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Im DFB-Pokal gegen Bayern: Ex-Bonner Adis Omerbasic erfüllt Dürens Traum

Im DFB-Pokal gegen Bayern : Ex-Bonner Adis Omerbasic erfüllt Dürens Traum

Adis Omerbasic hat dem 1. FC Düren das DFB-Pokalspiel gegen den großen FC Bayern beschert. Im Mittelrhein-Verbandspokalfinale traf der Ex-Spieler des Bonner SC zum siegbringenden 1:0 gegen Alemannia Aachen.

So manch einer bekommt die zweite Chance und nutzt sie dann auch. Markus Wipperfürth, Mario Weber und vor allem Adis Omerbasic gehören seit diesem Samstagabend zu dieser Klientel glücklicher Menschen. Am 22. Oktober 2019 – von Corona ahnte noch niemand etwas – flogen Weber und Wipperfürth, damals in Reihen des Fußball-Regionalligisten Bonner SC, nach einem 0:2 beim klassentieferen FC Wegberg-Beeck gleich in der ersten Runde aus dem Verbandspokal. Omerbasic fehlte damals verletzt.

Am Samstag stemmten diese drei, mittlerweile im Trikot des Mittelrheinligisten 1. FC Düren, den Pokal nach einem 1:0 gegen den Viertligisten Alemannia Aachen siegestrunken in die Höhe – Weber sogar als neuer Kapitän der Dürener. Das entscheidende Tor hatte Bonns ehemaliger Rechtsverteidiger Omerbasic in der 19. Minute nach der Flanke von Bonns ehemaligem Linksverteidiger Wipperfürth erzielt. Dabei hatte der 25-Jährige Bonn bereits Richtung Chemnitzer FC verlassen, aber dann am Freitag vor einer Woche überraschend in Düren unterschrieben.

Dürener Fußballgeschichte geschrieben

Dass nach dem Schlusspfiff die eine oder andere Corona-Abstandsregel in den Wind geschrieben wurde, lag nicht nur am verdienten Sieg des Fünft- gegen den Viertligisten. Vielmehr stellt der Gegner des 1. FC Düren am 11. September in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals alles, was sich an diesem Nachmittag im leeren Sportpark Nord abspielte, bei weitem in den Schatten. „Wir spielen jetzt gegen Bayern München, die zurzeit beste Fußballmannschaft der Welt“, frohlockte FC-Trainer Giuseppe Brunetto, der sich nach den aufreibenden 95 Minuten in die jubelnde Spielertraube gestürzt hatte. „Fest steht, dass die Jungs Dürener Fußballgeschichte geschrieben haben.“

Am Freitag, 11. September, um 20.45 Uhr ist der große Tag, live zu sehen im Bezahlsender Sky und im Free-TV bei Sport 1. „Eine Partie, von der wir noch unseren Enkeln erzählen werden“, sagte Brunetto, früherer Trainer des Mittelrheinligisten FC Blau-Weiß Friesdorf. „Eigentlich müsste ich jetzt noch nach Lissabon fliegen, um mir unseren Gegner anschauen zu können“, scherzte der 47-Jährige am Sonntag.

Vorfreude auf Duell mit Davies

Strahlend hatte sich am Samstag auch der „Man of the Match“ den Fragen der WDR-Reporter gestellt. „Wir haben ein Superspiel gemacht“, meinte Omerbasic, der in der entscheidenden Szene nach den Zuspielen seiner ehemaligen Bonner Kollegen Gjorgji Antoski und Wipperfürth den Ball über die Linie drückte. „Es war kein Klassenunterschied zu sehen. Wir haben verdient gewonnen. Jetzt freue ich mich auf die Bayern und auf Alphonso Davies. Mal sehen, wer schneller ist.“

Eine Nachricht aus München erhielt mittlerweile FC-Stürmer Mark Brasnic, der in der Jugend mit Bayern-Neuzugang Leroy Sané in Leverkusen zusammengespielt hat. „Die beiden haben Kontakt gehalten, und Sané hat ihm geschrieben, dass er sich freut, sein erstes Pflichtspiel für die Bayern am 11. September gegen Düren zu bestreiten“, sagte Dürens Präsident Wolfgang Spelthahn der Deutschen Presse-Agentur. „Außerdem hatte jemand aus unserer Delegation die Nummern von Trainer Hansi Flick und Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Er hat sie angeschrieben. Und sie haben gratuliert.“

Düren will in Allianz-Arena spielen

Während längst feststeht, wann die Partie des 1. FC Düren gegen Bayern München über die Fußballbühne geht, ist der Austragungsort noch offen. Eine von mehreren Ideen in den Reihen des neuen FVM-Pokalsiegers sieht vor, angesichts der Gewissheit, vor leeren Rängen spielen zu müssen, das Heimrecht zu tauschen. „Ich würde am liebsten in München in der Allianz-Arena spielen“, sagte Brunetto. „Wer von uns hat schon einmal die Gelegenheit, in einem Pflichtspiel gegen die großen Bayern in einem solchen Stadion zu spielen.“

Während im Umfeld des Mittelrheinligisten die Bayern-Träume wahr wurden, herrscht bei der Alemannia tiefe Tristesse. „Wir konnten vieles von dem, was wir uns vorgenommen hatten, nicht umsetzen“, resümierte Aachens Trainer Stefan Vollmerhausen. „Letztlich war es einfach zu wenig, um ein Finale zu gewinnen.“ Freuen durfte sich dagegen FVM-Präsident Bernd Neuendorf. „Als Veranstalter bin ich froh, dass wir unseren Pokalsieger sportlich ermitteln konnten. Danke für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn, dem Bonner SC, den beiden Finalisten und den beteiligten Partnern.“