Nach Amraoui-Aus FV Endenich sucht neuen sportlichen Leiter

Bonn/Rhein-Sieg-Kreis · Nach dem Rücktritt von Sammy Amraoui liegt der Fokus beim FV Endenich auf dem Klassenerhalt. Zudem muss der Verein neben dem Posten des sportlichen Leiters auch den Trainerposten neu besetzen. Hennef und Siegburg wollen die Saison erfolgreich beenden.

Emirhan Özen (rechts) vom FV Endenich in Aktion beim Spiel gegen Germania Teveren.

Emirhan Özen (rechts) vom FV Endenich in Aktion beim Spiel gegen Germania Teveren.

Foto: Wolfgang Henry

Drei Spieltage vor Ende der aktuellen Saison in der Fußball-Mittelrheinliga beginnt die Zeit der sportlichen Leiter. Sie stehen derzeit besonders unter Strom, wenn es darum geht, Spielerverträge zu verlängern oder neue Akteure für ihren Verein zu begeistern, um am Ende des Tages einen leistungsstarken Kader für die kommende Saison zusammenzustellen. Schwierig wird es, wenn Verhandlungen auf zwei Ebenen geführt werden müssen. Markus Köppe, Sportdirektor des FV Endenich, hat neben der Kaderplanung noch andere Baustellen zu bearbeiten.

Nach dem Rücktritt des sportlichen Leiters Sammy Amraoui, der dem FV Endenich nach einer sechsmonatigen Verbandssperre „nicht mehr weiterhelfen kann“, muss Markus Köppe neben einem Nachfolger für Amraoui auch schnellstmöglich die Frage nach einem neuen Trainer für die kommende Saison klären. „Sammy ist ein Vollblut-Endenicher, es ist sehr schade, ihn zu verlieren. Aber in dieser Situation war sein Rücktritt unumgänglich“, sagte Köppe vor einer Woche. „Wir sind zuversichtlich, schnell einen Nachfolger präsentieren zu können und dann gemeinsam einen neuen Trainer zu verpflichten“, so der Sportdirektor.

Die Kaderplanung wäre wesentlich einfacher, wenn die Klassenzugehörigkeit möglichst schnell geklärt wäre. Durch den 4:2-Heimerfolg gegen Porz ist der FVE dem Klassenerhalt einen großen Schritt näher gekommen, da zeitgleich die Konkurrenten Germania Teveren und Union Schafhausen ihre Spiele verloren. An diesen Erfolg wollen die Mannen von Interimstrainer Hanis Langen am Sonntag im Auswärtsspiel bei Borussia Freialdenhoven (Anstoß 15 Uhr) anknüpfen. Dass der Klassenerhalt in Endenich überhaupt noch ein Thema ist, „verdankt“ man auch den Borussen, die in der kommenden Saison in der Kreisliga A einen Neuanfang wagen. Nach dem vorzeitigen Rückzug von Glesch-Paffendorf in der Winterpause wird Freialdenhoven nun auch offiziell vom FVM-Verband als zweiter Absteiger geführt. Die Konstellation vor dem Gastspiel des FVE beim Liga-Dinosaurier ist einfach: Gewinnt die Langen-Elf und verliert gleichzeitig Teveren beim Siegburger SV, wäre der Klassenerhalt der Bonner perfekt. Doch die Borussen wollen sich, wie die letzten Ergebnisse zeigen, anständig aus der MRL-Liga verabschieden und werden sicherlich keine Geschenke verteilen.

Siegburg bereits auf einem guten Weg

Der Siegburger SV ist bei seiner Kaderplanung auf einem guten Weg, frühzeitig eine schlagkräftige Mannschaft für die kommende Saison auf die Beine zu stellen. Zahlreiche Akteure, die sich unter Trainer Alexander Otto zu Leistungsträgern entwickelt haben, haben bereits zugesagt, weitere sollen folgen. Die ältere Garde wird angeführt von Torhüter Michael Vogel (30), dem dienstältesten Spieler im Kader, und Mittelfeldstrategen Hussein Hammouda (26). Zudem konnte Sportdirektor Mehmet Dogan die Talente Til Weingarten (20), Noah Tomson (19) und Michael Ojesanmi (19) an den SSV 04 binden. Unter der Woche gaben die Kreisstädter die Verpflichtung von Nico Kuhbier bekannt. Er wechselt vom Ligakonkurrenten SV Bergisch Gladbach 09 zu den 04ern. Trotz seiner erst 20 Jahre ist der Stürmer schon sehr erfahren und absolvierte für die Bergischen 77 Spiele, in denen er 17 Tore erzielte. Am heutigen Sonntag peilt die Otto-Elf im Heimspiel gegen den Tabellenletzten Germania Teveren (Walter-Mundorf-Stadion/15 Uhr) den nächsten Dreier an. Ziel ist es, am Ende der Saison den sechsten Tabellenplatz zu sichern.

Hennef peilt Auswärtssieg an

Dass sich der FC Hennef in der Fremde deutlich wohler zu fühlen scheint als im heimischen Anton-Klein-Sportpark, dürfte spätestens nach der 0:2-Niederlage im letzten Heimspiel der Saison gegen Frechen 20 belegt sein. Nur viermal verließen die Schützlinge von Trainer Fatih Özyurt zu Hause als Sieger den Platz. Dem stehen neun Niederlagen und eine Punkteteilung gegenüber. Da trifft es sich gut, dass der FCH seine beiden noch ausstehenden Pflichtspiele auswärts bestreiten muss. An diesem Sonntag (Anstoß 15.15 Uhr) gastiert die Özyurt-Elf beim noch abstiegsgefährdeten FC Union Schafhausen. Nach einem spielfreien Wochenende sind die Hennefer am Pfingstmontag letzter Gegner von Borussia Freialdenhoven, deren Ära in der Mittelrheinliga freiwillig zu Ende geht. Bis dahin gilt es für den neuen Sportlichen Leiter Frank Fusshöller, die Kaderplanung intensiv voranzutreiben.