Bonner Baseballer mit Siegteilung gegen die Haar Disciples Capitals müssen nachsitzen

Bonn · Der amtierende deutsche Baseballmeister Bonn Capitals muss nachsitzen. In der Best-of-five-Serie des Playoff-Viertelfinals reichte es für die Mannschaft von Spielertrainer Wilson Lee vor den eigenen Fans gegen die Haar Disciples aus München nur zu einer Siegteilung.

Akrobatik pur: Bonns Danny Lankhorst fängt den Ball beim 11:2-Erfolg der Capitals im zweiten Playoff-Viertelfinalspiel gegen die Haar Disciples im Sprung.

Akrobatik pur: Bonns Danny Lankhorst fängt den Ball beim 11:2-Erfolg der Capitals im zweiten Playoff-Viertelfinalspiel gegen die Haar Disciples im Sprung.

Foto: Thomas Schönenborn

Nach der 9:13-Niederlage am Samstag und dem 11:2-Sieg am Sonntag brauchen die Capitals mindestens vier Spiele, um das Halbfinale auf dem Weg zur Titelverteidigung zu erreichen.

Die Spiele drei und vier finden am nächsten Wochenende in München statt. Kommt es dort erneut zu einer Siegteilung, müsste die Entscheidung in einem fünften Spiel am kommenden Sonntag in München fallen. Dann hätten die Capitals allerdings das Recht, nachschlagen zu dürfen.

Das erste Spiel am Samstag begann für die Hausherren eigentlich wie gemalt. Die Capitals lagen schnell mit 3:0 vorn. Dazu trug vor allem Danny Lankhorst bei, der einen Homerun schlug. Nachdem die Disciples im dritten Inning ihrerseits mit 6:3 die Führung übernommen hatten, verloren die Gastgeber zunächst komplett den Faden. Sowohl im Pitching, in der Defensive als auch in der Offensive offenbarte der Meister zahlreiche Schwächen.

Fans hofften auf Last-Minute-Sieg

Auch kämpferisch blieben die Capitals einiges schuldig. Der Einzige, der sich in dieser Phase des Spiels aufbäumte, war der beste Schlagmann des Wochenendes, Phildrick Llewellyn, dem in beiden Spielen insgesamt fünf Hits gelangen. Beim Stand von 3:11 schlug er einen Three-Run-Homerun und feuerte danach sich selbst und seine Teamkollegen lautstark an, sich doch noch gegen die drohende Niederlage zu stemmen.

Und tatsächlich kamen die Gastgeber über ein 7:11 im achten Inning bis auf 9:11 heran. Die Fans durften also auf einen Last-Minute-Sieg hoffen. Doch dann machten zwei weitere Punkte der Haarer im neunten Inning diese Hoffnung endgültig zunichte.

„Ich weiß auch nicht, was los war. Nach dem Rückstand waren wir alle lethargisch“, sagte Lee nach den Spielen. „Da muss das ganze Team sich gegenseitig pushen. Und das fehlte. Vor dem zweiten Spiel haben wir das aber deutlich angesprochen.“

Mit dem formstarken Starting Pitcher Toru Murata hatten die Capitals allen Grund, optimistisch ins zweite Match am Sonntag zu gehen. Und der Japaner lieferte. In sieben Innings ließ Murata nur zwei Runs zu und warf neun Strikeouts. Mit diesem starken Pitching im Rücken zeigte sich auch die Bonner Offensive von ihrer starken Seite, begünstigt durch den Ausfall des Starting Pitchers der Disciples, Stephen Norrell.

„Phildrick hat uns durch dieses Wochenende getragen“

Wie am Samstag starteten die Bonner nach Hits von Eric Brenk, Daniel Lamb-Hunt und Phildrick Llewellyn erneut mit einer 3:0-Führung ins Spiel. Brenk, Lee und Lamb-Hunt sorgten für die Punkte. Diesmal blieb es aus Bonner Sicht bei zwei Punkten der Gäste, die zwischenzeitlich auf 2:3 verkürzten. Die Capitals erhöhten im dritten Inning auf 6:2 und punkteten im weiteren Verlauf des Spiels kontinuierlich weiter, unter anderem mit einem Homerun von Terrell Joyce. Auf dem Mound warf Eric Brenk den Sieg sicher nach Hause.

„Phildrick hat uns durch dieses Wochenende getragen. Er ist ein Spieler, der den Wettkampf liebt und sich und andere ständig pusht. Davon brauchen wir mehr. Vor allem mehr Energie in den Spielen nächste Woche“, sagte Lee.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort
Annika Beck als Profi-Tennisspielerin 2015 in
Vom Centre Court an den Bohrer
GA-Serie „Spurensuche“: Ex-Tennisprofi Annika BeckVom Centre Court an den Bohrer
Zwei Tage im Gelben Trikot
GA-Serie „Spurensuche“: Radsport-Legende Klaus-Peter Thaler Zwei Tage im Gelben Trikot