Läuferin aus Ahrweiler Majtie Kolberg im EM-Finale auf Platz fünf

Rom/Bonn · Majtie Kolberg hat bei der Leichtathletik-EM in Rom über 800 Meter starke Leistungen geboten. Mit dem Finaleinzug und der Olympiaqualifikation feierte die 24-Jährige die größten Erfolge ihrer Karriere.

 Majtie Kolberg war bei den Europameisterschaften im Olympiastadion von Rom so schnell wie noch nie in ihrer Karriere.

Majtie Kolberg war bei den Europameisterschaften im Olympiastadion von Rom so schnell wie noch nie in ihrer Karriere.

Foto: dpa/Michael Kappeler

Majtie Kolberg hat bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Rom Platz fünf über die 800 Meter belegt. Im Finale am Mittwochabend sortierte sich die 24-Jährige aus Ahrweiler in der ersten Runde an vierter Position ein, in der zweiten musste sie kämpfen. Auf der Zielgeraden waren die Medaillenränge nicht mehr in Reichweite. Ihre Zeit von 1:59,87 Minuten war aber ebenso erfreulich wie die Platzierung. Gold ging an die Britin Keely Hodgkinson (1;58,65), Silber an Gabriela Gajanova aus der Slowakei (1:58,79) und Bronze an die Französin Anais Bourgoin (1:59,30).

Kolberg hatte es erstmals überhaupt in ihrer Karriere bei einem internationalen Großereignis in ein Finale geschafft. Bei ihren ersten Europameisterschaften vor zwei Jahren im Münchner Olympiastadion war nach dem Halbfinale Schluss. Im vergangenen Jahr kam sie bei den Weltmeisterschaften in Budapest nicht über den Vorlauf hinaus.

Bei den Weltmeisterschaften 2022 in Eugene im US-Bundesstaat Oregon– das Event hatte wegen der coronabedingt verschobenen Sommerspiele von Tokio ein Jahr später als geplant stattgefunden – hatte sie die Vorschlussrunde zwar erreicht, aber den Finaleinzug verpasst.

Dass die 24-Jährige von der LG Kreis Ahrweiler in Rom nun im Lauf um die Medaillen dabei war, war für Kolberg ein Erfolg. Ohnehin läuft es für die Mittelstrecklerin vor den Augen ihrer Eltern in der italienischen Hauptstadt wie gemalt. Zum Auftakt gewann sie am Montag ihren Vorlauf in 2:00,23 Minuten.

Persönliche Bestzeit im Halbfinale

Nach dem Halbfinale am Dienstag saß sie dann erst einmal ungläubig, die Hände vor den Mund haltend und sichtlich erfreut auf der blauen Tartanbahn im Olympiastadion. Mit Platz drei hatte sie nicht nur die Finalteilnahme gesichert. Mit einer hervorragenden Zeit von 1:58,74 Minuten stellte sie zudem eine persönliche Bestleistung auf und knackte auch die Olympianorm. Die Nominierung für die Sommerspiele in Paris (26. Juli bis 11. August) dürfte damit nur noch Formsache sein.

„Damit ist ein ganz großer Knoten geplatzt“, sagte sie nach dem Halbfinale in der ARD. „Da habe ich ganz schön viele Ziele auf einmal erreicht.“

Bevor es nach Paris geht, stehen für die deutschen Leichtathleten noch die nationalen Titelkämpfe am 29. und 30. Juni in Braunschweig an. Für Kolberg ist der Druck, sich für Olympia qualifizieren zu müssen, nach den erfolgreichen Tagen bei den Europameisterschaften in Rom raus, sodass sie sich in Ruhe auf ihre ersten Olympischen Spiele vorbereiten kann.