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Basketball-Bundesliga: Baskets beschenken sich mit dem zweiten Sieg

Basketball-Bundesliga : Baskets beschenken sich mit dem zweiten Sieg

Die Telekom Baskets gewinnen 81:68 gegen die Giessen 46ers nach drei guten Vierteln. Und am Sonntag kommt Göttingen in den Telekom Dome.

Was immer sich die Telekom Baskets Bonn für die Festtage gewünscht hatten, zwei Punkte unterm Weihnachtsbaum aus dem Heimspiel gegen die Giessen 46ers werden dabei gewesen sein. Ihr Wunsch wurde erfüllt. Der 81:68 (31:16, 18:13, 21:17, 11:22)-Sieg gegen den fünfmaligen deutschen Meister wurde im letzten Viertel von ihrer Mannschaft zwar etwas lieblos und schludrig verpackt, dennoch wird man sich auf dem Hardtberg darüber gefreut haben. Denn nach dem zweiten Saisonerfolg haben die Schützlinge von Trainer Igor Jovovic den Anschluss ans untere Tabellenmittelfeld hergestellt und können schon am Sonntag in einem weiteren Heimspiel gegen die BG Göttingen nachlegen.

Beide Trainer hatten vor dem Spiel betont, wie wichtig die Verteidigung an diesem Abend sein würde, von der dann auch die Offensive profitieren könne. Und beide erinnerten ihre Mannschaften an die positiven Dinge aus den vergangenen, wenn auch meist verlorenen Spielen. Gießen war gar ohne einen Erfolg in Bonn angereist, blickte auf eine saisonübergreifende Serie von 14 Niederlagen. „Die Ergebnisse passten oft nicht. Es war nicht alles schlecht in unserem Spiel, darauf müssen wir aufbauen“, sagte Gießens Interimscoach Rolf Scholz, der vergangenen Woche den entlassenen Ingo Freyer ersetzte.

Jovovic hatte auf Bonner Seite auch in dieser Hinsicht eine ähnliche Herangehensweise. Oft genug hatten seine Profis bewiesen, wie gut sie Basketball spielen können. Nur gelang dies in einigen Spielen nicht konstant genug. Auch gegen Gießen brauchten die Baskets ein paar Minuten. Nach wildem Beginn und einem 6:12-Rückstand – die Bonner ließen an der Dreierlinie zu viel zu – hatten sie sich warmgespielt. Und wie. Ausgehend von drei Dreiern durch Josh Hagins und einem vom gut aufgelegten Strahinja Micovic, drehten die Hausherren den Spieß mit einem 23:0-Lauf (!) um. Bei den Gästen funktionierte nichts mehr, selbst einfachste Korbleger verfehlten das Ziel. Mit einem 31:16 nach zehn Minuten legten die Baskets die Grundlage für frohe Weihnachten. Sie waren es, die auch defensiv präsent waren, viele Angriffe stoppten, Struktur in ihrem Spiel entwickelten und neben den Distanztreffern auch unter dem Korb Punkte sammelten.

Doch Gießen legte im zweiten Viertel an Intensität und Aggressivität zu. Prompt zeigte Bonn Wirkung. Vier Minuten lang gelang kein Korb. Nur gut, dass auch der Gegner nichts auf die Anzeigetafel brachte. Leon Kratzer erlöste das Magnta-Team mit einem Korbleger zum 33:16. Gießen schloss weiterhin schwach ab, die Baskets waren im Rebound meist zur Stelle. Und sie trafen wieder, wie Chris Babb per Dreier zur 20-Punkte-Führung: 38:18. (16.). Zur Pause war die kleine Bonner Krise nach einem spektakulären Alley-oop-Dunking von James Thompson IV überstanden. Kapitän TJ DiLeo hatte ihn schön über dem Korb angespielt. Wären Zuschauer im Telekom Dome gewesen, es hätte sie von den Sitzen gerissen. Stellvertretend ging die Bonner Bank geschlossen aus dem Sattel. Das passte zum Spiel. Auch auf dem Feld traten die Bonner als Einheit auf, verteilten die Verantwortung und die Punkte auf viele Schultern, und auch Kilian Binapfl durfte früh mitwirken.

Man durfte aber gespannt sein, ob die Baskets ihre Lektion von Bamberg gelernt hatten, als sie zur Pause auch klar führten und dann einbrachen. Es hakte zwar ein wenig, doch Bonn blieb am Drücker und nutzte seine Größenvorteile unter dem Korb aus. Als Thompson wieder dunkte, lag der Vorsprung bereits bei 22 Punkten: 60:38 (24.). DiLeo und Deividas Gailius, Bonns Topscorer mit 18 Punkten, legten zum 65:38 nach. Jetzt konnten eigentlich kaum noch Zweifel bestehen, dass die Baskets dieses Spiel gewinnen würden.

Schade nur, dass die Hausherren im Schlussviertel gegen aufopferungsvoll kämpfende 46ers die Konzentration verloren und das Tabellenschlusslicht noch einmal aufkommen ließen. Das erinnerte dann doch wieder an das Spiel gegen Bamberg. Offensiv klappte kaum noch etwas, und auf der Gegenseite verkürzte der aufdrehende Ex-Baskets-Center Johannes Richter auf 76:61. (38.). Gießen verkürzte weiter, doch am Ende bescherten sich die Baskets mit den zwei Punkten und einem ruhigen Fest. Und gegen Göttingen wollen sie sich nach Weihnachten noch einmal beschenken.