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Handball-Regionalliga: Nicht an den Tabellenstand denken

Handball-Regionalliga : Nicht an den Tabellenstand denken

TV Rheinbach M 1883 erwartet am Samstag im Derby die HSG Siebengebirge. TSV spielt in Aldekerk.

Im Bonn-Sieg-Derby erwarten die abstiegsbedrohten Regionalliga-Handballer des TV Rheinbach M 1883 die HSG Siebengebirge – eine offene Partie trotz des Heimrechts der Rheinbacher, denn die Siebengebirgler sind nach ihren teilweise aufsehenerregenden Ergebnissen die Überraschungsmannschaft der Liga. Tabellenführer TSV Bonn rrh. steht vor einer schweren Auswärtsaufgabe beim TV Aldekerk, der nach einer Niederlagenserie wieder in die Erfolgsspur gefunden hat.

TV Rheinbach M 1883 - HSG Siebengebirge (Samstag, 19 Uhr, Gymnasium Berliner Straße): Während die Siebengebirgler entspannt aufspielen können, stehen die Rheinbacher massiv unter Druck. Nach acht Niederlagen in Folge, bedingt durch ein unfassbares Verletzungspech, schwebt der RTV als Tabellenzwölfter einen Punkt vor dem ersten sicheren Abstiegsplatz in akuter Gefahr. Sollte der VfL Gummersbach tatsächlich seine dritte Mannschaft aus der 3. Liga zurückziehen, erhöht sich die Zahl der Absteiger in der Regionalliga auf vier – damit wäre der zwölfte Rang ebenfalls ein Abstiegsplatz.

Solche Sorgen kennen die Siebengebirgler nicht, die als Neuling eine tolle Saison gespielt haben. So kann die junge Truppe von Trainer Sebastian Hoffmann, der trotz des Erfolges aus familiären Gründen nach der Saison das Traineramt abgeben wird, völlig unbeschwert aufspielen. Nach vielen packenden Duellen in der Oberliga Mittelrhein, in der meist die HSG das Feld als Sieger verließ, ist die Begegnung am Samstag erst die zweite in der Regionalliga. Das Hinspiel gewann die HSG souverän mit 28:20, obwohl der RTV damals in Bestbesetzung aufgelaufen war.

„Ich habe den Spielern gesagt, dass wir nicht an den Tabellenstand denken sollen, sondern die Pflicht haben, besser als im Hinspiel aufzutreten. In der Defensive müssen wir kompakt stehen, durch ein entsprechendes Rückzugsverhalten das schnelle Umschaltspiel der Siebengebirgler unterbinden und sie in ein gebundenes Spiel zwingen. Im Angriff dürfen wir uns nicht wieder einen Durchhänger wie im Hinspiel leisten“, hat RTV-Trainer Dietmar Schwolow klare Vorgaben an sein Team.

Schwolow muss auf Florian Genn (Fußbruch) verzichten. Hinter dem Einsatz von Christian Dobbelstein steht ein Fragzeichen. Hart treffen würde die Rheinbacher der mögliche Ausfall des an der Wade lädierten René Lönenbach.

HSG-Trainer Sebastian Hoffmann musste am letzten Wochenende bei der unerwarteten 23:27-Heimniederlage gegen den TV Jahn Köln-Wahn gleich auf eine halbe Mannschaft verzichten. Weiterhin sind wegen Verletzungen Bjarne Steinhaus und Felix Heldmann nicht dabei, fraglich ist noch Malte Mondry. Wieder einsatzfähig sind Torwart Timo Adeyemi sowie mit Bastian Willcke und Fabian Zächerl zwei der erfolgreichsten Torschützen. „Für uns sind die beiden nächsten Spiele gegen Rheinbach und Weiden wichtig, denn wenn wir vier Punkte gewinnen, haben wir keine Sorgen mehr“, sagt Hoffmann. „Allerdings ist das Spiel in Rheinbach eine schwere Aufgabe. Sicher wäre Lönenbachs Ausfall ein herber Verlust für die Rheinbacher, doch mit Oliver Dasburg und Florian Feindt verfügen sie immer noch über hohe Qualität im Rückraum. Ich denke, dass wie im Hinspiel unsere breiter besetzte Bank ein Vorteil ist“, meint der HSG-Coach.

TV Aldekerk - TSV Bonn rrh. (Samstag, 19.30 Uhr): Nach dem Schaulaufen gegen die schwache Zweitvertretung des Bergischen Handball Clubs wartet auf die TSV mit dem TV Aldekerk am Samstag eine echte Prüfung. Zwar spielt der TVA bisher für seine Ansprüche eine enttäuschende Saison, doch nach zwei Siegen in Folge scheinen die Aldekerker wieder an bessere Zeiten anzuknüpfen.

Nach ihrem zweiten Platz in der Vorsaison wurden die Aldekerker in dieser Spielzeit als heißer Kandidat auf die Meisterschaft gehandelt. Doch von Beginn lief es nicht rund, setzte es unerwartete Niederlagen. So verlor der TVA das Hinspiel an der Ringstraße nach einer desolaten Vorstellung mit 17:35, wobei die Beueler die wohl beste erste Halbzeit der Saison zeigten. Ins neue Jahr starteten die Aldekerker mit einer Negativserie von fünf Niederlagen in Folge und dem Absturz auf den neunten Platz. Auch nach zwei Siegen in Folge gegen abstiegsgefährdete Mannschaften blieb der TVA auf diesem Tabellenrang sitzen.

Dabei wurde die Mannschaft vor der Saison mit den Rückraumspielern Benedikt Liedtke und Tobias Reich sowie Rechtsaußen Thomas Plhak verstärkt. Die beiden Linkshänder Plhak (73) Rückraumspieler Thomas Jentjens (76 Tore) bilden eine eminent torgefährliche rechte Angriffsseite. Weitere Leistungsträger sind im linken Rückraum Can Pierre Greven (69 Tore) und vor allen Dingen Jonas Mumme, der mit 77 Toren treffsicherster Kreisspieler der Liga ist.

„Aldekerk hat keine Abstiegssorgen mehr, kann unbeschwert aufspielen. Außerdem werden die Gastgeber nach der klaren Niederlage im Hinspiel auf Revanche aus sein. Wir müssen uns auf einen hochmotivierten Gegner einstellen“, erwartet TSV-Trainer David Röhrig einen schweren Gang. Röhrig, der zuletzt wegen seines Engagements beim Deutschen Handballbund fehlte, ist wieder dabei. Ihm steht unverändert der Kader des letzten Spiels zur Verfügung. Weiterhin fehlen also der verletzte Thomas Onnebrink und der im Ausland weilende Franz Krohn.