Play-off-Halbfinale Kölner Haie stellen sich auf heißen Tanz ein

KÖLN · Am Sonntag wurden die Zeitmesser landesweit vorgestellt, in Köln standen die inneren Uhren zu diesem Zeitpunkt schon längst auf Halbfinalmodus. Ab Mittwoch (19.30 Uhr, Lanxess-Arena) spielen die Kölner Haie gegen die Grizzly Adams Wolfsburg um den Einzug ins Finale der deutschen Eishockey-Meisterschaft.

 Der Kampf um den Puck geht morgen weiter: Die Haie erwarten zum Halbfinalstart Wolfsburg.

Der Kampf um den Puck geht morgen weiter: Die Haie erwarten zum Halbfinalstart Wolfsburg.

Foto: dpa

Vier Siege sind wiederum nötig, um sich in der Serie durchzusetzen. In fünf Spielen marschierten die Haie durch das Viertelfinale, genauso wie im vergangen Jahr. Nun spielen sie (ebenfalls wie in der Vorsaison) gegen Wolfsburg.

Doch die Vorzeichen sind trotzdem anders, weil Wolfsburg vor einem Jahr das Saisonziel längst erfüllt hatte, als die Reise nach Köln ging. Damals hatten die Niedersachsen nach einer durchwachsenen Saison sensationell den Tabellenersten Mannheim rausgeworfen. Als man dann gegen Köln ausschied, war auf den Mienen der Wolfsburger Verantwortlichen keine Spur von Niedergeschlagenheit zu sehen.

Das wäre diesmal ganz anders, Wolfsburg darf sich mit Recht Hoffnungen auf die Meisterschaft machen und wird alles unternehmen, um ins Finale einzuziehen. "Die Wolfsburger haben durch ihren Trainer Pavel Gross über die letzten Jahre eine Handschrift bekommen", sagt Haie-Verteidiger Moritz Müller. "Sie haben eine sehr fitte Mannschaft, die sich für keinen Weg zu schade ist. Gegen Wolfsburg hat man wenig Freiräume."

Die Haie stellen sich auf einen heißen Tanz ein. Gegen Mannheim konnten sie in Ruhe ihr Spiel aufziehen, weil sie wussten, dass die Adler nicht forechecken, sondern in der neutralen Zone auf Fehler warten. Das wird diesmal anders sein. Wolfsburg wird schnell und aggressiv angreifen. Da wird man kaum wieder mit nur neun Toren in vier Spielen in die nächste Runde einziehen können.

Die Wolfsburger machten im Viertelfinale 25 Tore; so viele Treffer gegen die Haie zu erzielen, wird allerdings schwierig. Die Kölner Defensive stand gegen Mannheim sehr stabil. Torhüter Danny aus den Birken legte einen Gegentorschnitt von 1,06 aufs Eis, weil seine Vorderleute ihm mit unglaublichem Einsatz zur Seite standen.

Routinier Daniel Tjärnqvist stand bis zu 30 Minuten pro Spiel auf dem Eis, an seiner Seite lief Björn Krupp zu starker Form auf. Der Sohn des Trainers hat im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Sprung gemacht, er kennt den Schweden schon lange. Vor zwölf Jahren spielte Uwe Krupp mit Tjärnqvist bei den Atlanta Thrashers, der junge Björn lief damals im Kabinentrakt herum und bekam von Tjärnqvist einen Schläger geschenkt. Nun stehen die beiden gemeinsam auf dem Eis und Krupp Senior hinter der Bande - ab Mittwoch für mindestens vier weitere Spiele.

Die Haie hoffen, dass trotz des unattraktiven Termins unter der Woche viele Fans kommen werden. "Ich kenne noch keine Zahlen, aber ich denke, dass wir im Halbfinale stehen und die Fans Blut geleckt haben", sagt Müller. "Deswegen werden sie hoffentlich kommen, um uns spielen zu sehen, auch wenn unter der Woche gegen Wolfsburg in der Regel nicht so viele Fans erscheinen wie gegen Mannheim." Im zweiten Halbfinale stehen sich die Hamburg Freezers und der ERC Ingolstadt gegenüber.

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