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Niederlage in Bamberg: Abhaken und nach vorne schauen

Niederlage in Bamberg : Abhaken und nach vorne schauen

Der Wille und die guten Vorsätze waren da, dem Favoriten ein Bein zu stellen, doch am Ende bekamen die Telekom Baskets Bonn von den Brose Baskets Bamberg eine Lektion erteilt.

Bei der 68:89-Niederlage der Bonner (11:20, 19:18, 14:25, 24:26) lieferte der Tabellenführer der Basketball-Bundesliga eine Demonstration seiner Stärke ab. Die Gäste vom Rhein hatten vor 6800 Zuschauern in der ausverkauften "Frankenhölle" nicht den Hauch einer Chance.

"Ich habe noch keinen Gegner erlebt, der meine Mannschaft so unter Druck gesetzt hat", war Bonns Trainer Mathias Fischer mächtig beeindruckt. "Diesem Druck haben wir nicht standgehalten." Der 43-jährige erlebte "höchstens 15 Minuten, in denen wir auf dem gleichen Level gespielt haben". Das war in etwa die Phase bis zum 28:33 (18. Minute).

Die Bonner hatten gut und entschlossen begonnen und lagen nach vier Minuten mit 9:8 vorn, wobei sich vor allem Eugene Lawrence in den Vordergrund spielte. Dann aber wurde sein Team von den unglaublich athletisch und gedankenschnell verteidigenden Franken mit einem 12:0-Lauf bis zum 9:20 förmlich überrollt. Bei den Gästen häuften sich die Ballverluste, die sofort mit Fastbreaks bestraft wurden.

Zweimal schien Bonn wieder ins Spiel zurückfinden zu können. Tadas Klimavicius sowie Benas Veikalas und Ryan Brooks mit zwei Dreiern verkürzten am Anfang des zweiten Viertels auf 17:23. Und nach dem 21:33 (15.) sorgten Angelo Caloiaro per Dreier sowie Mickey McConnell und Lawrence für einen 7:0-Lauf zum 28:33. Acht Punkte Rückstand zur Pause ließen auch den mitgereisten Bonner Fans zumindest die Hoffnung auf eine Aufholjagd nach der Pause. Doch die Hausherren wurden, angeführt vom überragenden Brad Wanamaker eher stärker als schwächer. Der Spielmacher selbst traf per Dreier zum 50:37 (27.).

Hatte Bamberg vor dem Wechsel noch eine schwache Quote aus der Distanz gehabt, ging diese nun deutlich nach oben. Dazu kam eine Dominanz unter den Körben, die nicht nur zu einer klaren Überlegenheit im Rebound (36:21), sondern auch zu einigen spektakulären Körben führte. Insbesondere der sprunggewaltige Trevor Mbakwe ließ es mehrmals richtig krachen. So beim 73:52, als er einen Alley-oop-Pass über dem bemitleidenswerten Tadas Klimavicius mit einem Monster-Dunk verwandelte.

Das Spiel war da schon längst entschieden. Den Magenta-Baskets waren im Angriffswirbel des Gegners auch einige Schnitzer in der Verteidigung unterlaufen. So hatten sie Daniel Theis dreimal alleine gelassen. Der Nationalspieler nutzte dies mit acht Punkten in Folge, darunter zwei Dreier, zum zwischenzeitlichen 58:40.

Im Angesicht der sicheren Niederlage verzichtete Fischer schon früh darauf, vor allem auf seine stärksten Spieler zu setzen, und wechselte munter durch. So kam selbst Youngster Florian Koch auf elf Minuten Spielzeit und bedankte sich mit sieben Punkten.

"Wir müssen das Spiel schnell abhaken, daraus unsere Lehren ziehen und nach vorn schauen", erklärte Fischer. "Es kommen wichtigere Spiele auf uns zu." Damit meinte er zum Beispiel den Heimauftritt gegen die MHP Riesen Ludwigsburg am kommenden Sonntag (17 Uhr, Telekom Dome). Fischer: "Wir müssen gewinnen, wenn wir den vierten Platz erreichen wollen." Den hat seine Mannschaft erst einmal an ratiopharm Ulm verloren. Die Ulmer gewannen am späten Sonntagabend bei den Riesen in Ludwigsburg mit 82:74.

Die ersten Vorentscheidungen im Bezug auf das Rennen um die Meisterschaft sind am Wochenende bereits gefallen. Bamberg und der deutsche Pokalsieger Alba Berlin stehen als Teilnehmer der Playoff-Runde fest. Die Berliner hatten allerdings viel Mühe, TBB Trier mit 86:83 nach Verlängerung zu bezwingen, nachdem sie in der regulären Spielzeit bis in die Schlussphase hinein zurückgelegen hatten. Für eine Überraschung sorgten die Löwen Braunschweig mit dem 80:76-Sieg bei Meister Bayern München, der damit auf den dritten Platz in der Tabelle zurückfiel.