Hockeyspektakel beim BTHV Warum die Deutschen Hockeymeisterschaften in Bonn stattfinden

Bonn · Zum zweiten Mal richtet der Bonner THV die Deutschen Hockeymeisterschaften aus. Eine eigene Mannschaft nimmt nicht teil, dennoch werden mehrere Tausend Zuschauer erwartet.

Die Zuschauer bei der Deutschen Hockeymeisterschaft beim BTHV 2022.

Die Zuschauer bei der Deutschen Hockeymeisterschaft beim BTHV 2022.

Foto: Wolfgang Henry

Die Christian-Miesen-Straße 1 im Bonner Stadtteil Dottendorf gilt in Hockey-Kreisen als gute Adresse. So gut, dass die Hockeyliga e.V., ihres Zeichens Organisator und Vermarkter der 1. und 2. Hockey-Bundesligen, nach 2022 zum zweiten Mal als Veranstalter und Ausrichter auf dem Gelände des gastgebenden Bonner THV im Final Four-Turnier den deutschen Feldhockeymeister bei den Frauen und Männern sucht.

Am 18. und 19. Mai kämpfen jeweils vier Vereine bei den Frauen und vier bei den Männern um die höchsten deutschen Hockey-Weihen. Die Titelverteidigerinnen bei den Frauen spielen beim Mannheimer HC, bei den Herren hat der amtierende deutsche Meister Rot-Weiß Köln das Viertelfinale nicht überstanden. Die Fans, rund 3.000 werden pro Spieltag erwartet, erleben dennoch sechs Partien auf höchstem nationalen und internationalen Niveau. Schließlich holten sich die Herren 2023 den Weltmeistertitel. Und Bonn stellt die letzte nationale Bühne vor dem olympischen Hockeyturnier, das vom 27. Juli bis zum 9. August in Paris stattfindet.

„Das Turnier verspricht Hockeysport auf höchstem Niveua“, sagt Victor vom Kolke, seit Mai 2021 der Geschäftsführer der deutschen Hockeyliga. „Es gibt nicht viele Vereine in Deutschland, die solch ein Turnier wie das Final Four ausrichten können“, ergänzt der ehemalige Spieler des BTHV. Drei Kriterien waren für vom Kolke für die Vergabe ausschlaggebend. „Zunächst einmal erfüllen die Platzanlage und auch die Kabinen alle Voraussetzungen für ein derart bedeutendes Turnier“, sagt der Ligachef. Auch die Möglichkeiten, eine Infrastruktur zu organisieren, die den Besucherandrang bewältigen und unterhalten kann, sei ein wichtiges Kriterium gewesen. „Das Final Four ist schließlich das Leuchtturmevent für den deutschen Hockeysport“, sagt der Geschäftsführer der Liga. „Hier kommt die Hockey-Familie aus ganz Deutschland zusammen.“

BTHV für Ansturm gewappnet

Und da sei abgesehen vom sportlichen Geschehen das Drumherum mit Catering und Austellern immens wichtig. „Vor allem aber haben wir mit dem Bonner THV einen Verein, der an allen Ecken und Enden dieser beiden Tage tatkräftig mit anpackt und dabei weiß, wie es geht“, sagt der Geschäftsführer der Hockeyliga. Der BTHV scheint jedenfalls gewappnet. „Wir können uns auf mehr als 170 Freiwillige verlassen“, erklärt Matthias Caspari, Geschäftsführer des BTHV und Orgachef des Final Four. „Fast jedes zehnte Mitglied packt mit an.“ Das Turnier sei ein vereinsbindendes Projekt, denn nicht nur die Hockey-, sondern auch die Tennisabteilung hilft mit. „Wir sind sehr stolz auf unsere Mitglieder“, betont Caspari. „Dieses Miteinander macht uns als Verein aus.“ Was die Abläufe auf und neben dem Platz anbetrifft, kann sich das zehnköpfige Orga-Team um Caspari auf die Erfahrungen von 2022 stützen. „Auch was damals nicht so gut gelaufen ist, hilft uns jetzt natürlich weiter“, sagt der BTHV-Geschäftsführer. Mehr Foodtrucks und mehr sanitäre Anlagen sind für den Orgachef wesentliche Verbesserungen im Vergleich zur Premiere des Final Four im Wasserland vor zwei Jahren.

Von 11 bis 21 Uhr können die Besucher rund um die eigens errichteten Stahlrohrtribünen essen und trinken. „Wir wollen noch besser werden. Das motiviert uns“, betont der Orgachef. Nicht nur sportlich gehört das Turnier in Bonn zu den absoluten Höhepunkten des deutschen Hockeysports. Auch die mediale Präsenz ist ungleich größer als 2022. Die Sportstreamingplattform Dyn überträgt alle Spiele live und bietet darüber hinaus Berichte, Analysen und Interviews rund um die Partien. Als Experten bewerten die einstigen deutschen Hockeygrößen Moritz Fürste und Tobias Hauke, beide 2008 und 2012 mit der deutschen Nationalmannschaft Olympiasieger, das Geschehen.

Den insgesamt sieben Kameras entgeht laut vom Kolke nichts. „Mit Dyn haben wir den Partner, der Hockey populärer macht“, sagt der Chef der deutschen Hockeyliga. Und wer sich die monatlichen Gebühren für den Streamingdienst noch sparen will, kann die Duelle der Frauen und Männer auch auf dem Youtube-Kanal des Streamingdienstes verfolgen.

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