Helfer berichten vom Bonn-Marathon 2024 „Meistens passiert hier immer eine Sauerei, wenn die Läufer ankommen“

Bonn · Partymusik, Jubel und Wasserspaß herrschte beim Bonn-Marathon an den Versorgungsstationen. Wir haben bei einigen vorbeigeschaut und gefragt, was die Helfer bei der Veranstaltung erleben.

Servierten vermutlich Tausende Liter Wasser (v.r.n.l.): Tim Schmitz, Marieke Weber, Leonie Nolden, Daniela Schmitz und Paulina Fehring vom Marathon-Team der Alte-Herren-Mannschaft Rot-Weiss Lessenich.

Servierten vermutlich Tausende Liter Wasser (v.r.n.l.): Tim Schmitz, Marieke Weber, Leonie Nolden, Daniela Schmitz und Paulina Fehring vom Marathon-Team der Alte-Herren-Mannschaft Rot-Weiss Lessenich.

Foto: Emre Koc

98.000 Liter Wasser, 7000 Liter Cola, 22.000 Stück Gebäck sowie 15.000 Bananen und Äpfel lagen beim Bonn-Marathon am Sonntag für die mehr als 13.600 Teilnehmenden bereit. Die Versorgungsstationen sind elementar für die Läufer – samt Partystimmung, lautem Gejubel und Riesensauerei. Der GA hat mehrere besucht.

Die Tour des GA auf dem linksrheinischen Streckenabschnitt beginnt am Brassertufer unterhalb der Kennedybrücke. Von oben dröhnen die lautstarken Unterstützungsrufe der Menschenmassen. Die Läufer bleiben entlang der linksrheinischen Laufstrecke Richtung Rheinufer nie für länger als ein paar Minuten ohne Anfeuerung. Auf dem Weg am Rhein rufen immer wieder vereinzelt Radfahrer oder auch spazierende Grüppchen den Läufern Mut zu.

In Höhe des Beethoven-Gymnasiums stehen drei Kehrmaschinen in Knallorange, dazu einige Mitarbeiter von Bonnorange. Die steigende Teilnehmerzahl merke man auch daran, dass „von Jahr zu Jahr immer mehr Müll an den Versorgungsstationen entsteht“, sagt einer von ihnen. Dieser entstehe immer schubweise, zwischendrin werde im Eiltempo gekehrt, „damit niemand ausrutscht“, fügt ein Kollege hinzu. In den Verschnaufpausen versorgen sich die Mitarbeiter mit Würstchen und Steak vom eigenen Grill. „Die Begeisterung wird auch immer größer, das bemerkt man an den jubelnden Zuschauern.“

Bonn Marathon 2024: Bilder vom 21. Deutsche Post Marathon
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Bilder vom Bonn-Marathon 2024 (1)

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Foto: Benjamin Westhoff

Mit diesem Stichwort geht es weiter gen Zweite Fährgasse am Rheinufer. Dort befindet sich die Versorgungsstation 3 der Alte-Herren-Mannschaft vom FC Rot-Weiß Lessenich. Zahlreiche Freunde und Angehörige tanzen bei Partymusik und ausgelassener Stimmung. „Meistens passiert hier immer eine Sauerei, wenn die Läufer ankommen“, sagt Marieke Weber lachend. „Viele greifen die Becher auf den Tischen oder in den Händen der Helfer nicht richtig.“ Weber hilft bereits im vierten Jahr am Stand der Lessenicher. Während sie mit guter Laune von Bananen und Traubenzucker auf den Tischen erzählt, jubeln die anderen alle paar Sekunden den Vorbeilaufenden zu. Zwischendrin fliegt auch mal ein Becher quer über den Weg oder Wasser spritzt in die Höhe.

 Die alljährliche Endspurt-Attraktion der Bundeswehr: Eine improvisierte Dusche.

Die alljährliche Endspurt-Attraktion der Bundeswehr: Eine improvisierte Dusche.

Foto: Emre Koc

Studierende unterstützen ebenfalls

Eine Fahrradminute entfernt spielt sich ein ähnliches Szenario ab. Eine bunte Truppe an Studierenden befindet sich am Bootshaus der Akademischen Turnverbindung Bonn. „Wir stellen jedes Jahr Getränke für die Teilnehmenden zur Verfügung“, erklärt ein Verbindungsstudent.

Wenige Meter weiter nehmen wir an der Villa Spiritus eine Abkürzung hoch zur B9. Etwa in Höhe des Museum Koenig sticht neben zahlreichen Helfern in Flecktarn vor allem die alljährlich von der Bundeswehr aufgestellte Endspurt-Attraktion hervor: Eine improvisierte Dusche bestehend aus einem Wasserhahn mit Drehknopf, einer Leiter für die entsprechende Höhe, einem Besen für den Halt und einem daran befestigten Schlauch, der an die Wasserversorgung angeschlossen wird. Immer wieder machen Läufer den kleinen Schlenker zur Dusche, um sich ein wenig abzukühlen. Die 42 Soldaten und zivilen Bediensteten stehen gemeinsam mit dem Projektleiter der Station, Oberstabsfeldwebel a.D. Frank Ferner, und dem Bonner Standortältesten, Brigadegeneral Michael Oberneyer, am Einsatzort.

Die Dusche sei seit Jahren ein Klassiker an der Station, erklärt Ferner. „Ein fantastisches Event, das Tausende Menschen auf die Straßen bringt. Wir freuen uns, von Beginn an mithelfen zu können“, sagt Oberneyer. Auch viele Kameradinnen und Kameraden liefen mit. „Wir erkennen sie an den speziellen Trikots mit der Aufschrift ‚Sportkamerad‘ und dem Tarndruck-Muster“, erklärt der Standortälteste. Müssen die Soldaten das im Rahmen ihres jährlichen Basis-Fitness-Tests machen? „Nein, sie machen das natürlich freiwillig“, antwortet er lachend.

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