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Drei Siege in vier Spielen: Kölner Haie sind bislang die Überraschung der Liga

Drei Siege in vier Spielen : Kölner Haie sind bislang die Überraschung der Liga

Neun Punkte und schon 20 erzielte Tore stehen für die Kölner Haie in der Deutschen Eishockey Liga nach vier absolvierten Spielen zu Buche. Mit den Eisbären Berlin wartet am Freitag ein echter Prüfstein auf das Team.

Alles, was Uwe Krupp aktuell anpackt, scheint zu funktionieren. Der Trainer musste zu Beginn seiner zweiten Amtszeit bei den Kölner Haien nach 17 Niederlagen unter Vorgänger Mike Stewart noch den Negativrekord verhindern. Zwischen dem 5:0 gegen die Grizzlys Wolfsburg Ende Februar 2020 und dem jüngsten Sprung auf Platz zwei der Gruppe Nord der Deutschen Eishockey Liga (DEL) lag die neunmonatige Corona-Pause – mit viel Ungewissheit und einer kurzen Vorbereitung.

Darauf, dass sein KEC nach drei Siegen aus den ersten vier Spielen 2020/21 bei neun Punkten steht und schon 20 Tore erzielt hat, hätte auch der ehemalige Bundestrainer nicht unbedingt gewettet. Finanzielle Schwierigkeiten wegen fehlender Ticketeinnahmen forderten einen kollektiven Gehaltsverzicht und die Integration mehrerer Junghaie. Auch wenn am kommenden Freitag (20.30 Uhr) erst das fünfte Spiel bei den Eisbären Berlin ansteht, ist die Entwicklung des Teams in der Nord-Staffel bemerkenswert. „Im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein“, brachte es Lucas Dumont nach dem 7:2-Sieg in Krefeld auf den Punkt.

Zum Start ins Spieljahr 2021 hatte der Stürmer den Schlusspunkt beim Kantersieg gegen die Pinguine gesetzt. Nach seinem ersten Saisontor steht der 23-Jährige in einer illustren Riege von Kölner Top-Torschützen und Vorlagengebern. Der kanadische Routinier Jon Matsumoto erzielte mit dem wichtigen 2:1 schon seinen sechsten Saisontreffer. Frederik Tiffels war bisher auch in jedem Spiel erfolgreich und steht nach seinem fünften Tor zum 3:1 in der DEL-Statistik direkt hinter Matsumoto. Weil auch die beiden kanadischen Assist-Könige Jason Akeson (7 Vorlagen) und Maury Edwards (6) wieder gut funktionierten und Edwards sogar selbst zum 1:0 traf, hatte das überforderte Schlusslicht in der Yayla Arena wenig zu bestellen.

Krupp lobt Keeper Weitzmann

„Kompliment an die Jungs“, sagte Krupp. Sie hätten mit Durchschlagskraft, funktionierendem Powerplay und hoher Effizienz vor allem offensiv gut gespielt. „Wenn du mal mit zwei, drei Toren vorne liegst, spielt es sich ein bisschen leichter.“ Auch die Tatsache, dass sechs Krefelder Überzahl-Minuten zu keinem Gegentreffer führten, stellte Krupp zufrieden. Seinen Beitrag leistete dabei auch Hannibal Weitzmann. Die etatmäßige Nummer zwei rotierte für Justin Pogge zwischen die Pfosten und verhinderte vor allem zu Beginn des Mitteldrittels Krefelds 2:2. „Er hätte schon früher gespielt“, verriet Krupp, „aber er hat sich im Training eine leichte Verletzung zugezogen.“ Auch wenn er sich das zwischenzeitliche 2:4 ins eigene Tor bugsiert hatte, wurde Weitzmann von Krupp gelobt. „Er hat gut gespielt, war ein sicherer Rückhalt.“

Dass am Freitag in der Bundeshauptstadt Pogge zwischen die Pfosten zurückkehrt, ist aber wahrscheinlich. Die Eisbären stellen als Favorit der Nord-Staffel ein anderes Kaliber dar und der Kanadier spielte bis Juni dieses Jahres für Berlin. Auch James Sheppard könnte an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren. Der Stürmer wurde in Krefeld geschont, war allerdings nur leicht angeschlagen. Mit Sebastian Uvira ist eine weitere Offensivkraft zurück im Training. Die Reifeprüfung der Haie in Berlin dürfte für den Stürmer aber noch zu früh kommen.