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Nach dem Erfolg der U13: FC Hertha Bonn gründet U-17-Inklusionsmannschaft

Nach dem Erfolg der U13 : FC Hertha Bonn gründet U-17-Inklusionsmannschaft

Nach dem Erfolg seiner U-13-Inklusionsmannschaft gründet der FC Hertha Bonn jetzt eine U17. Das Projekt wird sogar wissenschaftlich begleitet.

Erst als sich der Regen in einen regelrechten Schauer verwandelt, lassen sich die Kinder auf der Wiese vor der Bonner Oper zu einer kurzen Pause überreden. Wenig später strahlt die Sonne wieder – und sofort jagen die jungen Kicker mit Begeisterung den Bällen hinterher. Zwei Stunden lang trainieren die Kinder im Alter von sechs bis sechzehn Jahren gemeinsam ihre Dribble- und Teamfähigkeiten – dabei spielen behinderte und nicht-behinderte Jungen und Mädchen ganz selbstverständlich miteinander. Denn beim „inklusiven Kicken“, initiiert vom FC Hertha Bonn, gehören sie alle zusammen. „Die Trainer sind nett und es macht so viel Spaß“, freut sich die elfjährige Sina aus Troisdorf, als sie nach der Veranstaltung stolz ihr Abschiedsgeschenk hochhält.

Mit der Veranstaltung will Hertha Bonn Werbung für seine neugegründete U17-Inklusionsmannschaft machen. Damit bietet der Verein nun bereits zwei Teams an, in denen behinderte und nicht-behinderte Menschen zusammen spielen. Vor einem Jahr wurde ein U13-Inklusionsteam gegründet, seitdem erhöht sich die Nachfrage stetig. „Weil die erste Mannschaft erfolgreich war und es eine Herzensangelegenheit für uns geworden ist, möchten wir noch eine zweite Mannschaft aufbauen“, erklärt Jörg Michael, zweiter Vorsitzender des Vereins.

Die neue Mannschaft wird unterstützt von der Stiftung Football is more, zudem wird das Team wissenschaftlich begleitet. Jürgen Buschmann, ehemaliger Dozent an der Deutschen Sporthochschule in Köln und Mitglied des Stiftungsrates, betont, dass es sich dabei um „keinen Aktionismus, sondern Inklusion“ handeln soll. „Den Kindern soll ermöglicht werden, in einem normalen Verein spielen zu können.“

Dieser Gedanke ist momentan im Behinderten-Fußballbreitensport noch sehr selten. „Hertha ist der einzige Fußballverein in Bonn, der ein inklusives Angebot hat, und geht daher als Vorbild für andere regionale Vereine voran“, sagt Michael „Das ist trotzdem eindeutig zu wenig.“

Ähnlich sieht es Birgit Schneider-Bönninger, Kultur- und Sportdezernentin der Stadt Bonn. „Uns liegt es sehr am Herzen, dass sich das inklusive Thema weiterentwickelt.“ Die Stadt Bonn unterstützt deswegen den FC Hertha im Rahmen des „OpernRasenLIGHT“, einem Projekt zur Verbindung von Sport und Kultur, um „inklusives Kicken“ zu ermöglichen und so auf den Behinderten-Breitensport aufmerksam zu machen.

Das Training und die neue U17-Inklusionsmannschaft sollen aber erst der Anfang eines größeren Projektes sein. Im nächsten Jahr plant der FC Hertha in Kooperation mit der Stadt Bonn und Football is more ein einwöchiges Fußballcamp für rund 300 Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen. Gleichzeitig werden Trainer im Umgang mit behinderten Spielern fortgebildet. Der krönende Abschluss der Veranstaltung wird ein Behindertenfußball-Turnier sein, an dem neben internationalen Mannschaften wie dem FC Liverpool oder AC Mailand und Inklusionsmannschaften von Bundesligavereinen natürlich auch die U17-Inklusionsmannschaft von Hertha Bonn teilnehmen soll.