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Telekom Baskets Bonn: 103:79-Sieg gegen s.Oliver-Baskets: Saures für Würzburg

Telekom Baskets Bonn : 103:79-Sieg gegen s.Oliver-Baskets: Saures für Würzburg

Die Telekom Baskets Bonn haben im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga am Sonntag mit 103:79 gegen das Team der s.Oliver-Baskets Würzburg gewonnen. Damit klettern sie auf den zweiten Tabellenplatz.

Halloween im Telekom Dome: Für die Würzburger Baskets gab es am Sonntag Saures - und die Telekom Baskets werden so langsam ein bisschen unheimlich. Mit 103:79 (25:15, 26:17, 24:22, 28:25) fuhren sie gegen den bis dato ungeschlagenen Aufsteiger ihren fünften BBL-Sieg in Serie ein, kletterten auf Tabellenplatz zwei und lieferten dabei erstklassige Werbung für ihren Sport ab.

Dreier von der Mittellinie, Ball über die Schulter in den Korb, Alley-oop-Anspiele, stattliche Blocks und Dunks mit Ausrufezeichen - die 5330 Zuschauer bekamen alles geboten. Und sogar der Bonner Trainer war zufrieden: "Ich bin sehr froh darüber, wie meine Mannschaft aufgetreten ist", sagte Mathias Fischer.

"Man sah ihr den Spaß am Basketball an. Ich konnte die Spielzeit gut verteilen, denn am Mittwoch spielen wir ja schon wieder gegen Trient." Die Italiener treten zum vierten Spieltag im Eurocup im Telekom Dome an (19.30 Uhr). "Das einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, war das verlorene Rebound-Duell", konnte sich der Coach nicht verkneifen, das Haar in der Suppe zu benennen.

Die Baskets trafen wie sie wollten

Am offensiven Brett gab es allerdings auch weniger Rebounds zu holen als sonst - wenn der Ball im Korb landet, gibt's halt keinen Rebound. Die Baskets trafen wie sie wollten. Von Beginn an. Als Dirk Mädrich den Ball nach einem Einwurf bei nur noch zwei Sekunden auf der Angriffsuhr aus dem Mittelkreis zum 12:3 im Korb versenkte, deutete sich bereits an, dass hier einiges möglich war. Die Halle war bereits in Stimmung - da waren knapp fünf Minuten gespielt.

Eine Minute später wechselte Fischer Isaiah Philmore, Geno Lawrence, Dirk Mädrich und Florian Koch en bloc aus, und die Zuschauer erhoben sich von den Sitzen. Jimmy McKinney durfte eine Minute länger auf dem Feld bleiben. Der Trainer gönnte mit der Einzel-Auswechslung Michal Chylinski seinen exklusiven Begrüßungsapplaus für den ersten Auftritt im Baskets-Trikot.

Willkommen im #TelekomDome, @chylu1#BasketsSpirithttps://t.co/caC1LHemJO

Telekom Baskets Bonn (@TelekomBaskets) 1. November 2015Der freundlich Empfangene fügte sich sofort in das Bonner Team-play ein, gegen das die Würzburger nie ein Mittel fanden. Es dauerte ein paar Minuten und Versuche, dann traf der polnische Scharfschütze auch seinen ersten Dreier für die Baskets (30:20, 12.).

Geno Lawrence war von den Gästen so gut zu verteidigen wie ein Geist. Elf Assists in knapp 20 Minuten Spielzeit verbuchte der für die Würzburger nicht greifbare Baskets-Spielmacher - bei gerade mal einem Ballverlust.

Er war nicht der einzige Albtraum für Trainer Douglas Spradley und seine Mannschaft, die welken Vorschusslorbeer mit auf die Heimreise nehmen musste. Immer wieder fielen die Bonner Dreier, immer wieder spielten die Baskets geduldig einen Mann frei, punkteten mit Ablauf der Angriffsuhr und taten dem Aufsteiger richtig weh.

"Außer Crailsheim hält uns keiner auf"

"Bonn hat uns heute gezeigt, wie man Basketball spielt", bekannte Spradley hinterher. "Ohne die richtige Bereitschaft hat man hier keine Chance zu gewinnen. Der Sieg geht auch in der Höhe in Ordnung." Schon gegen Ende des dritten Viertels hatte der Würzburg-Trainer erste Anzeichen von Verzweiflung gezeigt.

Da war sein Gegenüber schon längst vom Sieg überzeugt und brachte beim Stand von 75:54 Youngster Valentin Blass ins Spiel (29.). Er hatte Recht. Sein Team ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen und spielte noch ein bisschen für die Galerie, ohne die Defense zu vernachlässigen.

Die Stehtribüne stimmte ein Liedchen auf das verlorene erste Saisonspiel und die folgende Siegesserie an. Auf der Bank amüsierte sich Andrej Mangold. Tadas Klimavicius wollte wissen, worüber: "Was singen die da", fragte der Litauer. Geno Lawrence blickte ebenfalls fragend. "Außer Crailsheim hält uns keiner auf", übersetzte Mangold, und seine beiden Kollegen grinsten breit.

Am Mittwoch geht es im Eurocup weiter, dann könnte auch Xavier Silas wieder mitspielen, der aufgrund der Quotenregelung in der BBL als siebter Ausländer draußen bleiben musste. Dass es Silas erwischte, soll, so Fischer, keine Dauerlösung sein: "Wir haben dadurch eine Konkurrenz-Situation, was ja nicht schlecht ist. Ich entscheide von Spiel zu Spiel."