Basketball Champions League Ein Sieg der Telekom Baskets für die Clubgeschichte

Bonn · Die Telekom Baskets Bonn deklassieren den litauischen Meister Vilnius mit 99:72 und stehen im Viertelfinale der Champions League.

Historischer Sieg der Telekom Baskets Bonn in der Champions League gegen Rytas Vilnius.

Historischer Sieg der Telekom Baskets Bonn in der Champions League gegen Rytas Vilnius.

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Ein historischer Abend auf dem Hardtberg: Die Telekom Baskets haben mit einem beeindruckenden 99:72 (26:15, 15:22, 33:13, 25:22)-Sieg gegen Rytas Vilnius vorzeitig das Viertelfinale in der Champions League erreicht. Es ist der größte internationale Erfolg der Vereinsgeschichte. Nachdem der litauische Meister bis zur Halbzeit noch dagegenhalten konnte, überrollten die Baskets die Gäste im dritten Viertel, bauten den Vorsprung auf 20 Punkte aus und machten trotz der hohen Führung in jeder Szene deutlich, dass sie nicht vorhatten, das Ticket für die nächste Runde noch herzugeben.

Rückkehrer Javontae Hawkins war nach Spielmacher TJ Shorts zweitbester Werfer und erfreute die Bonn-Fans unter den 5000 Zuschauern mit echten Hawkins-Aktionen. „Ich bin happy“, gab er nach der Partie zu Protokoll und begründete den Erfolg unter anderem mit der guten Teamchemie. „Jeder kann für uns das Spiel gewinnen. Diese Mannschaft macht die ganze Saison schon einen spektakulären Job. Ich bin hier, um dabei zu helfen.“

Telekom Baskets: Jeremy Morgan und Tyson Ward auf der Bank

Kein schöner Anblick vor der Partie: Während sich ihre Kollegen aufwärmten, saßen Jeremy Morgan und Tyson Ward auf der Bonner Bank und sahen zu. Wards Knöchelverletzung aus dem Frankfurt-Spiel hatte sich bei genauerer Untersuchung dann doch als gravierender herausgestellt. „Mehrere Wochen Pause“, gaben die Baskets vor der Partie bekannt. Für ihn rückte Collin Malcolm in die Startformation zu Shorts, Karsten Tadda, Finn Delany und Leon Kratzer.

Die ersten drei Angriffe liefen beidseits ins Leere, ehe Delany die ersten Punkte auf die Anzeigetafel brachte. Shorts erhöhte per Dreier auf 5:0, Freiwürfe von Delany, noch ein Dreier von Shorts – die Baskets waren in der Partie, Tadda hatte mit blitzsauberer Defense schon den einen oder anderen litauischen Nerv geraubt. Ein Block von Deane Wiliams, ein Steal von Shorts, ein Dreier von Malcolm und Gästetrainer Giedrius Ziebenas nahm bei 12:5 seine erste Auszeit.

Telekom Baskets: Zweistellige Führung fast verspielt

Zunächst mit wenig Erfolg. Malcolm schraubte die Führung auf zweistellig, Hawkins machte mit seinem zweiten schnellen Dreier ein 20:7 daraus. Nur sieben Punkte in acht Minuten - die Diskussionen der drei litauischen Coaches wurden schon intensiver. Doch das erste Viertel ging mit 26:15 an die Baskets, die mit jeder Szene deutlich machten, dass sie den Einzug ins Viertelfinale nicht verschieben wollten.

Doch die litauische Gegenwehr wurde angefeuert von etwa 50 mitgereisten Fans erfolgreicher. Zwei umstrittene Entscheidungen der Unparteiischen brachten Rytas vier Freiwürfe und den litauischen Meister wieder auf sieben Punkte ran (33:26,15.). Die Gäste drohten in einen Lauf zu kommen, was Iisalo versuchte, mit einer Auszeit zu unterbinden. Doch zunächst hatten die Baskets erhebliche Probleme mit dem kleinen und wendigen isländischen Nationalspieler Elvar Fridriksson, der einen 8:2-Lauf zum 34:37 abschloss, ehe Malcolm und Delany wieder auf 41:34 erhöhten, doch wie gewonnen, so zerronnen: Gytis Masilius hatte das letzte Wort aus der Distanz und weil Taddas abschließender Dreier zu kurz geriet, wurden mit vier Punkten Vorsprung für die Baskets die Seiten gewechselt (41:37).

Telekom Baskets deklassieren den litauischen Meister Vilnius mit 99:72
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Zum Start in die zweite Hälfte machte es Tadda besser und läutete mit dem Dreier zum 44:37 ein überragendes Bonner Viertel ein. Dreier, Blocks, Steals und spektakulär abgeschlossene Fastbreaks – das waren reichlich Wirkungstreffer für die Litauer. Die Baskets sprudelten vor Spielfreude und ließen in der Defense keinen Millimeter locker. Nach 28 Minuten verwandelte Hawkins einen Bonusfreiwurf zur 20-Punkte-Führung (65:45). Der Hallensprecher nahm erstmals das Wort Viertelfinale in den Mund.

Kratzer legte nach, Collin Malcolm blockte zwei litauische Angriffe hintereinander. Die litauischen Coaches hatten längst aufgehört zu diskutieren.

Telekom Baskets Bonn: TJ Shorts 22 Punkte/2 Dreier (7 Assists), Jonas Falkenstein 3/1, Zach Ensminger 6/2 , Mike Kessens 2, Sebastian Herrera 4, Karsten Tadda 3/1, Collin Malcolm 16/2, Javontae Hawkins 20/4, Leon Kratzer 4 (12 Rebounds), Deane Williams 5/1, Devon Goodman, Finn Delany 14.

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