RW Merl und SC Volmershoven-Heidgen Duell der Gegensätze in der Bonner Kreisliga

Bonn · In der Fußball-Kreisliga A kämpfen mit dem SC Volmershoven und RW Merl zwei unterschiedliche Vereine um den Staffelsieg. Das Überraschungsteam der Saison ist eine zweite Mannschaft.

Hano Garmiani (links), hier im Zweikampf mit dem Wachtberger Alexander Tiemeyer, will mit RW Merl in die Bezirksliga aufsteigen.

Hano Garmiani (links), hier im Zweikampf mit dem Wachtberger Alexander Tiemeyer, will mit RW Merl in die Bezirksliga aufsteigen.

Foto: Wolfgang Henry

So nah, wie sie in der Tabelle beieinander sind, so unterschiedlich sind die Philosophien der beiden Vereine, die in der Bonner Kreisliga A um den Staffelsieg kämpfen. Ganz oben steht der SC Volmershoven-Heidgen. Der Kader des Clubs ist über Jahre zusammengewachsen, besteht zu 80 Prozent aus Spielern, die aus dem eigenen Nachwuchs kommen. Ganz knapp dahinter lauert Rot-Weiß Merl, punktgleich mit dem Primus und nur wegen des hauchzart schlechteren Torverhältnisses Zweiter – und das mit einer vor der Spielzeit komplett neu zusammengesetzten Mannschaft.

Auch wenn theoretisch noch andere Vereine in das Rennen um Platz eins eingreifen können, legt sich Rida Boutziri, Trainer von RW Merl, bereits fest: „Es wird am Ende wohl auf einen Zweikampf hinauslaufen, entweder wir oder der SC Volmershoven. Ich denke nicht, dass die Verfolger da mithalten können.“

Die Rot-Weißen waren im Sommer zum Umbruch gezwungen. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga verließ der gesamte Kader den Club. Die Verantwortlichen um Boutziri standen vor einer Mammutaufgabe. Bewältigen konnte der erfahrene Trainer diese vor allem mit alten Kontakten. Mit vielen Neuzugängen hatte Boutziri bereits auf vorherigen Stationen zusammengearbeitet. Einer der Schlüsselspieler des Teams ist Angreifer Tim Kukelka, der in 16 Partien bereits 22 Tore erzielt hat. Auch Kukelka, der in der Jugend unter anderem für Bayer Leverkusen in der Junioren-Bundesliga spielte, kannte Boutziri bereits aus gemeinsamen Zeiten beim FC Flerzheim.

Zudem bestreitet Merl die Saison mit einem schmalen Kader. Lediglich 22 Spieler sind für die erste Mannschaft gemeldet. „Das steigert den Teamgeist innerhalb der Mannschaft“, so Boutziri. „Es ist wirklich bemerkenswert, wie die Jungs bereits in kurzer Zeit zu einer Einheit zusammengewachsen sind. Im Training ziehen alle mit. Das lässt uns zuversichtlich auf die Rückrunde blicken.“

Dass im Winter der SC Volmershoven-Heidgen von der Tabellenspitze grüßt, ist für Ligakenner keine besonders große Überraschung, hat sich doch das Team in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert. Die Verantwortlichen um das Trainerduo Timo Schüller und Joachim Pietsch setzen vor allem auf ein Erfolgsrezept: Kontinuität. Der Großteil des Kaders spielt bereits seit Jahren zusammen und ist dementsprechend eingespielt. Zusätzlich gelingt es den Trainern immer wieder, Jugendspieler des Sportclubs in die erste Mannschaft zu integrieren.

Neben den hervorragenden Ergebnissen in der Liga erreichte die Mannschaft in dieser Saison sogar das Halbfinale des Bonner Kreispokals. Hier mussten sich die Volmershovener knapp mit 2:1 dem späteren Sieger, Mittelrheinligist FV Endenich, geschlagen geben. „Das war natürlich ein besonderes Highlight für uns. Damit hatte sicher niemand gerechnet“, sagt Schüller. Der SC hat nun die Chance, in der nächsten Spielzeit erstmals überregional zu spielen. „Natürlich würden wir uns über einen Aufstieg riesig freuen“, so Schüller. „Aber wir verspüren keinen Druck. Zu einem weiteren Jahr Kreisliga A wird hier sicher niemand Nein sagen.“ Viel wichtiger ist den Verantwortlichen die Fortsetzung des eingeschlagenen Weges, dem sie auch im Falle eines Aufstiegs in der Bezirksliga treu blieben.

Zweite Fortuna-Mannschaft ist das Überraschungsteam

Erster Verfolger des Spitzenduos ist eine echte Überraschungsmannschaft. Die Zweitvertretung des SC Fortuna Bonn. Das Team von Trainer Fabian Finger war erst in der vergangenen Spielzeit aus der Kreisliga B aufgestiegen. „Unsere zweite Mannschaft spielt in dieser Saison eine überragende Rolle in einer neuen Liga“, freut sich auch der Sportliche Leiter Jörg Henkel. „Die Mannschaft zeichnet ein hervorragender Mix aus erfahrenen Akteuren und jungen, hungrigen Spielern aus der eigenen Jugend aus.“ Lediglich drei Punkte trennt das Team vom Spitzenduo. „In der Rückrunde möchten wir unseren Tabellenplatz bestätigen und im Idealfall lange oben mitspielen“, stellt Henkel klar.

Sorgen macht der Fortuna lediglich weiterhin das heimische Geläuf. Die Bauarbeiten am neuen Kunstrasen im Wasserland stehen seit einiger Zeit still. „Aktuell trainiert unsere Zweite auf dem Naturrasenplatz im Pennenfeld. Leider werden unsere Seniorenspiele in der Rückrunde zunächst sehr entzerrt sein“, so Henkel. „Von der Stadt würden wir uns eine etwas klarere Kommunikation zu diesem Thema wünschen.

Trainerwechsel in Plittersdorf

In der unteren Tabellenregion hat Mitaufsteiger SSV Plittersdorf im Dezember seinen Trainer gewechselt. Der neue Übungsleiter ist ein alter Bekannter. Aufstiegstrainer Fabian Ziehsow übernimmt von Rudi Schwarz. „Die Gespräche mit Fabian waren sehr gut. Wir freuen uns, ihn wieder bei uns begrüßen zu können“, erklärt der Sportliche Leiter Jochen Zengler. „Von diesem Trainerwechsel erhoffen wir uns nochmal einen neuen, frischen Impuls für die Mannschaft. Wir sind fest davon überzeugt, den Klassenerhalt schaffen zu können.“ Plittersdorf wird das neue Jahr mit einem Punkt Vorsprung auf die ersten Abstiegsränge beginnen.

Lediglich das bessere Torverhältnis verhindert aktuell den Absturz der Sportfreunde Ippendorf in die gefährliche Zone. „Natürlich sind wir mit der Hinrunde nicht zufrieden“, sagt Trainer Luis Spitta. „In der Mannschaft steckt deutlich mehr. In der Rückrunde müssen wir deutlich mehr aus unseren Möglichkeiten herausholen.“

In der Winterpause gab es kaum personelle Veränderungen bei den Sportfreunden. Lediglich einige Abgänge hat Spittas Mannschaft zu verzeichnen. „Wir hatten in der Hinrunde leider auch intern mit Unruhe zu kämpfen. Dieses Problem haben wir nun aber hoffentlich gelöst“, erklärt Spitta. Für die Rückrunde ist die Marschroute des Trainers deshalb klar: „Deutlich mehr Punkte holen und so schnell wie möglich weg von den Abstiegsplätzen.“

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