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Wegzug der Anti Doping Agentur aus Bonn abgewendet

Wegzug der Anti Doping Agentur aus Bonn abgewendet

Ein möglicher Wegzug der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) aus Bonn scheint abgewendet zu sein. Nach Gesprächen mit der Stadtverwaltung, die sich über anderthalb Jahre hingezogen hatten, gab es am Mittwoch ein Spitzentreffen zwischen dem NADA-Vorstand, Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Vertretern des Bundesinnenministeriums.

Mit positivem Ausgang: "Nach langen Verhandlungen hat das konstruktive Gespräch nach unserem Gefühl nun einen Durchbruch gebracht", erklärte NADA-Vorstand Lars Mortsiefer am Abend.

Hintergrund sind Platznöte der Dopingjäger: Die Büros in der Heussallee 38 bieten der auf 28 Mitarbeiter gewachsenen Agentur nicht mehr genügend Raum. Weil die Suche nach einer städtischen Ersatz-Immobilie erfolglos war, verhandelt die NADA jetzt mit einem privaten Vermieter in Bonn, wie Agentursprecher Berthold Mertes berichtet.

Sie will ihre finanzielle Situation durch den im Lauf des Jahres geplanten Umzug aber nicht verschlechtern. Am bisherigen Dienstsitz, der im Stadteigentum ist, zahlt die NADA neben Betriebskosten nur für einen Anbau Miete und nutzt den Rest des Hauses mietfrei. Nun geht es darum, ob Bonn einen Zuschuss für den neuen, größeren Standort beisteuert. Bei Büroflächen für 28 Mitarbeiter dürfte es sich um einen hohen fünfstelligen Betrag handeln.

Dazu scheint Nimptsch grundsätzlich bereit zu sein. "Die Stadt Bonn hat ihr Bekenntnis zur NADA erneuert und uns signalisiert, dass wir mit einem Entgegenkommen rechnen dürfen", sagte NADA-Sprecher Mertes gestern. Auch Stadtsprecherin Monika Hörig bestätigte den konstruktiven Verlauf des Treffens. Es seien "keine substanziellen Fragen mehr offen". Die Stadt habe in den vergangenen Monaten in Absprache mit der NADA verschiedene eigene Liegenschaften geprüft, ohne fündig zu werden.

Das Spitzengespräch am Mittwoch kam auf Initiative des Bundesinnenministeriums zustande, das die NADA massiv unterstützt. Es diente der Vorbereitung eines Runden Tisches zur Finanzierung der Agentur, zu dem Innenminister Hans-Peter Friedrich auch Vertreter der Wirtschaft am 28. Februar nach Berlin eingeladen hat. Die Wirtschaft, hatte der Minister vor Monaten kritisiert, gebe bislang zu wenig Geld für die Arbeit der Agentur.