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Badmintonspieler aus Bonn: Max Weißkirchen will bei EM in Kiew überraschen

Badmintonspieler aus Bonn : Max Weißkirchen will bei EM in Kiew überraschen

Nach einer hartnäckigen Corona-Infektion ist Max Weißkirchen inzwischen wieder topfit. Der Bonner Badmintonspieler bestreitet am Mittwoch sein Debüt bei der Individual-EM.

Mit viel Vorfreude ist Max Weißkirchen am vergangenen Freitag in den Flieger gestiegen. Das Reiseziel: Kiew. In der ukrainischen Hauptstadt werden ab diesem Dienstag die Individual-Europameisterschaften im Badminton ausgetragen. Für Weißkirchen, mit erst 24 Jahren schon dreimaliger deutscher Einzelmeister, sind es die ersten kontinentalen Titelkämpfe dieser Art. „Ich bin bereit und freue mich darauf, endlich mal wieder ein Turnier zu spielen“, sagt der Bonner. Am Mittwoch trifft er – nach einem Freilos in der ersten Runde – auf den Belgier Maxime Moreels.

In Kiew müssen sich Weißkirchen und alle weiteren Teilnehmer an ein dichtes Netz aus Hygieneregeln halten, die bei Turnieren schon zur Normalität geworden sind. Die Risiken sollen so gering wie möglich gehalten werden, komplett ausschließen lassen sich Infektionen dennoch nicht. Weißkirchen weiß das aus eigener Erfahrung. „Ich lag auf der Couch, hatte leicht erhöhte Temperatur und habe gemerkt, dass es mir nicht ganz so gut ging“, berichtet der Sportsoldat von einem Sonntag Mitte November. „Am nächsten Tag habe ich dann einen Corona-Test bei der Bundeswehr machen lassen.“ Das Ergebnis: positiv.

Der Ex-Spieler des Bundesligisten 1. BC Beuel weiß bis heute nicht, wo er sich infiziert hat. „Eine Woche vor meinem positiven Test bin ich bei einem Turnier getestet worden und war negativ. Auch meine Freundin und mein Mitbewohner waren nicht infiziert.“ In der Heim-Isolierung blieb Weißkirchen nichts anderes übrig als abzuwarten. „Vier Tage ging es mir nicht so gut, danach war aber eigentlich alles wieder normal“, erzählt er. Nach Ende der angeordneten Isolationszeit ließ sich Weißkirchen erneut testen. Das Ergebnis: noch immer positiv. Nach einer weiteren Woche ausschließlichen Heim-Aufenthalts folgte der nächste Test. Wieder positiv.

Nach Infektion auf Sporttauglichkeit getestet

Es dauerte einen Monat, bis die Dauerschleife nach dem ersten positiven Befund endlich ein Ende nahm. Die Folgen des langen Sport-Stopps spürte Weißkirchen dann bei der Rückkehr in die Halle. „Da habe ich gemerkt, dass es noch zu früh war“, erzählt er. Auch deshalb, weil es nach einer vor vier Jahren diagnostizierten Herzmuskelentzündung galt, die möglichen Auswirkungen der Infektion auf den Körper zu untersuchen. Belastungs- und Stress-EKG, Herz-MRT – „meine komplette Sporttauglichkeit wurde getestet“, sagt Weißkirchen. Das Ergebnis: positiv. In diesem Fall ein gutes Zeichen: „Zum Glück haben mir die Ärzte gesagt, dass ich wieder normal Sport machen kann.“

Nachdem zunächst Aufbautraining auf dem Plan stand, ist der Einzelspezialist inzwischen wieder voll belastbar. „Ich fühle mich besser als vor der Infektion“, sagt Weißkirchen, „habe in den vergangenen vier Wochen noch mal hart trainiert, viele Extraeinheiten gemacht und etwas Gewicht verloren.“ An die Covid-Erkrankung wird er dennoch jeden Tag erinnert: Der Geruchssinn, der damals nach einigen Tagen verschwand, ist bis heute nicht zurückgekehrt, und auch der Geschmackssinn ist nur schwach. „Das ist etwas nervig, aber es gibt Schlimmeres“, meint Weißkirchen.

In Runde drei wäre der Titelverteidiger nächster Gegner

Es wird ihn jedenfalls nicht davon abbringen, in Kiew anzugreifen und zu versuchen, die Favoriten zu ärgern. Nach einem Sieg gegen Moreels, der auf Platz 94 der Weltrangliste steht, träfe der Bonner (Rang 63) in der dritten Runde auf den topgesetzten Titelverteidiger Viktor Axelsen. Gegen den Dänen spielte er kürzlich erstmals bei der Team-EM und musste sich in zwei Sätzen geschlagen geben. „Da war ich aber noch nicht richtig fit“, betont Weißkirchen. Das hat sich inzwischen geändert.