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Verwirrung um Corona-Vorgaben in Heidenheim: Capitals spielen am Samstag um Baseball-Meisterschaft

Verwirrung um Corona-Vorgaben in Heidenheim : Capitals spielen am Samstag um Baseball-Meisterschaft

Die Bonn Capitals spielen am Wochenende um die deutsche Baseball-Meisterschaft. Im Vorfeld gibt es allerdings Verwirrung um Corona-Regeln beim Gegner Heidenheim.

Nach zwei Spielen der Best-of-Five-Finalserie um die deutsche Baseball-Meisterschaft 2020 stehen die Bonn Capitals mit dem Rücken zur Wand. Mit 3:12 und 0:3 haben sie beide Heimspiele gegen den Titelverteidiger Heidenheim Heideköpfe verloren. Und doch ging es in dieser Woche zunächst um ein anderes Thema: Kann die Mannschaft aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Zahlen überhaupt nach Heidenheim fahren und dort übernachten? Denn sollte Bonn die Marke von 50 Corona-Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100 000 Einwohner reißen, würde das Beherbergungsverbot in Baden-Württemberg greifen.

Die Wende folgte dann am Donnerstagmittag: Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim gab einem Eilantrag gegen das dort geltende Beherbergungsverbot statt. Das Verbot ist damit – wenn auch vorläufig – mit sofortiger Wirkung außer Vollzug gesetzt, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Allerdings könnten noch Rechtsmittel eingelegt werden. Bei einem Beherbergungsverbot müssten alle 22 Spieler und drei Trainer der Capitals jeweils einen negativen Corona-Test vorlegen, erst dann dürften sie in Heidenheim übernachten. Eine solche Testung käme aber aus organisatorischen und finanziellen Gründe nicht infrage.

Derweil versuchte die Mannschaft alle derartigen Entwicklungen auszublenden und sich auf Baseball zu konzentrieren. Fast alle Spieler kennen die Alles-oder-Nichts-Situation schon aus vergangenen Jahren: Besonders in Erinnerung geblieben ist die legendäre Halbfinalserie gegen Regensburg 2018, die die Capitals auf dem Weg zum Titel am Ende gewannen. Alle Akteure wissen zudem, dass sich vor allem die Offensive enorm steigern muss, um noch eine Chance auf den zweiten deutschen Meistertitel zu haben. Allein die Pitcher Sascha Koch, Zack Dodson und Maurice Wilhelm erreichten am vergangenen Samstag und Sonntag Normalform. In der Bonner Offensive wusste in Spiel eins nur Lennart Weller zu überzeugen. Ansonsten bekamen die Powerhitter der Capitals fast keinen Stich gegen die Heidenheimer Pitcher Mike Bolsenbroek und Lars Huijer. „Wir haben keinerlei Durchschlagskraft gezeigt und konnten nicht umsetzen, was uns die ganze Saison ausgezeichnet hat“, sagte Capitals-Spielertrainer Wilson Lee.

Sicherlich hat das auch etwas mit dem großen Respekt vor dem Gegner Heidenheim zu tun, dem sich die Capitals im vierten Jahr in Folge stellen müssen. Ebenfalls eine Rolle spielte, dass die Capitals in der regulären Saison nur selten gefordert wurden, die Siege entsprechend leicht fielen. Doch das Team ist ehrgeizig, will sich voll und ganz auf Spiel drei am Samstag konzentrieren. „Wir denken Schritt für Schritt“, sagte Lee. Da hilft es, dass die beiden gesperrten Spieler, Catcher Nick Miceli und Outfielder Kevin van Meensel, in den Kader zurückkehren. Dass der erfahrene Miceli defensiv und offensiv fehlte, war nicht zu übersehen. Und van Meensel ist bisher der beste Offensivmann der Capitals in den Playoffs. Gelingt der Sieg am Samstag, folgen Spiel vier und ein eventuelles Entscheidungsspiel am Sonntag.