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Sommermeeting des LAZ Rhein-Sieg: Leichtathleten müssen strenge Corona-Regeln einhalten

Sommermeeting des LAZ Rhein-Sieg : Leichtathleten müssen strenge Corona-Regeln einhalten

Das LAZ Puma Rhein-Sieg richtet ein Sommermeeting aus – nach strengen Corona-Regeln. Die Langstreckenläufer müssen zum Aufwärmen sogar in den Wald.

Sportler nehmen in der Corona-Krise ja so einiges in Kauf, um ihre Sportart wieder ausüben zu dürfen, um sich wieder im Wettkampfgeschehen gegeneinander zu messen. Da wird das sonst übliche Aufwärmen auf der Tartanbahn eben in den Wald verlegt. Beim Sommermeeting des Leichtathletikzentrums (LAZ) Puma Rhein-Sieg in Siegburg an diesem Samstag müssen die Mittelstrecken- und Langläufer auf das angrenzende Waldgebiet am Walter-Mundorf-Stadion ausweichen. Denn im Stadion-Inneren sind nur 150 Athleten gleichzeitig zugelassen. Wer nicht gerade im Wettkampf ist, muss auf der Tribüne warten. Erst unmittelbar vor dem Start sind ein paar Läufe auf der Bahn möglich. Sprinter, Werfer und Springer dürfen sich hingegen auf dem Kunstrasenplatz nebenan vorbereiten.

Aber nicht nur den Athleten verlangt die Corona-Pandemie Flexibilität ab, auch die Organisatoren vom LAZ haben ihr Hygienekonzept stetig an die neuen Vorgaben der Landesregierung angepasst. Drei Seiten umfasst die Endfassung nun und gibt klare Verhaltensregeln für Sportler, Trainer, Betreuer und Kampfrichter vor.

Nur drei Disziplinen finden gleichzeitig statt

Damit alle Abstandsregeln eingehalten werden können, hat das Organisationsteam die Veranstaltung auseinandergezogen, sodass nur drei Disziplinen – jeweils ein Wurf-,
ein Lauf- und ein Sprungwettbewerb – gleichzeitig stattfinden. „Wir mussten aus Corona-Gründen aus der normalen Veranstaltung eine Zwölf-Stunden-Veranstaltung machen“, erklärt Organisator und LAZ-Cheftrainer Thomas Eickmann. Normalerweise dauert ein solcher Wettkampftag bis 16 oder 18 Uhr. Am Samstag werden die letzten Langstreckenläufer etwa gegen 22 Uhr die Ziellinie überqueren.

Neu im Corona-Konzept ist auch ein sogenannter Callroom, an dem sich die Athleten kurz vor Wettkampfbeginn melden müssen. Helfer führen die Sportler als geschlossene Gruppe dann an den Start. „Für uns ist es auch Neuland“, sagt Eickmann. Die Haupttribüne ist für Trainer, Betreuer und wartende Athleten geöffnet. Die Tribüne an der Weitsprunganlage wird zur Coaching-Zone umfunktioniert. Große Wartezonen, mehrere Wettkampfanlagen und Absperrgitter sollen helfen, die nötigen Abstände überall einzuhalten. „Auf den Gehwegen herrscht zudem Maskenpflicht“, sagt der Cheftrainer. Die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt Siegburg in der Vorbereitung sei reibungslos verlaufen. Knapp vier Wochen hat der Verein in die Planung des Events gesteckt.

Nachbesserungen des Hygieneplans waren nötig

„Jeder Athlet weiß, wann er dran ist. Jeder ist aufgefordert, zeitnah zu seinen Wettkämpfen anzureisen.“ Wie gut das Konzept funktioniert, haben die Organisatoren schon in der vergangenen Woche testen können. Beim ersten Teil der Bahnlaufserie – eine reine Laufveranstaltung mit rund 270 Teilnehmern – kam der Hygieneplan zum Einsatz. Wo es noch nicht rundlief, besserten Eickmann und sein Team nach.

Jeder Verein muss eine Liste mit den teilnehmenden Athleten, Trainern und Betreuern sowie deren Kontaktdaten abgeben. Beim Kugelstoßen wird Flächendesinfektionsmittel stehen, damit die Sportler die Kugeln reinigen können. Speerwerfer und Stabhochspringer bringen hingegen alle ihre eigene Ausrüstung mit. Die Umkleiden und Duschen bleiben geschlossen. Auch bei der Verpflegung hat der Verein umgestellt: Getränke gibt es nur noch in Flaschen, Kaffee in Einwegbechern.

Von seinen Athleten habe keiner Bedenken, sagt Eickmann: „Der Tenor war eher: ‚Danke, dass ihr etwas macht!’“ Auch ein Läufer, Jahrgang 1937, geht am Samstag an den Start. „Das zeigt auch, dass die Bevölkerung versucht, sich mit diesem Virus zu arrangieren.“ Seit zwei Monaten dürfen die Leichtathleten wieder trainieren. Es sei wichtig, vor allem Kindern und Jugendlichen wieder eine Perspektive zu geben. „Sie haben trainiert und durchgehalten – und wussten nicht, wofür“, sagt Eickmann.