Boxer aus Niederkassel Leondrit Gashi kämpft um Junioren-WM-Titel

Niederkassel · Leondrit Gashi hat die Chance auf den Junioren-WM-Titel. Der 19-Jährige aus Niederkassel kämpft im April in München um den Gürtel des Boxverbandes IBO.

Leondrit Gashi (rechts) beim Schattenboxen, in der Ecke des Rings sein Trainer Stefan Krengel.

Leondrit Gashi (rechts) beim Schattenboxen, in der Ecke des Rings sein Trainer Stefan Krengel.

Foto: Sebastian Siebertz

Der Niederkasseler Boxer Leondrit Gashi hat unverhofft die Chance bekommen, sich zum IBO-Junioren-Weltmeister im Supermittelgewicht zu küren. Am 20. April möchte er sich in München im wichtigsten Kampf seiner bisherigen Karriere den derzeit vakanten Titel sichern. Dafür wird er dem 24-jährigen Michael Rigas im Ring gegenüberstehen. Für den Niederkasseler hat dieser Kampf eine enorme Bedeutung, mit dem Titel würden sich ihm auch international ganz neue Türen öffnen.

Trotz der Erfolge des vergangenen Jahres – Gashi hatte sich den Gürtel des Internationalen Deutschen Meisters sowie den Europameistertitel der WBU geholt – kam die Anfrage von Rigas‘ Boxstall laut Gashis Trainer und Manager völlig überraschend, aber nicht zum falschen Zeitpunkt: „Wir sind uns der Schwere der Aufgabe bewusst. Ich habe dennoch beim Gegner nichts gesehen, was Leondrit nicht bewältigen könnte“, sagte Krengel am Mittwoch auf einer Pressekonferenz im Niederkasseler Boxclub. Der 19-Jährige selbst war ebenso überrascht: „Ich war ein wenig geschockt, habe mich dann aber gefreut. So ein Angebot bekommt man ja nicht alle Tage. Für solch einen Kampf habe ich lange trainiert.“

Auch Rigas hat eine makellose Bilanz

Sein Gegner gewann alle neun seiner Profikämpfe. Dass Gashis Bilanz mit zehn von zehn gewonnenen Kämpfen etwas besser ausfällt, hat für seinen Trainer ebenso wie der Altersunterschied keine Bedeutung für den Kampf. Schwerwiegender könnte da schon der Heimvorteil sein, den Rigas in München hat, meinte Krengel. Der bayerische Boxer scheine dort eine größere Fanbase zu haben. Zudem habe Rigas im Vergleich zu Gashi bereits gegen „den ein oder anderen stärkeren Gegner“ geboxt.

Die Stärke des Münchners sieht er in der Schlagkraft, Krengel hat aber auch einige Schwachpunkte entdeckt: „Diese versuchen wir mit unseren Stärken auszunutzen, auch indem wir weiter an Leondrits Schwächen arbeiten.“ Dabei reicht dem Trainer Gashis vielversprechendes Talent allein nicht aus, denn „am Ende gewinnt immer der Fleiß“. Der Niederkasseler muss also trotz seiner Gabe hart arbeiten, um weiterhin Erfolge zu feiern. Für Rigas wird es wohl die letzte Möglichkeit sein, sich den Junioren-Titel zu sichern, ab nächstem Jahr wäre er zu alt.

Ein langjähriges Team

Gashi trainiert bereits seit seinem 15. Lebensjahr mit Krengel. Der Jugendliche war damals als NRW-Meister mit seinen Eltern in den Boxclub des Trainers gekommen und hatte den Wunsch geäußert, Profi werden zu wollen. Nachdem Krengels Frau ihren Mann dazu überredete, Gashi eine Chance zu geben, hatte der schnell das Talent erkannt und ihn unter seine Fittiche genommen.

Die Vorbereitungen auf den Kampf am 20. April sind bereits in vollem Gange, Gashi und sein Trainerteam liegen gut im Zeitplan. Dennoch werden die nächsten sechs Wochen für den jungen Boxer kein Kinderspiel: „Leondrit muss bis zum Kampf noch einiges tun, also spaßig wird das für ihn nicht“, sagte sein Trainer lachend. Mit Blick auf die Herausforderung in München zeigte er sich zuversichtlich: „Über eine Niederlage mache ich mir keine Gedanken. Wir werden den Kampf gewinnen.“

Das Event in München wird live auf der Internetplattform fight24.tv übertragen.

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