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Eishockey: Eisbären Berlin schlagen Kölner Haie knapp

Niederlagen gegen die Eisbären Berlin : Kölner Haie bieten in der Hauptstadt einen großen Kampf

Die Kölner Haie waren zu Gast bei den favorisierten Eisbären aus der Hauptstadt. Trotz angespannter Personallage zeigten die Haie eine kämpferische Leistung.

Dieses Ende hatten die Kölner Haie nicht verdient. Ein Treffer von Lukas Reichel ins verwaiste Tor besiegelte 17 Sekunden vor Schluss die 2:4 (2:2, 0:0, 0:2)-Niederlage bei den Eisbären Berlin. Die aufopferungsvoll kämpfenden Domstädter hatten Justin Pogge aus dem Tor genommen, um das 3:3 zu erzwingen, wurden vom Favoriten aber eiskalt bestraft. Dabei waren sie elf Tage nach der schallenden 0:5-Ohrfeige, die in der Mercedes-Benz-Arena eine Serie von nun fünf Niederlagen eingeleitet hatte, griffig und treffsicherer gestartet.

„Leider haben wir aber aufgehört weiter so aggressiv zu spielen wie im ersten Drittel“, machte Doppeltorschütze Marcel Müller „den Knackpunkt“ zu Beginn des zweiten Drittels aus. In der Anfangsphase verteidigten die Haie intensiv und ließen das schnelle Umschaltspiel der Berliner nicht zur Entfaltung kommen. In der siebten Minute schlug Marcel Müller erstmals zu. Der gebürtige Berliner spielte unfreiwillig Doppelpass mit seinem Gegner Matt White und traf gedankenschnell zum 1:0.

Der folgende Ausgleich der Eisbären hatte sich nicht angekündigt. In der zwölften Minute nutzte Leo Pföderl seinen Freiraum aber per Direktabnahme zum 1:1. Dann war aber wieder Müller zur Stelle. Nach einem kapitalen Scheibenverlust schaltete James Sheppard schnell um. Seine Vorlage konnte Frederik Tiffels nicht verwerten, doch Müller war wieder hellwach und sorgte mit seinem vierten Saisontreffer für die erneute Führung (16.). Die Freude über das 2:1 währte aber nicht lange, denn Pföderl traf auf der Gegenseite ebenfalls zum zweiten Mal: Im Nachsetzen fand er die Lücke zum 2:2 (18.). Zu Beginn des zweiten Drittels brauchte die Gäste Glück bei einem Berliner Pfosten-Treffer (22.) und mehrere Großtaten von Goalie Justin Pogge, um die sechsminütige Drangphase der Eisbären zu überstehen.

Dann trat Landon Ferraro erstmals in Erscheinung. Der 29-jährige Kanadier war vergangene Woche aus der DEL 2 von den Frankfurter Löwen nach Köln gekommen und zeigte gegen seinen Ex-Verein eine ansprechende Leistung. Seine Chance brachte die Haie zurück ins Spiel (27.). Auch Jon Matsumoto (30.), Kapitän Moritz Müller (34.), James Sheppard mit einer doppelten Powerplay-Chance (36.) und Lucas Dumont (38.) hätten im zweiten Drittel treffen können.

Auf der Gegenseite avancierte Pogge an alten Wirkungsstätte zum fast unüberwindbaren Hindernis für die Eisbären. Der Goalie rettete seinen Haien das 2:2 und musste nach fast 40 gehaltenen Schüssen und einer Fangquote deutlich über 90 Prozent doch noch zwei Mal hinter sich greifen. Vor dem 2:3 hatte Marcel Barinka einen herrenlosen Schläger angeschossen, sodass Berlins Lukas Reichel quer für Marcel Noebels legen konnte. Dieser vollstreckte wuchtig (51.).

In Anbetracht der angespannten Personallage war die Leistung der Haie aber doch positiv zu bewerten. „Wenn wir weiter so arbeiten und die individuellen Fehler abstellen, können wir das Derby gegen Düsseldorf gewinnen“, schloss Marcel Müller seine Ausführungen.

Kölner Haie: Pogge, Weitzmann; D. Tiffels, Mo. Müller; Sennhenn, Zerressen; Gagné, Gnyp; Akeson, Matsumoto, Barinka; Ma. Müller, Sheppard, F. Tiffels; Ferraro, Zalewski, Dumont; Köhler, Glötzl, Chrobot. – SR.: Hoppe/Rohatsch. – Zuschauer: keine. Tore: 0:1 Ma. Müller (6:41/Sheppard, F. Tiffels), 1:1 Pföderl (11:53/Noebels, Reichel), 1:2 Ma. Müller (15:42/F. Tiffels, Sheppard), 2:2 Pföderl (17:11/Reichel, Noebels), 3:2 Noebels (50:10/Reichel), 4:2 Reichel (59:43/Hördler/ENG). Strafminuten: Berlin 4; Köln 4.