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Ein Kämpfer für das neue Baskets-Team

Ein Kämpfer für das neue Baskets-Team

Basketball-Bundesligist Telekom Baskets Bonn verpflichtet mit dem Litauer Rimantas Kaukenas den Nachfolger von Brian Brown als Shooting Guard - Bis Ende der Woche sollen weitere Entscheidungen fallen

Bonn. Für die Fans war es ein langes, ewiges Warten. Manch einer schien schon der Verzweiflung nahe, verging doch Tag um Tag, an dem die Telekom Baskets Bonn wieder keinen Neuzugang für die kommende Saison vermeldeten. Fast fünf Wochen ging das so - bis Mittwoch.

Schon am Dienstag verdichteten sich die Gerüchte, dass eine wichtige Verpflichtung bevorstehen würde.

Am Mittwoch meldete der Verein dann Vollzug. Er gab aber nicht den Namen des von vielen herbei gesehnten Centers, sondern den des neuen Shooting Guards der Truppe von Trainer Predrag Krunic bekannt, also den Partner von Aleksandar Capin im Spielaufbau und Nachfolger von Brian Brown.

Sein Name ist Rimantas Kaukenas, er ist 1,94 Meter groß und belegt als Litauer keinen Ausländerplatz. Und von diesem Kaukenas wurden die Bonner schon einmal mächtig verhauen. Der 25-Jährige gehörte in der Saison 2001/2002 dem Team von Lietuvos Rytas Vilnius an, das litauischer Meister wurde und die Baskets im Saporta-Cup zwei Mal deutlich besiegte.

An beiden Erfolgen war Kaukenas maßgeblich beteiligt. Im ersten Spiel sammelte Kaukenas beim 95:82 in Vilnius 23 Punkte. Derer 22 waren es beim 96:81 im Rückspiel in der Hardtberghalle. Auch Kaukenas war es, den Bundestrainer Henrik Dettmann damals meinte, als er als Zaungast in Bonn feststellte: "Es macht unheimlichen Spaß, den Litauern zuzuschauen. Da sieht man, dass jeder Spieler in den letzten zehn Jahren zwei Mal pro Tag trainiert hat."

Kaukenas spielte zuletzt beim belgischen Erstligisten und Tabellendritten Telindus Oostende und kam dort im Schnitt auf 15,5 Punkte pro Spiel. Er verkörpert den Spielertypen, den Krunic besonders mag: konditionsstark, schnell, dynamisch und kämpferisch. "Mit ihm holen wir einen Kämpfer für das neue Baskets-Team.

Er gibt keinen Ball verloren und hat einen unwahrscheinlichen Zug zum Korb", erklärte Baskets-Sportmanager Arvid Kramer. Gleichzeitig sei er ein exzellenter Mann an der Freiwurflinie. Im ULEB-Cup der vergangenen Saison etwa verwandelte er von 44 Freiwürfen 40. Damit könnte er die fast schon chronische Freiwurfschwäche der Bonner deutlich lindern helfen.

Ein Wermutstropfen für die Baskets könnte sein, dass Kaukenas als Mitglied der litauischen Nationalmannschaft möglicherweise an der bis Mitte September dauernden Europameisterschaft in Schweden teilnehmen muss und damit für einen Großteil der Vorbereitung auf die Mitte Oktober beginnende Saison nicht verfügbar wäre.

"Sicher ist das noch nicht. Demnächst wird der endgültige Kader Litauens für die EM bekanntgegeben. Möglicherweise wird er nicht mitgenommen", sagte Krunic. Was die weiteren offenen Positionen im Baskets-Team angeht, sollen bis zum Wochenende weitere Entscheidungen fallen.

Die Lösung der Center-Frage wurde erst einmal aufgeschoben. Kramer hatte zuletzt von einem Kandidaten gefordert, er solle sich entscheiden, aber man hat ihm dann doch mehr Zeit gegeben. Das ist wohl ein Hinweis darauf, dass die Bonner auf diesen Spieler besonderen Wert legen.

Krunic betonte die besondere Situation auf dem Transfermarkt: "Nicht nur viele Vereine, sondern auch viele Spieler verhalten sich abwartend. Jeder hofft auf die Gelegenheit für einen guten Vertrag." Er sei aber entschlossen, möglichst schnell alle Positionen zu besetzen.

Es sei nicht geplant, sich eine Verpflichtung für einen späteren Zeitpunkt in der Saison aufzuheben, um sich dann beispielsweise im Endspurt der Meisterschaft noch einmal mit einem Amerikaner verstärken zu können.