch platzte. Dafür kehrten Pitcher Zach Dodson und Catcher Nick Miceli nach Bonn zurück. Vincent Ahrens beendete sein Gastspiel in Italien, um rechtzeitig beim Ligastart dabei sein zu können. „Wir sind bereit“, sagt Lee. „Wir trauen uns den Meistertitel wieder zu.“ Auf der Pitcherposition sind die Capitals seit Jahren stark besetzt. Mit Sascha Koch, Zack Dodson, Philipp Racek, Nico Weber, René Wolf oder auch Eric Brenk verfügt Lee, der selber auf der Position des Werfers agieren kann, über reichlich Alternativen. Hinzu kommen die Nachwuchspitcher Paul Schmitz und Noah Lindt. Ob Maurice Wilhelm noch einmal auf dem Mound stehen wird, hängt von einigen gesundheitlichen Faktoren ab.

Max Schmitz wird nach seiner schweren Armverletzung 2018 als First Baseman oder im Right Field spielen. Nick Miceli, Eric Brenk, Eddie Stommel und Daniel Lamb-Hunt besetzen die weiteren Positionen im Infield. Danny Lankhorst, Kevin van Meensel und Chris Goebel sind im Outfield im Einsatz. Zudem stehen Justus Recki, Riccardo Migliore, Kevin Lambertz, Kilian Racek,
Lennart Weller, Jonathan Schemmel und Ahrens in den Startlöchern. Für die neue Trainerriege also keine leichte Aufgabe, am jeweiligen Spieltag die richtigen Akteure auszuwählen, denn gemäß den Corona-Auflagen dürfen sich während eines Spiels  nicht mehr als 14 Spieler pro Team auf dem Feld und im Dugout befinden.

Für Ärger sorgte derweil die Entscheidung des Deutschen Baseball- und Softballverbandes, für den Champions Cup die deutschen Meister 2019 und 2020 zu nominieren. Da Deutschland zwei Teams stellt, war Bonn als Vizemeister 2019 neben Heidenheim qualifiziert – und guckt nun eventuell in die Röhre. „Das ist völlig unverständlich, nun den Meister 2020 zu nominieren. Denn andere Länder und andere Verbände und selbst die Olympiaqualifikationen aller Sportarten gehen nach den Ergebnissen von 2019“, sagt Schmitz. Umso mehr ein Grund für die Capitals, für einen zweiten deutschen Meistertitel alles in die Waagschale zu werfen.