Baseball-Bundesliga Bonn Capitals ziehen ins Halbfinale ein

Bonn · Der amtierende deutsche Baseballmeister Bonn Capitals bleibt auf Kurs Richtung Titelverteidigung. Gegen die Haar Disciples aus München gewannen die Bonner die Playoff-Serie mit drei Siegen.

 Wilson Lee klatscht mit seinen Mitspielern ab nach seinem Homerun zur 6:4 Führung.

Wilson Lee klatscht mit seinen Mitspielern ab nach seinem Homerun zur 6:4 Führung.

Foto: Thomas Schönenborn

Der amtierende deutsche Baseballmeister Bonn Capitals bleibt auf Kurs Richtung Titelverteidigung. Nach der Siegteilung am vergangenen Wochenende zum Auftakt der Viertelfinal-Playoffserie gegen die Haar Disciples aus München gewann das Team von Spielertrainer Wilson Lee die Spiele drei und vier in Haar bei München mit 9:2 und 8:5 und fuhr damit die drei Siege in der Best-of-Five-Serie ein, die zum Einzug ins Halbfinale nötig sind.

Damit kommt es bereits in der Runde der letzten Vier zur Wiederauflage des letztjährigen Finales gegen die Paderborn Untouchables. Die Ostwestfalen hatten sich im Viertelfinale mit 3:1-Siegen gegen Mainz durchgesetzt.

Vor den Spielen in München gingen alle Beteiligten davon aus, dass Spiel drei von besonderer Bedeutung sei. Denn mit einem Sieg im vierten Duell mit Pitcher Toru Murata durften die Bonner rechnen. Der Coaching Staff der Capitals hatte sich für Spiel drei etwas überlegt und Routinier Christian Tomsich als Starting Pitcher auf den Wurfhügel gestellt – ein Schachzug, der sich auszahlen sollte. Der Linkshänder brachte seine ganze Erfahrung ins Spiel und hielt die Disciples in den entscheidenden Spielszenen in Schach.

Auch wenn es vom Spielverlauf her zwischendurch eng wurde, blieb Tomsich ruhig. Auch die Bonner Offensive spielte mit und sorgte gleich im ersten Inning für das 1:0 durch Lee. Nach dem schnellen Ausgleich der Gastgeber legten die Gäste nach. Zwei Runs im zweiten und zwei im vierten Inning führten zu einem beruhigenden 5:1-Vorsprung. Wesentlichen Anteil daran hatten Eric Brenk und Terrell Joyce der einen Two-Run-Homerun schlug. Haar verkürzte zwar noch einmal auf 2:5, doch dann kehrte Ruhe in beide Offensivreihen ein. Titus von Kapff löste bei den Capitals Tomsich am Ende des sechsten Innings ab.

Auch der Neuzugang hielt die Disciples an der kurzen Leine. Auf der anderen Seite musste sich der Ex-Bonner Nick Miceli auf dem Wurfhügel der Münchner der an diesem Nachmittag starken Bonner Offensive trotz guter Leistung beugen. Den Sieg endgültig klar machten die Capitals im letzten Inning, wo sie noch mal vier Runs zum 9:2-Endstand nachlegten. Brenk, an diesem Tag wieder einmal bester Bonner Offensivmann, warf den Sieg auf dem Mound nach Hause. Auch Danny Lankhorst wusste mit zwei Hits und drei Runs zu überzeugen.

In Spiel vier der Serie ging Haar zunächst im ersten Inning mit 1:0 in Führung. Doch Bonn antwortete prompt zum 3:1-Zwischenstand. Im Anschluss konnte sich kein Team entscheidend absetzen, zumal eine 45-minütige Regenpause den Spielfluss unterbrach.

Die Pitcher auf beiden Seiten, Toru Murata für die Capitals und Daniel Wolf, machten jeweils ein gutes Spiel. Dabei agierte Murata nicht so souverän wie in den letzten Spielen. Der Japaner ließ zahlreiche Hits zu, welche die Disciples immer wieder auf Punkte hoffen ließen. Doch die Gäste hielten stand – bis zum sechsten Inning.

Zunächst kam Haar auf 2:3 he-
ran. Dann war es ausgerechnet Nick Miceli, der mit einem Two-Run-Homerun das Ergebnis zum 4:3 zugunsten von Haar drehte. Aber erneut hatten die Gäste die passende Antwort. Diesmal schlug Lee den Ball zur erneuten Führung über den Zaun. Sein Three-Run-Homerun brachte die Gäste mit 6:4 nach vorne.

Aber es blieb spannend. Haar verkürzte postwendend auf 5:6. Danach sorgten Daniel Sanchez und Anthony Rodriguez Klinzing im achten Inning für die 8:5-Gästeführung. Ein Vorsprung, den erneut Brenk ab dem siebten Inning auf dem Bonner Wurfhügel erfolgreich verteidigte. „Das war heute eine absolute Teamleistung. Und die war der Schlüssel zum Erfolg“, sagte Bonns Sportdirektor Florian Nehring. „Alle haben sich reingehängt, um ein fünftes Spiel zu vermeiden.“

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