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So können Marathonläufe trotz Corona stattfinden

Marathonveranstaltungen in der Region : So können Marathonläufe trotz Corona stattfinden

Immer mehr Marathonveranstaltungen werden abgesagt. Ob der Bonner Lauf im Oktober stattfinden kann, ist unklar. DLV und German Road Races arbeiten an einem alternativen Konzept.

„Abgesagt“ – fast hinter jedem Termin im Kalender der German Road Races (GRR) steht das Wort in Großbuchstaben. Von Woche zu Woche müssen Profiläufer und Hobbyathleten mehr und mehr Marathonveranstaltungen aus ihrer Saisonplanung streichen. Seit Mittwoch steht auch hinter dem Traditionslauf Berlin-Marathon der Vermerk.

Damit bleibt eine der schnellsten Marathonstrecken der Welt in diesem Jahr leer. Kein neuer Weltrekordversuch von Eliud Kipchoge, der 2018 in der Hauptstadt die aktuelle Bestmarke von 2:01:39 Stunden aufgestellt hatte. Keine 40 000 Läufer, die stolz die Ziellinie überqueren. „So sehr wir uns bemühen, es ist derzeit nicht möglich, den BMW Berlin-Marathon mit seinem gewohnt berlinerischen Charme zu veranstalten“, teilten die Organisatoren mit. Zunächst sollte für die Läufe am 26. und 27. September ein Ersatztermin gefunden werden – aber „nach reichlicher Prüfung und diversen Gesprächen, auch mit den Behörden“ sei auch eine Verschiebung auf einen späteren Termin nicht möglich.

Die Absage hängt mit der Erklärung der Bundesregierung aus der vergangenen Woche zusammen, die das Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober verlängert hat. Bislang galt der 31. August als Stichtag. Damit fallen auch der Generali Köln Marathon (4. Oktober) und der Deutsche Post Marathon in Bonn (18. Oktober) unter die neue Vorgabe. „Die Gesundheit aller Beteiligten hat in unseren Überlegungen stets oberste Priorität.

Derzeit stehen noch einige Gespräche aus, wonach wir dann entscheiden und die Teilnehmer entsprechend informieren werden“, sagte Kai Meesters von MMP Event, die den Bonn-Marathon veranstalten. Die Organisatoren hatten das größte Sportevent in der Bundesstadt wegen der Corona-Pandemie bereits vom 26. April in den Herbst verlegt. Auch in Köln ist noch nicht über eine Absage entschieden: „Aber auf der anderen Seite sind wir der Überzeugung, dass eine Laufveranstaltung durchaus mit entsprechenden Maßnahmen umsetzbar ist.

Die Veranstaltung würde zwar ein ganz anderes Gesicht haben als bisher, aber sie könnte ein Weg zurück in die Normalität sein, ein Ziel und Motivation für die Menschen, die jetzt gerade alle laufen gehen – und das sind deutlich mehr als sonst“, schrieb der Veranstalter des Kölner Laufevents kurz nach Bekanntwerden der neuen Corona-Vorgaben auf seiner Internetseite.

Aber es gibt auch Hoffnung für den Laufkalender. Gemeinsam mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) arbeitet German Road Races an Alternativkonzepten für Lauf- und Leichtathletikwettkämpfe im Stadion und auf der Straße. Denn: Die Bundesregierung hat sich Ausnahmen vorbehalten – sofern Ausrichter ein stimmiges Sicherheits- und Hygienekonzept vorlegen.

DLV und GRR schlagen unter anderem einen Zonenplan für das gesamte Renngelände vor, festgelegte Laufwege zum Start- und Zielbereich sowie mehrere Startwellen mit kleinen Gruppen, um das Teilnehmerfeld zu entzerren. Zudem soll auf Umkleide- und Duschmöglichkeiten sowie physiotherapeutische Behandlungen verzichtet werden.

„Sicherlich wird das Konzept für die Veranstalter von großen Marathon-Events mit vielen Tausenden Zuschauern wenig zielführend sein. Für die Vielzahl der Breitensport- und Volkslaufveranstaltungen, die weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, dürfte mit dem Konzept aber der Knoten geplatzt und deren Durchführung damit auch möglich sein“, erklärte GRR-Vorstandsmitglied Michael Brinkmann.

Hamburg wagt sich mit einer solchen Alternativplanung auf die Strecke. Der Marathon soll am 13. September stattfinden – mit Abstrichen: Keine Staffeln, kein Massenstart, keine Zuschauertribünen. Stattdessen Mindestabstand und Startwellen, die auf mehr als zwei Stunden gestreckt werden. 40 Seiten umfasst das Sicherheitspapier, das das Laufspektakel trotz Corona möglich machen soll.