Telekom Baskets 79:73 in Ludwigsburg - Jamel gewinnt das McDuell

BONN · Wer in der Tabelle nicht abrutschen will, muss gewinnen - das ist wenig überraschend und nicht nur im Basketball der Fall. Ein Blick auf die aktuelle Rangliste der Basketball-Bundesliga zeigt allerdings, dass es derzeit eine absolute Notwendigkeit ist. Selten ging es da so eng zu wie in dieser Saison. Folglich war für den Tabellendritten Telekom Baskets Bonn ein Sieg bei den auf Platz zehn rangierenden MHP Riesen Ludwigsburg am Samstag Pflicht.

Und das Team von Cheftrainer Mathias Fischer kam seiner Pflicht nach. Nach einem holprigen Start fingen sich die Baskets und erspielten sich mit einer starken Teamleistung die Chance, im letzten Viertel eiskalt zu vollstrecken. Eine 90-prozentige Trefferquote an der Freiwurflinie trug maßgeblich zum 79:73 (15:16, 21:20, 15:15, 28:22)-Erfolg bei. "Ich bin rundum zufrieden", sagte Fischer. "Es war das erwartet schwere Auswärtsspiel, und meine Mannschaft hat sich trotz eines recht hohen Rückstands nicht aufgegeben. Wir wollten nicht viel mehr als 70 Punkte zulassen - und das ist uns gelungen."

Gegen die lästige Verteidigung der Hausherren taten sich die Baskets zu Beginn schwer. Der einzige Weg zum Korb führte über Jamel McLean, der bis zur neunten Minute acht Punkte auf dem Konto hatte - damit aber auch der einzige Bonner mit einem Eintrag auf der Anzeigetafel war. Erst nach einem Zehn-Punkte-Rückstand und kurz vor Ende des ersten Viertels kamen Ryan Brooks und Steve Wachalski dem einsamen Scorer zur Hilfe und sorgten für beinahe ausgeglichene Verhältnisse (16:15).

Mit zwei Punkten von Adam Waleskowski startete Ludwigsburg in das zweite Viertel, Brooks antwortete aus der Distanz und glich so aus (18:18/12.). Einer von zwei verwandelten Freiwürfen von David McCray bedeutete die erste Bonner Führung (19:18). Brooks erhöhte nach einem Fastbreak auf 21:18. Jetzt waren die Gäste im Spiel. Allerdings bekamen sie weder den treffsicheren Shawn Huff noch den unermüdlich reboundenden Gary McGhee so recht in den Griff. Die beiden sollten die gelben Riesen in der Partie halten.

Nach einem ausgeglichenen zweiten Viertel ging es mit 36:36 in die Pause - und mit fragenden Gesichtern wieder hinaus. Die Spielzeit-Uhr verweigerte den Dienst und verzögerte so den Beginn von Durchgang zwei. Den Lauf der Baskets vermochte sie nicht zu bremsen. Das McDuell unter den Körben setzte sich ebenfalls fort. Am Ende sollten McGhee (10 Punkte/12 Rebounds) und McLean (21/10) ein Double-Double verzeichnen. Zu den 21 Punkten des Bonners gehörten neun von neun Freiwürfen - 100 Prozent.

"Ich möchte niemanden hervorheben", sagte Fischer dennoch. "Jeder hat seinen Job gemacht. Jeder hat, als es notwendig war, ein bisschen mehr gegeben. So stelle ich mir das vor." Starke neun Assists von Jared Jordan, wichtige Dreier von Brooks, das Durchsetzungsvermögen von McLean, die Nervenstärke von Benas Veikalas und, und, und...

Alles passte und zusätzlich präsentierte sich Steve Wachalski als selbstbewusster Vertreter des verletzten Tony Gaffney. "Er hat das super gemacht" , sagte Fischer und wich doch von seinem Vorsatz, niemanden hervorheben zu wollen, ab. "Aber das erwarte ich von ihm: Rebounds, Dreier, er soll zeigen was er kann, nicht zurückhaltend sein."

Auch vor dem letzten Viertel herrschte auf der Anzeigetafel Ausgeglichenheit (51:51), doch dann traten die Baskets, angeführt von Jordan, aufs Gaspedal: Brooks traf mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr einen Dreier zum 61:54, ein Schrittfehler im Gegenzug, ein weiterer Dreier von Jordan, ein Block von McLean gegen McGhee und drei Punkte von Wachalski zum 67:54 (35.) schienen die Ludwigsburger Niederlage zu besiegeln. Doch Huff leistete zählbare Gegenwehr, sodass die Hausherren doch wieder herankamen.

Das taktische Mittel des Foulens, als Ludwigburg die Zeit davonlief, perlte an den Nerven von Veikalas ab. Der Bonner Litauer leistete sich an der Freiwurflinie wie McLean keinen einzigen Fehlwurf.

Ludwigsburg - Telekom Baskets 73:79 (16:15, 20:21, 15:15, 22:28)

Telekom Baskets: McCray (5), Looby (0), Veikalas (20/2 Dreier), Brooks (13/3), Mangold (0), Jordan (7/1, 9 Assists), Wolf (0), Koch (0), Wachalski (13/3), McLean (21, 10 Rebounds)
MHP RIESEN Ludwigsburg: Smith (4), Ishizaki (2), Huff (25/4), Waleskowski (5), Koch (), Harris (6/1), Flomo (2), Stojic (11/1), Stockton (7), Tomaszek (1), McGhee (10, 12 Rebounds)

Trefferquote: Ludwigsburg 41% (26/64, Bonn 45% (26/58), Dreierquote: Ludwigsburg 35% (6/17), Bonn 38% (9/24), Freiwurfquote: Ludwigsburg 63% (15/24), Bonn 90% (18/20), Rebounds: Ludwigsburg 34 (Bester: McGhee 12), Bonn 30 (Bester: McLean 10), Assists: Ludwigsburg 14 (Bester: Stockton 6), Bonn 14 (Bester: Jordan 9), Ballgewinne: Ludwigsburg 6, Bonn 7, Ballverluste: Ludwigsburg 10, Bonn 10, Fouls: Ludwigsburg 23 (Stojic 5), Bonn 20

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