Start der Mittelrheinliga Merten hofft auf 1000 Zuschauer beim Derby gegen den Bonner SC

MERTEN · Wer als Fußballfreund am Freitagabend in Merten auf dem Holzweg ist, hat entgegen der Redensart alles richtig gemacht. Der Holzweg führt in Merten von der Bonn-Brühler Straße zur Kreuzung Schottgasse. Von dort geht es direkt zum Sport- und Parkplatz, der zusätzlichen Raum für 500 Pkw bietet.

Die Partie der beiden Aufsteiger SSV Merten gegen den Bonner SC (19.30 Uhr, Rüttersweg) zum Saisonauftakt in der Fußball-Mittelrheinliga lockt die Massen. Rund 1000 Zuschauer könnten es werden.

Auch der Verband lässt sich nicht lumpen, ehrt ab 18.30 Uhr die besten zehn Teams der Fair-Play-Wertung. Als Sieger dieses Wettbewerbs hatte sich Merten zum Auftakt den BSC wünschen dürfen. Für die beiden Trainer sind dies wohl Randerscheinungen. Denn Frank Pleimes für Merten und Dalibor Karnay für den BSC dürften sich dann schon im sprichwörtlichen Tunnel befinden, fokussiert auf das mit Spannung erwartete Derby.

Was wissen und was halten Sie von Ihrem Kollegen?

Dalibor Karnay: Frank Pleimes ist schon ewig in Merten. Er hat in den letzten Jahren ein starkes Team geformt, das in der abgelaufenen Saison bis fast zum Ende die Landesliga dominiert hat. So etwas funktioniert nur, wenn man selbst eine positive Ausstrahlung hat und in der Mannschaft und deren Umfeld zu 100 Prozent akzeptiert wird.

Frank Pleimes: Persönlich kenne ich Dalibor Karnay kaum. In den letzten Jahren hatte ich meist nur mit den Trainern des BSC zu tun. Karnay blickt auf eine erfolgreiche Vita als Spieler zurück, war Publikumsliebling in Bonn. Das verspricht fußballerische Kompetenz. Ich traue ihm eine erfolgreiche Trainerkarriere zu.

Konnten Sie bereits Stärken und Schwächen bei Ihrem ersten Gegner ausmachen?

Karnay: Die Mertener Mannschaft ist in großen Teilen schon lange zusammen. In dieser Hinsicht sind wir noch nicht so weit. Ich erwarte ein kompaktes Team, das nur schwer zu knacken sein wird. Ich kann keinen überragenden Einzelkönner ausmachen, aber die Geschlossenheit wiegt das sicherlich auf.

Pleimes: Ich habe den BSC beim 3:2-Pokalsieg in Wachtberg beobachtet. Die Mannschaft ist gegenüber der letzten Saison stark verändert, hat aber individuelle Klasse. Spieler wie Ricardo Retterath, Andreas Dick oder der zurückgekehrte Florian Mager haben alle schon höherklassig gespielt. Vielleicht fehlt noch das Zusammenspiel, aber das wird im Laufe der Saison kommen.

Wo erwarten Sie den heutigen Gegner am Ende der Saison?

Karnay: Auf jeden Fall hinter uns. Aber ich glaube nicht, dass Merten in Abstiegsgefahr gerät. Heute fehlen uns einige Spieler, so dass die Partie relativ offen sein wird. Dass Stürmer Fabio Dias nicht spielen kann, ist sehr schade.

Pleimes: Der BSC wird in der Tabelle weit vor uns landen. Ich erwarte die Mannschaft unter den Top 5. Wir dagegen müssen vier Mannschaften hinter uns lassen. Heute sind wir Außenseiter, haben nichts zu verlieren. Leider müssen wir ohne die verletzten Delord Unzola, Michael Knopp und David Strack auskommen.