Fußball-Mittelrheinliga Siegburg 04 nimmt gegen Hennef erfolgreich Revanche für die Hinspielniederlage

BONN/RHEIN-SIEG-KREIS. · Im Lokalderby der Fußball-Mittelrheinliga nahm der Siegburger SV 04 mit dem verdienten 3:1-Erfolg beim FC Hennef 05 erfolgreich Revanche für die 1:3-Hinspielniederlage.

 Erst Torschütze, dann Gelb-Rot-Sünder: Siegburgs Joran Sobiech (am Boden).

Erst Torschütze, dann Gelb-Rot-Sünder: Siegburgs Joran Sobiech (am Boden).

Foto: Wolfgang Henry

Der FV Endenich erreichte in Spiel eins nach der Entlassung von Trainer Marek Dabrowski ein 1:1-Unentschieden gegen den FC Hürth.

FC Hennef 05 - Siegburger SV 04 1:3 (0:2): So richtig zufrieden war SSV-Trainer Alexander Otto nach dem erhofften Derbysieg dennoch nicht. „Ich habe der Mannschaft zu drei Punkten gratuliert. Wir waren in der ersten Hälfte dominant, aber im zweiten Durchgang haben wir einfach schlecht gespielt“, meinte er. Was ihn noch mehr erzürnte, war die überflüssige Gelb-Rote Karte für Routinier Joran Sobiech (wiederholtes Foulspiel/65.).

Für die Zuschauer allerdings brachte Sobiechs Blackout noch etwas Spannung in die bis dahin ereignisarme Begegnung. Denn die Kreisstädter führten ungefährdet mit 2:0. Zunächst schockte der später hinausgestellte Sobiech die Hausherren nach einer Ecke mit einem unhaltbaren Kopfball (4.).

„Wir waren vor der Pause noch in der Findungsphase“, meinte FCH-Trainer Fatih Özyurt zur Leistung seiner Elf. Während die Gäste die sich bietenden Räume schnell überbrückten, agierten die Hennefer viel zu umständlich. „Das war im letzten Drittel alles zu kompliziert“, ärgerte sich Özyurt – kompliziert und unglücklich. Denn Takumu Yamahara unterlief ein Eigentor zum 0:2 (29.). Kurz darauf ließ Manuel Kabambi, der später mit muskulären Problemen ausschied, die große Möglichkeit zum 3:0 für die Kreisstädter aus. Praktisch mit dem Pausenpfiff bot sich Celal Kanli die Chance zum Anschluss; er scheiterte allerdings an SSV-Schlussmann Jens Fikisi.

Nach dem Wiederanpfiff kam Hennef endlich besser in die Partie, wobei der Gast sich ohne Not tief zurückfallen ließ. Zunächst scheiterte der aufgerückte Innenverteidiger Hajdar Shala (63.), dann folgte Sobiechs Platzverweis (65.). Als Volkan Ballicalioglu mit einer feinen Einzelaktion zum 1:2 erfolgreich war, nahm die Partie noch einmal Fahrt auf.

Apropos Ballicalioglu: Der Mittelfeldspieler war nach seiner Roten Karte nach einem vermeintlichen Ellenbogenschlag in Vichttal zunächst zu einer Vier-Spiele-Sperre verdonnert worden, doch Hennef legte Einspruch ein. Nach Sichtung eines Videomitschnitts erkannten die Sportrichter die Unschuld des Hennefers und sprachen ihn frei.

Das große Aufbäumen der Gastgeber, die aus dem Überzahlspiel kaum Vorteile zogen, blieb allerdings aus. Vielmehr musste Yamahara auf der eigenen Torlinie retten (75.). Die beste Möglichkeit, einen Punkt zu sichern, hatte erneut Ballicalioglu in der Schlussminute, doch Fikisi parierte. Den Endstand stellte der kurz zuvor eingewechselte Joker Kaito Asano her (90.+2).

FC Hennef 05: Hövel, Shala, Camara, Cubukcu (71. Kilovji), Yamahara, Boboy, Ballicalioglu, Wybierek, Pietrek (58. Schusters), Kanli, Lichter.

Siegburger SV 04: Fikisi, Sobiech, Kinoshita, Weingarten, Adahchur (89. Asano), Ojesanmi (58. Kisekka), Tomson, Kabambi (56. Calis), Giulio Multari (75. Maloko), Jo, Sai (68. Giovanni Multari).

FV Endenich - FC Hürth 1:1 (1:0): „Wir haben alles investiert und ein gutes Spiel gemacht. Am Ende war es ein leistungsgerechtes Remis. Uns fehlte das Quäntchen Glück“, sagte FVE-Interimstrainer Hansi Langen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kamen die abstiegsbedrohten Hausherren, die mit zwei echten Spitzen offensiver agierten als zuvor, besser in die Partie. Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer von Ibis Renda verlängerten Ecke war es Jakub Merlan-Jarecki, der zur Führung traf (33.). Noch vor dem Wechsel hatte Daniel Schaal die Chance zum 2:0, doch er verzog knapp (39.).

Die Gäste kamen frischer aus der Kabine, ehe Endenich wieder Zugriff auf das Match fand. Es entwickelte sich ein ausgeglichener Fight mit Tormöglichkeiten hüben wie drüben. Nach einem Abstimmungsfehler in der FVE-Hintermannschaft glich Stefan Fiegen aus (67.). „Anschließend hatten beide Teams die Chancen zum Dreier“, meinte Langen, der sich insgesamt dennoch zufrieden mit dem Auftritt seiner Elf zeigte.

FV Endenich: Eisberg, Ferreira-Böcker, Renda, Manchev, Özen (60. Fontem), Viehweger (74. Dias), Oubelkhiri, Valente, Schaal (81. K. Nakamura), S. Woo, Merlan-Jarecki.