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Sechs Punkte nach drei Spielen: Kölner Haie sind trotz Defensivschwächen auf Erfolgskurs

Sechs Punkte nach drei Spielen : Kölner Haie sind trotz Defensivschwächen auf Erfolgskurs

Die Kölner Haie sind mit sechs Punkten aus den ersten drei Spielen gut in die neue Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gestartet. Die starke Offensive kompensiert einige Schwächen in der KEC-Hintermannschaft.

Der Tankstellen-Stopp für frische Kaltgetränke auf der A2 in Richtung Köln musste ausfallen. „Wir dürfen doch nicht anhalten“, erinnerte Marcel Müller an die Reise-Auflagen in Pandemiezeiten. Trotzdem dürfte die Stimmung im Mannschaftsbus der Kölner Haie nach dem 5:4-Sieg im Penaltyschießen bei den Grizzlys Wolfsburg sehr gut gewesen sein. Das bestätigte nicht nur Stürmer Müller nach seinem 500. Spiel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und dem zweiten Sieg in Folge für seinen KEC. Auch Uwe Krupp war zufrieden. „Die Jungs haben gut gearbeitet und nie aufgegeben“, lobte der Chefcoach.

Dass am Ende auch ein wenig Glück nötig war, um den Extrapunkt beim Favoriten aus der Autostadt zu entführen, sei klar. Das finale Shoot-out spiegelte dabei den gesamten Spielverlauf beim 4:4 (0:1, 4:2, 0:1, 0:0) wider. Nachdem Garrett Festerling zuerst für Wolfsburg erfolgreich gewesen war, behielt der 19-jährige Tscheche Marcel Barinka die Nerven und nagelte seinen Penalty ins rechte obere Eck. So war der Weg für Frederik Tiffels bereitet, der Dustin Strahlmeier im Grizzlys-Tor ein zweites Mal überwand.

Großen Anteil am sechsten Punkt im dritten Spiel und dem Sprung auf Rang zwei der Nord-Gruppe hatte auch Justin Pogge. Der Haie-Schlussmann verhinderte vor der Overtime bärenstark das 4:5 gegen Valentin Busch und war auch beim entscheidenden Penalty gegen Anthony Rech zur Stelle. Welchen Anteil der 34-jährige Kanadier am sehr ordentlichen Saisonstart des KEC hat, zeigt seine Statistik von durchschnittlich 89,72 Prozent abgewehrten Schüssen pro Spiel. Die Kehrseite der Medaille sind aber die im Schnitt 3,5 Gegentreffer in jeder Partie. Zu den acht Gegentreffern vom 4:5 gegen die Düsseldorfer EG und dem 4:3 gegen die Pinguins Bremerhaven kamen in Wolfsburg noch vier dazu.

Haie-Spieler sitzen zu oft auf der Strafbank

„Es sah nicht so aus, als hätte bei meinen Jungs viel Interesse bestanden, Unterzahl zu spielen“, kritisierte Krupp die drei Unterzahl-Gegentore in Wolfsburg. Schließlich hatte der Trainer vor dem Spiel genau diese beiden Baustellen – den Gegentorschnitt und die Strafzeiten – angesprochen. Mit einer Disziplinarstrafe und 18 Zeitstrafen (also 46 Strafminuten) stehen die Kölner in dieser Statistik unter allen 14 DEL-Teams an letzter Stelle. „Da sind wir oft zu ungestüm und sorglos mit dem Schläger“, kritisierte Krupp.

Wenn die Haie diese Baustellen zum Jahreswechsel aber in den Griff bekommen, ist ihnen im neuen Spieljahr 2021 einiges zuzutrauen. Schließlich stehen mit Jason Akeson (1 Tor, 6 Assists), Jon Matsumoto (5 Treffer, 1 Assist), Frederik Tiffels (4 Tore, 2 Assists) und Maurice Edwards (3 Treffer, 3 Assists) gleich vier Kölner an der Spitze der Topscorer-Liste. Krupp ist lange genug im Geschäft, um solche Statistiken nach drei Spieltagen realistisch einzuschätzen. „Nach sechs, sieben Spielen können wir unsere Situation besser einordnen“, meint der KEC-Coach.

Wirbelt das Quartett um Top-Torschütze Matsumoto kommenden Sonntag aber weiter, könnten die Pinguine in Krefeld als Schlusslicht der Nord-Staffel zu Hai-Futter werden. Oder wie es 500-Spiele-Mann Marcel Müller ausdrückte: „Solange wir immer ein Tor mehr schießen als der Gegner, ist alles gut."