Zweitschnellster Sprinter kommt aus Ahrweiler

Finale im Berliner Olympiastadion ist für den 1998 geborenen Lennart Kolberg ein unvergessliches Erlebnis

Zweitschnellster Sprinter kommt aus Ahrweiler
Foto: Privat

Ahrweiler. Lennart Kolberg ist der zweitschnellste 50-Meter-Sprinter des Jahrgangs 1998 in Deutschland.

63 000 Zuschauer beim ISTAF im Berliner Olympiastadion bildeten den imposanten Rahmen des Finales eines von der Deutschen Talentförderung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) bundesweit durchgeführten Sichtungswettbewerbs.

Der Elfjährige vom TuS Ahrweiler lief die 50 Meter auf der berühmten blauen Tartanbahn in 7,55 Sekunden. Damit belegte er hinter Alessandro de Ritis (Wittlicher TV, 7,37) den zweiten Platz in seiner Altersklasse.

"Deutschland sucht den Supersprinter" nennen die Deutsche Talentförderung und der DLV ihren Talentwettbewerb für Nachwuchssprinter, bei dem seit 2004 jährlich die schnellsten Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 13 Jahren ermittelt werden.

Auch wenn der Titel in Zeiten der inflationären Suche nach dem "Super"-Allerlei der Aktion mittlerweile wohl eher schadet als nützt, bleibt der Wettbewerb an sich eine ebenso lobenswerte wie sportlich ernst zu nehmende Form der Talentsichtung.

Bei bundesweit insgesamt zehn Qualifikations-Wettbewerben hatten sich die neun Besten jeder Altersklasse für das Finale in Berlin qualifiziert. Mit Lennart Kolberg, der sich vor knapp drei Wochen in Mayen das Finalticket gesichert hatte, hatte es erstmals ein Nachwuchsathlet aus dem Kreis Ahrweiler zum ISTAF geschafft.

Dort bildete das Finale traditionell das Vorprogramm für den 100-Meter-Sprint der Weltstars. In Mayen mussten auf einer eigens installierten Kunstofflaufbahn 30 Meter gelaufen werden. Mit 3,76 Sekunden wurde Lennart Kolberg in seiner Altersklasse nur noch vom aktuellen "Supersprinter" Alessandro de Ritis geschlagen, der noch einmal um zwei Hundertstel schneller gewesen war.

Dass der Elfjährige über außergewöhnlichen Sprintfähigkeiten verfügt, war bereits den Trainern der Trikids beim TuS Ahrweiler aufgefallen, in deren Reihen Lennart Kolberg seit vier Jahren erfolgreich Triathlon betreibt. Im vergangenen Jahr ersprintete sich der Grafschafter eine Top-Platzierung in der Rheinland-Bestenliste.

"Schon vor dem Start hatte ich Gänsehaut pur", räumte Lennart Kolberg angesichts der imposanten Kulisse im Berliner Olympiastadion ein. Aber auch die Meeting-Verantwortlichen hatten ihren Teil dazu beigetragen. So wurden sämtliche Finalisten via Großleinwand vom Stadionsprecher namentlich vorgestellt.

Das Finale im Olympiastadion bezeichnet der Rheinland-Pfalzmeister im Triathlon als seinen bislang größten und schönsten Erfolg. Und als Zugabe durften die jungen Läufer den Weltklasse-Sprintern Daniel Bailey & Co. so nahe kommen wie nur wenige der 63 000 Besucher im Stadion.

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