Staffeln, Inliner und Handbiker Handbikerin Annika Zeyen-Giles siegt trotz Streckenfehler

Bonn · Paralympics-Siegerin Annika Zeyen-Giles gewinnt souverän, obwohl sie rund 1,5 Kilometer zu viel fährt. 27 Inline-Skater werden am Morgen des Rennens falsch geleitet und fahren deshalb ein kürzeres Rennen

Anna Zeyen-Giles gewann 2021 bei den Paralympischen Spielen die Goldmedaille mit dem Handbike.

Anna Zeyen-Giles gewann 2021 bei den Paralympischen Spielen die Goldmedaille mit dem Handbike.

Foto: Wolfgang Henry

Annika Zeyen-Giles, Goldmedaillengewinnerin mit dem Handbike bei den Paralympischen Spielen 2021 in Tokio, wusste nicht so recht, ob sie sich freuen oder ärgern sollte. Die Bonnerin hatte den Wettbewerb beim 21. Deutsche Post Marathon souverän gewonnen, aber tatsächlich rund 1,5 Kilometer zu viel unter die Carbon-Räder genommen. „Das ist kurz vor dem Ziel passiert und natürlich ärgerlich“, sagte die ehemalige Rollstuhl-Basketballspielerin. Ansonsten sei es trotz der vielen Bodenwellen in der Rheinaue ein schönes Rennen bei perfekten Wetterbedingungen gewesen, meinte die Handbikerin, deren Arbeitsgerät, eine Spezialanfertigung aus Tschechien, mehr als 15.000 Euro wert ist.

Das Stichwort „fehlgeleitet“ bestimmte leider auch für einige Teilnehmer das Rennen der Inliner. Eine Gruppe von 27 Inlinern war nach rund zehn Kilometern falsch abgebogen. „Uns wurde gesagt, dass dies die richtige Strecke sei“, erzählt die Düsseldorferin Katharina Sowa. „Für uns war damit das Rennen schon nach rund der Hälfte der 21 Kilometer vorbei. Blöd, wenn man schon um 4:30 Uhr am Morgen aufsteht, um rechtzeitig von Düsseldorf nach Bonn zu kommen.“ Als Entschädigung erhalten alle „Fehlgeleiteten“ für den Marathon am 6. April 2025 einen Freistart. Zum Glück für die Veranstalter liefen die späteren Sieger bei den Frauen und Männern auch aufgrund ihrer Erfahrung aus den Jahren zuvor richtig. Seriensiegerin Claudia Maria Henneken aus Köln und Titelverteidiger Karsten Wilke aus Wuppertal, die beide für das Team Ruhr Boss aus Bochum an den Start gegangen waren, überquerten damit nach 21 Kilometern als erste die Ziellinie. Die wurde aufgrund des Kopfsteinpflasters im eigentlichen Zielbereich vorverlegt. „Für Teilnehmer, die sich hier nicht auskennen, ist es nicht so einfach, auf der Straße den rechten Weg zu finden“, sagt der Sieger später. Ansonsten sei es ein tolles Rennen bei perfektem Wetter und toller Stimmung entlang der Strecke gewesen. Zweiter bei den Männern wurde Christian Maus vor Sebastian Becker. Bei den Frauen fuhr Bianca Fliesenberg vor Katja Back auf Rang zwei.

Staffel siegt trotz kurzfristiger Absage

Auch für die siegreiche Staffel lief es zunächst alles andere als rund. Denn das Quartett der LAZ Rhein-Sieg schrumpfte kurzfristig zum Terzett. Jonas Land musste kurzfristig absagen. Und so liefen Eliah Rieck, Florian Herr und der erst 16-jährige Jan Vernikov die 42,195 Kilometer alleine nach Hause. Florian Herr riss die Kastanien mit zwei Strecken aus dem Feuer. Auch Elia Riek kam nicht ganz ungeschoren davon. „Ich bin mit einem Ordner zusammengerasselt“, berichtet der Läufer der LAZ Rhein-Sieg und zeigte auf seinen blutenden Oberarm. Die Freude über den Staffelsieg vor dem Quartett des PSV Bonn mit Christian von Stülpnagel, Max Schaap, Markus Nett und Vincent Richrath und den Birkenberg Bisons machte den Schmerz am Ende erträglich.

Schnellste Schulstaffel wurde das Tannenbusch-Gymnasium vor dem Elisabeth-Langgässe Gymnasium aus Alzey und dem Paul-Klee-Gymnasium aus Overath.

33:19 Minuten benötigte Fabio Fornarelli, der schnellste Mann auf der 10-Kilometer-Strecke, die zum zweiten Mal im Rahmen des Deutsche Post Marathon angeboten wurde. Linnea Dudlik, die schnellste Frau, war nach 40:44 Minuten im Ziel.

76 Walker nahmen diesmal die Halbmarathon-Distanz in Angriff. Als Erster überquerte Rainer Brandt die Ziellinie. Bei den Frauen gewann Melanie Bielig.

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