Erfolgreicher Bonner Profitänzer Partnerwechsel auf dem Tanz-Parkett

BONN · Profitänzer Mark Rudi startet künftig nicht nur mit der Bonnerin Katharina Karkowski, sondern auch mit Julia Wolter. Seiner Lebensgefährtin, mit der er sich eine schaurig-schöne Kür ausgesucht hat.

Schaurig-schön:  Mark Rudi zeigte mit Julia Wolter, die nicht nur seine Lebensgefährtin, sondern seit Kurzem auch Tanzpartnerin ist, in Beuel erstmals die neue Standardkür zur Musik aus dem Musical „Tanz der Vampire“.

Schaurig-schön: Mark Rudi zeigte mit Julia Wolter, die nicht nur seine Lebensgefährtin, sondern seit Kurzem auch Tanzpartnerin ist, in Beuel erstmals die neue Standardkür zur Musik aus dem Musical „Tanz der Vampire“.

Foto: Holger Eultgen

Ein hochklassiges Tanzturnier, ein festlicher Ball und ein vollbesetzter Saal im Beueler Brückenforum: Die 45. „Goldene Rebe vom Rhein“ des TSC Blau-Gold-Rondo Bonn war ein voller Erfolg – sowohl für den ausrichtenden Verein, der rund 400 Gäste zu seiner Traditionsveranstaltung begrüßen konnte, als auch für die Besucher, die neben einer rauschenden Ballnacht ein spannendes Sportevent erleben durften, und nicht zuletzt für die fünf Standardpaare der höchsten deutschen Tanzsportklassen, die auf der Fläche überzeugende Leistungen zeigten.

Die Veranstaltung wäre auch der perfekte Rahmen für Katharina Karkowski und Mark Rudi gewesen, um dem Publikum im Rahmen eines Showauftritts die Erfolgskür „Künstliche Intelligenz“ zu präsentieren. Mit der hatten sich die 32-jährige Bonnerin, die auch Sportwartin des Rondo ist, und ihr Partner im Oktober – nach gerade mal acht Monaten gemeinsamen Trainings – auf Anhieb in das Semifinale der Kürweltmeisterschaft der Professionals in Baden-Baden getanzt. Im Dezember sicherten sich die Shootingstars dann in Hennef den Vizemeistertitel bei der Deutschen Meisterschaft der Profis in der Kategorie Kür Standard.

Wolter und Rudi starten bei deutschen Meisterschaften

Da Karkowski jedoch am Samstag erkrankt war, kam das Publikum spontan in den Genuss einer Premiere: Mark Rudi zeigte mit Julia Wolter, die nicht nur seine Lebensgefährtin, sondern seit Kurzem auch Tanzpartnerin ist, erstmals die neue Standardkür zur Musik aus dem Musical „Tanz der Vampire“. Für Wolter war es zugleich ein Debüt: Die ADTV-Tanzlehrerin, die 2015 auch Deutsche Vizemeisterin im Westcoast-Swing war, hat nie zuvor ein Standardturnier getanzt. Mit Rudi, der auch weiterhin mit Katharina Karkowski an den Start geht, wird sie bei Turnieren des Deutschen Amateur Turnieramts (DAT), der Tanzsport- und Turnierabteilung des Berufsverbandes Deutscher Tanzlehrer, antreten. Zusätzlich zu den beiden großen Tanzsportverbänden, dem Deutschen Tanzsportverband DTV und dem Deutschen Professional Tanzsportverbandes DPV, richtet auch das DAT eigene Turniere und Meisterschaften aus.

Bereits in zwei Wochen wird es für Mark Rudi ernst – im doppelten Sinne: Am 23. März wird er mit Katharina Karkowski bei der deutschen Meisterschaft der Professionals in den Standardtänzen in Düsseldorf auf dem Parkett stehen, nur einen Tag später dann mit Julia Wolter bei der Deutschen Kür-Meisterschaft der Profi League des DAT. Eine Doppelbelastung, die dem 47-Jährigen nichts auszumachen scheint: „Man muss eben ein paar Schritte mehr machen“, sagt er. Die „paar Schritte mehr“ sind in dem Fall auch mit einer Fahrstrecke von 300 Kilometern verbunden: Einmal wöchentlich fährt Rudi von Hameln, wo er mit seiner Partnerin Julia lebt, nach Bonn, um zwei Tage lang intensiv mit Katharina zu trainieren.

Wechsel der Tanzpartnerinnen eine Umstellung

Der Wechsel zwischen zwei Partnerinnen sei schon jedes Mal eine Umstellung, „aber dafür ist man ja Profi. Und wenn Liebe im Spiel ist, ist es natürlich noch einfacher“.
Rudi hat bereits im Alter von sechs Jahren mit dem Tanzsport begonnen und ging 2003 mit Oxana Rudi-Bragina bei den Professionals an den Start. Katharina Karkowski machte mit elf Jahren die ersten Schritt auf dem Parkett. Ihre Profikarriere startete sie 2012 als Partnerin von Niklas Neureuther, mit dem sie bis 2018 regelmäßig in den Finals der deutschen Profimeisterschaften vertreten war. Im März 2023 begann dann die gemeinsame Karriere mit Mark Rudi; Trainer Heiko Kleibrink hatte die beiden zusammengebracht. Für Rudi, Inhaber einer Tanzschule in Bückeburg, war es ein Wiedereinstieg nach 20 Jahren Turnierpause: „Ich habe irgendwann gemerkt, wie sehr mir das Turniertanzen fehlt.“

Karkowski wiederum, die Neurowissenschaften studiert hat und zurzeit an ihrer Doktorarbeit feilt, hatte eine Schwangerschaftspause eingelegt. Der Neustart mit der extravaganten Kür „Künstliche Intelligenz“ war für beide auf Anhieb ein Riesen-Erfolg. „Wir wollten etwas komplett anderes machen, etwas, was man nicht direkt mit Standardtanzen in Verbindung bringt“, erklärt Rudi, wie sie auf das außergewöhnliche Thema gekommen sind. „Mich interessiert das Thema Künstliche Intelligenz sehr. Und für Katharina ist es als Neurowissenschaftlerin ohnehin spannend.“

„Tanzen ist meine große Leidenschaft“

Außerdem möchten die beiden vermitteln, „beim Tanzen nicht in Schubladen zu denken“, sondern beweisen, „dass man Stile auch mischen kann“. So kommen in der Kür unter anderem auch Breakdance-Elemente vor. Für die Zukunft hat sich das Paar viel vorgenommen: „Natürlich möchte man so viel wie möglich erreichen. Vor 20 Jahren hätte ich gesagt: Ich will unbedingt Weltmeister werden. Heute ist mir das Wichtigste, das Maximale aus mir herauszuholen, und zu zeigen, dass Tanzen meine große Leidenschaft ist“, so Rudi.

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