1. Sport
  2. Telekom Baskets

Telekom Baskets Bonn: 57:77: Alba stoppt den Höhenflug der Baskets

Telekom Baskets Bonn : 57:77: Alba stoppt den Höhenflug der Baskets

Nach dem Tabellenstand war es ein Spitzenspiel, doch auf dem Feld stand nur eine Spitzenmannschaft. Der Höhenflug der Telekom Baskets Bonn in der Basketball-Bundesliga wurde von Alba Berlin jäh gestoppt.

Vor 6000 Zuschauern am Sonntag im ausverkauften Telekom Dome dominierte der Tabellenführer von der Spree den bisherigen Tabellenzweiten vom Rhein fast über 40 Minuten und setzte sich auch in der Höhe verdient mit 77:57 (24:15, 13:19, 21:11, 19:12) durch.

Während die Bonner, die zuvor fünfmal in Folge gewonnen hatten, auf Platz sieben abstürzten, bleiben die "Albatrosse" ungeschlagen.

Baskets-Coach Mathias Fischer hatte im Vorfeld alles versucht, seine Mannschaft auf die zu erwartende harte Gangart der Berliner einzustellen. Die hatten bis dahin nur 68 Punkte pro Spiel zugelassen. "Man versucht, das im Training zu simulieren. Doch diesen Druck kann man nicht simulieren", sagte Fischer.

Schnell den Ball passen, ihn schnell nach vorne tragen, schnell in die Systeme finden - das waren gute Vorsätze, sie konnten aber von den Baskets fast während des gesamten Spiels nicht umgesetzt werden.

Gäste waren schnell mit fünf Fouls belastet

Dabei erhielten die Hausherren zunächst noch Unterstützung durch die Schiedsrichter. Sie ahndeten zu Beginn rigoros jeden Regelverstoß, so dass die Gäste schnell mit fünf Fouls belastetet waren.

Ihr Trainer Sasa Obradovic rastete an der Linie förmlich aus und wurde von den Unparteiischen mehrmals verwarnt. Die Baskets konnten das nicht zu ihrem Vorteil nutzen. Entweder ließen sie Freiwürfe ungenutzt, wurden vom Gegner beim Wurfversuch geblockt oder verwandelten ihre Würfe nicht.

Aaron White verkürzte zwar auf 4:8, doch dann setzte Eugene Lawrence einen freien Dreier daneben. Immerhin besorgte Florian Koch noch das 6:8, ehe Berlin auf 22:13 davonzog. Bezeichnend: Der bärenstarke Will Cherry, der Lawrence und Rotnei Clarke im Spielaufbau mächtig zusetzte, verwandelte einen Distanzwurf mit Ablauf der 24-Sekundenuhr.

[kein Linktext vorhanden]Solche Würfe gelangen den Baskets allzu häufig nicht. "Das wäre aber zwingend nötig gewesen, um uns im Spiel zu halten und gegen ein Team wie Berlin eine Siegchance zu haben", sagte Fischer.

"Wir waren zurück im Spiel"

Im zweiten Viertel durfte er kurzfristig hoffen, "wir wären zurück im Spiel". In ihrer besten Phase verkürzten die Bonner auf zwei Punkte (30:32), nachdem Obradovic ein Technisches Foul kassiert und dann doch der eine oder andere Wurf sein Ziel gefunden hatte. So versenkten Andrej Mangold und Jimmy McKinney zwei Dreier.

Auch in der Abwehr wurden die Gastgeber bissiger und waren beim 34:37-Halbzeitstand näher dran, als es sich eigentlich nach dem Spielverlauf anfühlte.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit nahm das Unheil seinen Lauf

"Berlin hat unseren Rhythmus sofort zerstört", erklärte Florian Koch. Innerhalb von drei Minuten zog Alba auf 49:34 davon. Zur Überlegenheit des Gegners gesellte sich eine merkwürdige Verwandlung der Schiedsrichter, die nun wesentlich mehr durchgehen ließen und selbst das eine oder andere klare Foul gegen Bonn nicht ahndeten.

So sprang Giffey in Koch hinein, ohne dass ein Pfiff erfolgte. 19 Freiwürfe genoss Alba in der zweiten Hälfte, Bonn wurden nur drei gestattet. Auch zum fälligen zweiten Technischen Foul gegen Obradovic und damit dessen Hallen-Ausschluss kam es nicht.

Das änderte nichts an der verdienten Niederlage der Bonner. Das so hoch gelobte Teamplay der vergangenen Wochen kam gestern nicht zum Tragen. Stattdessen gab es Einzelaktionen und sogar einige Frustfouls. Dirk Mädrich und Jimmy McKinney durften nach dem fünften Vergehen nicht mehr mitwirken.

"Ein beschämendes Spiel"

Ein ernsthaftes Bonner Aufbäumen gab es bis zum Ende nicht mehr. "Kein Zweifel, Berlin hat uns sehr stark unter Druck gesetzt. Wir haben uns aber auch selbst geschadet und uns zu leicht aus dem Konzept bringen lassen. Das gilt auch für mich", sagte Rotnei Clarke nach schwachem Auftritt. Andrej Mangold stellte beim Fantalk sogar fest: "Ein beschämendes Spiel."

Bereits am Dienstag geht es für die Baskets im Eurocup mit dem Spiel beim französischen Club JSF Nanterre weiter.

Das Spiel im Stenogramm:Telekom Baskets Bonn - Alba Berlin 57:77 (34:37). - Beste Werfer: White (14), Klimavicius (12) für Bonn - Cherry (18), Milosavljevic (15), Kikanovice (12), Loncar (12) für Berlin. - Zuschauer: 6000