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Zwischen Jubeln und Jammern

Zwischen Jubeln und Jammern

Die beiden Seiten des Jugend-Leistungssports: Fußballer bei der U 14 des Bonner SC. Es ist Sonntag, 14:55 Uhr. Der Abpfiff ertönt. Es ist offiziell. Wir sind Fußballpokalsieger im Kreis Bonn. Wir brechen in Jubel aus, schreien, hüpfen und lassen einfach alles heraus, was sich in den letzten Wochen angestaut hat. Artikel eines Schülers der Otto-Kuehne-Schule, Klasse 8a.

Der Torschütze wird euphorisch beglückwünscht und unter einem Berg von Teamkollegen fast erdrückt. Unser Kapitän streckt die schönste Schale der Welt in die Luft. Ein wunderbarer Moment. Bis dahin war die Saison allerdings nicht immer wunderbar. Wir haben ein Jahr mit vielen Niederlagen und reichlich Frust, Stress und Druck hinter uns. Wir, der Bonner SC, spielen im U -14 Nachwuchscup gegen absolute Top-Mannschaften wie den 1. FC Köln oder Schalke 04. Das heißt, man hat die Chance, sich auf hohem Niveau fußballerisch weiterzuentwickeln.

Das geschieht größtenteils beim Training. Lauftraining in der Saison-Vorbereitung ist keine Seltenheit und gerade mit Torhütern wie mir wird oft der Muskelaufbau in Beinen und Armen trainiert - durch Liegestütze oder ähnliches. Das spürt man nicht nur am nächsten Morgen, sondern auch beim Armdrücken mit den Freunden. Andererseits heißt Jugendleistungssport natürlich auch, wenig Zeit für Schule und Freunde zu haben. Wir müssen dann Hausaufgaben machen, wenn andere schlafen gehen, weil wir es vor dem Training nicht mehr geschafft haben; und Training hat man vier bis fünf Mal die Woche. Regelmäßig rufen Freunde an, wollen in die Stadt oder ins Kino gehen, und ich muss zähneknirschend absagen.

Der eine oder andere Spieler ist am Spieltag nicht einmal im Kader - und entsprechend frustriert. Das unterscheidet nun einmal den Leistungssport vom Breitensport: Nur die besten Fußballer schaffen es in diese Liga - entsprechend spielen auch nur die besten Fußballer. Diese Situation verschärft sich am Ende der Saison, wenn neue Spieler zum Probetraining eingeladen. Vielleicht muss man dann für einen besseren Fußballer ganz weichen.

Otto-Kuehne-Schule, Klasse 8a