Speerwurftalent aus Bonn Kniebeugen in Bonn, Videoanalyse in Australien

Bonn · Das Speerwurftalent Max Auer vom LAV Bad Godesberg wird aus der Ferne von „Allzeitweltrekordler“ Uwe Hohn bei seiner sportlichen Entwicklung unterstützt. Am vergangenen Wochenende gewinnt der 13-Jährige in Pennenfeld den Wurfcup.

Ein Talent im Wettkampf: Max Auer vom LAV Bad Godesberg gewinnt den Wurfcup im Sportpark Pennenfeld.

Ein Talent im Wettkampf: Max Auer vom LAV Bad Godesberg gewinnt den Wurfcup im Sportpark Pennenfeld.

Foto: Jakob Peer

Max Auer zeigte stolz auf seine Startnummer 711: „Das ist mein Geburtstag, der 7. November.“ Der 13-jährige Speerwerfer des LAV Bad Godesberg hatte sich soeben den ersten Platz in der Altersklasse M14 beim Wurfcup gesichert. Sein 600 Gramm schwerer Speer steckte am Samstag nach seinem besten Versuch ganze 39,68 Meter von der Abwurflinie entfernt im Rasen des Sportparks Pennenfeld. Seine neue persönliche Bestleistung.

Der aufgeschlossene Jugendliche ist freundlich, auch gegenüber seinen Mitstreitern. An Ehrgeiz fehlt es ihm dennoch keineswegs: „Die 40 Meter hätte ich heute gerne noch geknackt. Schade, dass der letzte Versuch ungültig war“, sagte Max nach dem ersten von vier Wurfcups in diesem Jahr, eine neu geschaffene Wettbewerbsserie des Leichtathletikverbandes Nordrhein. Nach dem Termin in Bonn stehen noch Events in Leichlingen, Rhede und Uerdingen an.

Videoanalyse vom Profi

Max Heimtrainer Paul Zinke wird demnächst wohl auch über diese Leistung mit einer Ikone des Speerwerfens sprechen: Uwe Hohn. Der Ausnahme-Leichtathlet aus der ehemaligen DDR warf den Speer im Jahr 1984 ganze 104 Meter weit. Weltrekord. Der erste dokumentierte Wurf über die 100-Meter-Marke ist ein Grund, weshalb die Speere so verändert wurden, dass sie nicht so weit fliegen und die Athleten auf der anderen Seite des Stadions gefährden.

Hohn schaut sich aus Australien Videomaterial von Max Fortschritten an und gibt Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge. Für Heimtrainer Zinke durchaus hilfreich: „Wir tauschen uns jeden Monat aus, seine Expertise hilft wirklich eine Menge.“ Auch Max zeigt sich begeistert: „Ich freue mich auf jeden Fall, Uwe mal kennenzulernen, wenn er wieder in Deutschland ist. Es ist aber generell super, wie viele Tipps er mir gibt, die dann auch Verbesserungen nach sich ziehen.“

Auch Max Familie war am vergangenen Wochenende im Pennenfeld vor Ort und unterstützte ihn. Seine Eltern sind sehr froh, dass der Filius sportlich so erfolgreich ist: „Wir finden das natürlich super, dass er durch den vielen Sport auch einen Ausgleich hat.“ Auch schulisch zeigt Max weiterhin sehr gute Leistungen und liefert somit keinerlei Argumente gegen die viele Zeit auf Sportplätzen. „Er ist wirklich diszipliniert, das kann man nicht anders sagen“, sagten sie. Auch auf die Ernährung wird bereits geachtet: „Wir versuchen, uns gesund und nahezu zuckerfrei zu ernähren. Dass bei Max dann auch mal eine Tüte Chips dabei ist, ist ja normal.“

Nächstes Ziel: deutsche Meisterschaft

Der talentierte Leichtathlet möchte sich im nächsten Jahr für die deutsche Meisterschaft der U16 qualifizieren. „Für die Teilnahme fehlen ihm noch zehn Meter, aber mit jungen Männern in seinem Alter passiert für gewöhnlich ja eine Menge, auch was die Kraft anbelangt“, erklärt die Landestrainerin Edith Tächl. Trainer Zinke sieht noch Verbesserungspotenzial bei der Kraftgenerierung aus der Hüfte, aber auch aus den Beinen: „Wir werden weiterhin verstärkt ins Beintraining einsteigen und die ein oder andere Kniebeuge machen.“

Max geht nicht nur drei- bis viermal die Woche zum Speerwurftraining, er spielt nebenbei noch zweimal die Woche Baseball und ist auch dort erfolgreich. Die Entscheidung, sich auf eine der beiden Sportarten zu fokussieren, ist keine leichte. Seinem Trainer ist dabei nur wichtig, dass „Max sich für die Sportart entscheidet, die ihm am meisten Spaß bereitet. Es bringt nichts, jemanden zu einer Sportart zu drängen, die ihm in näherer Zukunft nicht mehr so viel Spaß bereiten wird.“

Am Ende des Wurfcups stand Max als Erstplatzierter seiner Altersklasse auf dem Siegertreppchen und strahlte vor Freude. Für den Speerwerfer geht es in den Osterferien ins Trainingslager, um sich auf die Sommersaison vorzubereiten. Hoffentlich mit genug Freizeit für sonstige Dinge, die 13-Jährige eben so tun.

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