Bonner Basketballer weiter erfolgreich Telekom Baskets holen in Gießen sechsten Sieg in Folge

Bonn · Die Telekom Baskets setzen ihren Erfolgslauf in der Basketball-Bundesliga fort: Bei den Giessen 46ers kamen die Bonner vor allem dank Center Michael Kessens zu einem 103:95-Sieg.

 Bonns Center Michael Kessens kam in Gießen auf 23 Punkte und stellte damit einen persönlichen BBL-Rekord auf.

Bonns Center Michael Kessens kam in Gießen auf 23 Punkte und stellte damit einen persönlichen BBL-Rekord auf.

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Es war am Ende nicht ganz so souverän, wie es zwischenzeitlich schon ausgesehen hatte, doch nach 40 Minuten mit Höhen und Tiefen stand der sechste Erfolg in Serie fest: Mit 103:95 (24:21, 31:20, 21:29, 27:25) haben sich die Telekom Baskets bei den Giessen 46ers am Samstagabend durchgesetzt und so ihren zweiten Tabellenplatz in der Basketball-Bundesliga gefestigt. Herausragender Akteur auf Bonner Seite war dieses Mal Center Michael Kessens, der 23 Punkte erzielte und so einen neuen persönlichen BBL-Rekord aufstellte. Der Baskets-Topscorer haderte nach der Partie aber mit dem Auftritt der Gäste: „Zufrieden sind wir nicht wirklich, wir hätten besser spielen können. Wir müssen noch viel an uns arbeiten.“

Bonns Cheftrainer Tuomas Iisalo vertraute erneut der Anfangsformation mit Parker Jackson-Cartwright, Karsten Tadda, Jeremy Morgan, Justin Gorham und Leon Kratzer. Nachdem beide Teams ihre jeweils ersten beiden Angriffe erfolglos gestaltet hatten, markierte der Ex-Bonner Florian Koch mit einem Dreier die ersten Punkte für die Hessen, Morgan konterte auf der anderen Seite mit gleicher Ausbeute. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes erstes Viertel, in dem der große Platzierungsunterschied zwischen den auf Rang zwei liegenden Baskets und dem Tabellen-14. Gießen nicht auszumachen war.

Mitte des ersten Abschnitts feierte der am Donnerstag verpflichtete Javontae Hawkins sein Debüt für die Bonner – es war nach schwerer Knieverletzung sein erster Einsatz seit rund eineinhalb Jahren. Der ehemalige Crailsheimer erzielte kurz vor Viertelende seine ersten Punkte zum 19:19. Die Gäste hatten zunächst einige Probleme, die 46ers in Korbnähe zu stoppen, verzeichneten selbst aber starke Wurfquoten. Mit einem verwandelten Freiwurf infolge eines unsportlichen Fouls der Hausherren und zwei weiteren Punkten brachte Kratzer die Baskets zum Ende des ersten Durchgangs mit 24:21 in Führung.

Telekom Baskets setzen sich im zweiten Viertel ab

Es war der Auftakt für einen 12:0-Lauf der Bonner, mit dem sie sich erstmals deutlich absetzten. Während Gießen in der Offensive kaum noch etwas zustande bekam, war das Team von Iisalo jetzt voll im Spiel. Die Hessen konnten den Rückstand zwischenzeitlich zwar etwas verkürzen, mussten dann aber wieder abreißen lassen. Die Baskets-Trefferquote aus dem Zweier-Bereich lag bei sagenhaften mehr als 90 Prozent, Jackson-Cartwright setzte seine Mitspieler immer wieder stark in Szene. Bereits in der 18. Minute wurde die 50-Punkte-Marke geknackt, mit einem 55:41 aus Bonner Sicht ging es in die Kabine.

Iisalo hatte zuletzt verraten, dass Gießens Spielmacher Kendale McCullum ebenfalls im Sommer ein potenzieller Neuzugang auf seiner Liste gewesen war, die Wahl dann aber auf Jackson-Cartwright gefallen sei. Bonns wieselflinker Point Guard bestätigte die Entscheidung seines Trainers auch in diesem Spiel, denn das direkte Duell mit McCullum ging in den ersten 20 Minuten an „PJC“.

Die zweite Halbzeit startete mit dem vierten Foul von Kratzer und lief in den ersten Minuten auch sonst nicht erfreulich für das Bonner Team. Nachdem Gießen auf 46:55 verkürzt hatte, nahm Iisalo eine Auszeit, um die Schlafmützigkeit in seiner Mannschaft zu vertreiben – doch es half nichts: Innerhalb von vier Minuten hatten die Gastgeber den Rückstand ausgeglichen (55:55, 24.). Es bestand die Gefahr, dass die Partie zugunsten des Teams von Chefcoach Pete Strobl kippte, doch die Baskets waren mit dem Ausgleich wieder aufgewacht, zogen das Tempo an und auf der Anzeigetafel wieder weg.

Leon Kratzer und Karsten Tadda kassieren jeweils fünf Fouls

Gießen blieb hartnäckig und Ex-Baskets-Akteur Koch lief zur Hochform auf. Mit sechs Punkten Vorsprung gingen die Gäste ins letzte Viertel, das die Hessen ohne Strobl bestreiten mussten: Der Headcoach musste nach seinem zweiten Technischen Foul den Innenraum der Halle verlassen. Ein Korberfolg von Gorham schloss einen 10:0-Lauf der Baskets zum 84:70 (33.) ab. Der Gießener Wille war damit aber noch nicht gebrochen, das Team stemmte sich weiter gegen die drohende Niederlage.

In den Schlussminuten gingen die Bonner, die in dieser Phase bereits auf die mit jeweils fünf Fouls ausgeschiedenen Kratzer und Tadda verzichten mussten, mit ihrer Führung ein weiteres Mal etwas fahrlässig um, der Vorsprung schrumpfte bedrohlich. Tyson Ward und Jackson-Cartwright blieben an der Freiwurflinie jedoch cool und der starke Kessens knackte schließlich die 100-Punkte-Marke für sein Team.

Telekom Baskets: Bowlin 9 Punkte/3 Dreier, Justin Gorham 7, Tim Hasbargen, Javontae Hawkins 4, Parker Jackson-Cartwright 17, Michael Kessens 23, Leon Kratzer 9, Jeremy Morgan 15, Karsten Tadda 5, Tyson Ward 14.