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Köln verpflichtet mit Svetislav Pesic seinen Wunschtrainer

Köln verpflichtet mit Svetislav Pesic seinen Wunschtrainer

Meistercoach unterschreibt einen Vertrag für zwei Jahre beim Basketball-Aufsteiger Cologne 99ers - Erstes Ziel ist das Erreichen der Play-offs

Köln. (gme) Der Wunschtrainer ist verpflichtet, jetzt basteln die Cologne 99ers an einer neuen Mannschaft. Bei dem Aufsteiger in die Basketball-Bundesliga, der vor kurzem mit dem SER Rhöndorf die Lizenzen getauscht und sich damit die Startberechtigung für die deutsche Eliteklasse gesichert hatte, unterschrieb Meister-Trainer Svetislav Pesic am Mittwoch einen Zweijahresvertrag. Der Serbe ist nach wie vor der erfolgreichste Trainer, der jemals in Deutschland gearbeitet hat. Er führte die deutsche Nationalmannschaft 1993 zur Europameisterschaft und wurde mit Alba Berlin vier Mal Deutscher Meister und Korac-Cup-Sieger, um nur ein paar wichtige Stationen seiner Trainer-Karriere zu nennen. Derzeit betreut er die jugoslawische Nationalmannschaft, die er im September "bis ins Finale" der EM führen will.

"Wir haben einen der besten Trainer in Europa verpflichten können. Das wird Zeichen setzen und dem Basketball in Köln einen großen Schub geben", freute sich Stefan Baeck, Manager der Cologne 99ers, der selbst schon als Spieler unter Pesic gearbeitet hat. Für Baeck ist das die richtige Wortwahl: "Wir müssen erst einmal Basketball arbeiten, bevor wir an den Erfolg denken." Pesic ist vom Konzept der 99ers, das unter anderem vorsieht, in Zusammenarbeit mit dem Partner in Rhöndorf junge Talente an die erste Mannschaft heranzuführen, überzeugt. Der 51-Jährige warnte aber davor, zu schnell zu viel zu erwarten. "Natürlich wollen wir Erfolg haben, doch wir brauchen Zeit. Im ersten Jahr ist die Teilnahme an den Play-offs unser Ziel. Alles andere wird man sehen." Gleichwohl betonte er, Köln nicht nur in Deutschland zu einer Größe machen zu wollen. Pesic: "Wir müssen auch international wettbewerbsfähig werden."

Pesic hatte auch Angebote aus dem Ausland vorliegen. "Für mich stand fest, dass ich Trainer in Deutschland bleibe. Hier bin ich das geworden, was ich jetzt bin."

Erst in den nächsten Wochen werden sich die Kölner mit dem Aufbau des neuen Teams beschäftigen. Laut Michael Mronz, Geschäftsführer Marketing, bedeute ein Etat von "etwas mehr als sechs Millionen Mark" nicht gleichzeitig, dass man in der Spitze der Bundesliga werde mitspielen können. "Wir investieren nicht unerheblich in notwendige Strukturen, die für einen Bundesligisten wichtig sind. Wir wollen auf allen Ebenen ein kompetenter Partner sein", sagte Mronz. Laut Baeck werden die 99ers zudem intensiv die Werbetrommel rühren, um die Kölner für Basketball zu begeistern.

Den sollen die neuen Profis mit Herz spielen. "Wir brauchen keine satten Söldner oder Legionäre, sondern hungrige Spieler. Sie müssen alles geben, dann kommen auch die Zuschauer", sagte Pesic. Als Spielhallen stehen die 18 500 Zuschauer fassende Kölnarena und die neue Halle am Girlitzer Weg (3 000 Besucher) zur Verfügung. Baeck sieht im rheinischen Dreieck Köln-Leverkusen-Bonn eine gute Situation für alle Vereine. "Wenn auch die anderen Vereine sie erkennen und entsprechend umsetzen, wird sich die Rivalität befruchtend für alle auswirken", glaubt Baeck.

Gleich im ersten Spiel wird es Anfang Oktober voraussichtlich in der Kölnarena zum Aufeinandertreffen mit den Telekom Baskets Bonn kommen. Das dürfte kein Zufall sein. Offenbar hofft die Bundesliga mit Hilfe der reisefreudigen Bonner Fans darauf, die Kölner gleich mit einer Rekordkulisse medienwirksam einführen zu können.