Aufstieg, Verbleib oder Abstieg Saisonendspurt in den Amateurligen

Bonn · Nicht nur in der Bundesliga, auch in den Amateurligen neigt sich die Saison dem Ende zu. Auf den Fußballplätzen in Bonn und der Region wird es im Endspurt noch einmal spannend.

Armando Rexhepaj (l.) vom Bonner SC in Aktion.

Armando Rexhepaj (l.) vom Bonner SC in Aktion.

Foto: Boris Hempel

Die Fußballsaison neigt sich nicht nur in der Fußball-Bundesliga dem Ende entgegen. Auch im Amateurfußball geht die Spielzeit auf die Zielgerade. Erste Entscheidungen über Auf- und Abstieg sind bereits gefallen. Bei Spieltagen ohne sportliche Relevanz droht deshalb in dieser Saisonphase häufig die große Langeweile. Der GA hat eine Übersicht zusammengestellt, auf welchen Plätzen es in Bonn und der Region in den nächsten Wochen noch um sehr viel geht.

■ Mittelrheinliga: Der Bonner SC hat sich zwar mit dem 1:0-Erfolg am vergangenen Freitag gegen Bergisch Gladbach die Aufstiegshoffnungen bewahrt, jedoch werden auch Optimisten zugeben, dass die Chancen für das Team von Sascha Glatzel eher schlecht stehen. Die Hypothek von sieben Punkten Rückstand bei noch vier ausstehenden Partien auf den zuletzt so stabilen Ligaprimus Eintracht Hohkeppel erscheint zu hoch.

Hennef und Siegburg befinden sich im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg wird voraussichtlich in Endenich gespielt werden. Durch den Rückzug vom BC Glesch-Paffendorf und der angekündigten Abmeldung von Borussia Freialdenhoven wird in dieser Saison nur ein Absteiger sportlich ermittelt. Das verbessert die Situation für den FVE zwar enorm, befreit aber nicht von allen Sorgen, denn mit Germania Teveren sitzt der direkte Verfolger mit nur einem Punkt Abstand direkt im Nacken.

Landesliga: In der Landesliga Staffel eins mischt mit dem SSV Merten ein Bonner Verein ganz oben um den Aufstieg mit. Allerdings ist das Team von Coach Bünyamin Kilic nach einigen Rückschlägen nun auf Ausrutscher vom FC Pesch angewiesen. Merten ist zwar Tabellenführer, hat jedoch bei einem Punkt mehr auf dem Konto auch schon ein Spiel mehr als die Kölner Konkurrenten absolviert. Ein direktes Duell im Saisonendspurt gibt es nicht.

Im Tabellenkeller wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der FC Blau-Weiß Friesdorf den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten müssen. Bei noch fünf ausstehenden Partien und 15 Punkten Rückstand auf das rettende Ufer ist der Abstieg nur noch rein rechnerisch zu verhindern. Den zweiten Abstiegsplatz werden wahrscheinlich TuS Mondorf, 1.FC Spich, SV Schlebusch und Fortuna Bonn unter sich ausmachen. Hierbei hat Mondorf mit aktuell 20 Zählern die schlechtesten und Fortuna Bonn mit 24 Punkten und einem Spiel weniger die besten Karten. Allerdings muss Fortuna dafür wieder in die Spur finden. Zuletzt gab es fünf Spiele ohne Sieg für das Team von Idris Dogan.

Bezirksliga: In der Bezirksliga Staffel zwei wird der Endspurt im Tabellenkeller wahrscheinlich spannender als an der Spitze. Tabellenführer FV Bad Honnef hat sich in den letzten Wochen mit konstanten Leistungen von der ärgsten Konkurrenz abgesetzt. Mit sieben Punkten Vorsprung bei noch fünf zu spielenden Partien scheint alles für die direkte Rückkehr des Teams von Benjamin Krayer in die Landesliga zu sprechen. Die Verfolger SV Vorgebirge und SV Wachtberg – im Winter noch auf Augenhöhe – werden nun auf Ausrutscher der Honnefer hoffen müssen.

Im Tabellenkeller wird es bis zum Ende spannend bleiben. Während mit Bröltal bereits ein Absteiger feststeht und der SV Leuscheid aller Wahrscheinlichkeit folgen wird, müssen noch vier Teams darum bangen, nicht auf den dritten Abstiegsrang zu rutschen. MSV Bonn, der SV Beuel und VFR Hangelar stehen allesamt bei 27 Zählern. Der SV Bergheim hat mit 28 nur einen Punkt mehr auf der Habenseite. Das Momentum spricht aktuell für den MSV Bonn. Dem Team von Serhat Dogan gelang am Wochenende ein überzeugender 3:0-Erfolg bei Aufstiegsaspirant Wachtberg. Mehrere direkte Duelle zwischen den vier Teams versprechen einen spannenden Abstiegskampf in den nächsten Wochen.

Kreisliga A Bonn: Die Bonner Kreisliga ist in diesem Jahr so spannend wie lange nicht. Die Hälfte der Liga muss sich auch fünf Spieltage vor Schluss noch Abstiegssorgen machen. Nur drei Punkte trennen BW Oedekoven auf dem achten Tabellenplatz vom Oberkasseler FV auf dem 15. und damit vorletzten Tabellenplatz. Lediglich Salia Sechtem kann mit zehn Punkten Abstand bereits für die Kreisliga B planen. Besonders die Entwicklung in Oberkassel wird den Verantwortlichen große Sorgen bereiten. Nach einem Trainerwechsel von Jörg Amthor auf Stefan Heindrichs zu Beginn des Kalenderjahres, gewann der OFV kein einziges Spiel mehr. Aus den vergangenen acht Spielen sprangen gerade einmal zwei von möglichen 28 Punkten heraus. Dies führte zu einem Abrutschen in der Tabelle auf den fünfzehnten Platz.

Den Aufstieg werden vermutlich Rot-Weiß Merl und der SC Volmershoven-Heidgen unter sich ausmachen. Dem Tabellenzweiten aus Merl ist es am vergangenen Wochenende gelungen, eine Vorentscheidung in der Meisterschaft zu vertragen. Das Team von Rida Boutziri gewann zu Hause im Topspiel gegen den Tabellenführer mit 4:0. Damit verkürzte Merl den Abstand auf Volmershoven auf einen Zähler. Das Überraschungsteam der Saison, die Zweitvertretung des SC Fortuna Bonn, hat mit vier Punkten Rückstand noch Außenseiterchancen.

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