Olympia-Bewerbung von NRW Der zweite Anlauf

Düsseldorf · NRW geht beim DOSB als Kandidat für eine Olympia-Bewerbung ins Rennen. Der Vorteil: Die meisten Sportstätten existieren bereits, darunter der Telekom Dome und das Baseballstadion in der Rheinaue.

Die berühmtesten Ringe des Sports. Finden irgendwann auch olympische Wettbewerbe in Bonn statt?

Die berühmtesten Ringe des Sports. Finden irgendwann auch olympische Wettbewerbe in Bonn statt?

Foto: dpa/Hiro Komae

Olympische Spiele in NRW, in der Region Rhein-Ruhr – das ist schon seit vielen Jahren Traum und Ziel einer Initiative um Sportfunktionär Michael Mronz. Dieser ist inzwischen IOC-Mitglied. Die Idee wird inzwischen aber von vielen Seiten stark vorangetrieben. 2021 noch hatte Rhein-Ruhr-City einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ging damals auf die Idee nicht ein.

Die Sommerspiele 2032 wurden an Australien vergeben, bevor Deutschland überhaupt über eine Bewerbung entschieden hatte. Doch inzwischen haben sich Protagonisten und Haltung beim DOSB geändert. Der Verband zieht eine Olympia-Bewerbung für 2036 oder 2040 in Betracht. In einem Auswahlverfahren will der DOSB prüfen, mit welcher Region oder Stadt sich Deutschland um Olympische und Paralympische Spiele bewerben könnte.

Auch der Rückhalt für eine Bewerbung in der Gesellschaft wird geprüft. Die ist für den DOSB nach den gescheiterten Bewerbungen von Hamburg und München in Bürgerentscheiden essenziell.

Seite einigen Wochen klopft der Sportverband in Dialog-Veranstaltungen die Stimmung im Land ab.

Nordrhein-Westfalen hat immer wieder sein Interesse an Olympia betont. Am Dienstag, 28. November, hat Nordrhein-Westfalen nun das „Memorandum of Understanding“ des Deutschen Olympischen Sportbundes unterzeichnet. Damit erklärt das Land offiziell seine Bereitschaft, sich als Kandidat für das Auswahlverfahren des DOSB zur Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele in Deutschland zu bewerben.

Weitere Interessenten in Deutschland

Auch Berlin, Hamburg, München (mit Bayern) und Leipzig (mit Sachsen) haben ihr Interesse bekundet. Der DOSB will mit mindestens zwei und maximal vier Orten in ein Bewerbungsverfahren um die Sommerspiele gehen. Am kommenden Samstag sollen die Richtlinien für eine Bewerbung genau definiert werden.

Die Absichtserklärung des Landes NRW wurde von Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt in Nordrhein-Westfalen, und Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller für die Landeshauptstadt unterschrieben, heißt es in einer Mitteilung der Initiative Rhein-Ruhr-City.

15 Kommunen, darunter auch Bonn mit dem Telekom Dome und dem Baseball-Stadion in der Rheinaue, sind an der Initiative beteiligt. Ihr immer wieder angeführtes Argument für Olympische Spiele in der Region: Mehr als 95 Prozent der benötigten Sportstätten seien bereits vorhanden. Das ist nicht nur ein Kriterium des DOSB, sondern auch des Internationalen Olympischen Komitees. Große Neubauten nur für Olympia sollen vermieden werden.

Mronz lässt Tätigkeit für Initiative ruhen

Und auch die geografische Lage sowie die Verkehrsinfrastruktur führt NRW als Pluspunkt an. „Nordrhein-Westfalen kann dem DOSB ein Angebot unterbreiten, das zu 100 Prozent ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig ist. Im Herzen von Europa gelegen bringen wir mit Rhein-Ruhr-City die Spiele zu den Menschen und werden damit den Anforderungen ökologisch nachhaltiger Transportmöglichkeiten gerecht“, erklärte Milz. „Ich freue mich darauf, den bisherigen vertrauensvollen und konstruktiven Austausch mit dem DOSB und der Landeshauptstadt für Nordrhein-Westfalen fortzuführen“, sagte Milz in der Mitteilung weiter.

Zudem teilte Rhein-Ruhr-City am Dienstag mit, dass Michael Mronz durch seine neue Funktion als IOC-Mitglied und DOSB-Präsidiumsmitglied seine Tätigkeiten als Initiator des Dekadenprojektes Rhein-Ruhr-City ruhen lassen wird.

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