Sieg gegen Ludwigsburg Kratzer führt Baskets zurück an die Spitze

Bonn · Angeführt vom überragenden Leon Kratzer haben die Telekom Baskets mit 91:75 gegen die Riesen Ludwigsburg gewonnen. Im Schlussviertel sicherte Spielmacher TJ Shorts den Sieg.

Leon Kratzer am Korb

Leon Kratzer am Korb

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Die Telekom Baskets bleiben zu Hause ungeschlagen. Im Nachholspiel des 18. Spieltags besiegte die Mannschaft von Cheftrainer Tuomas Iisalo angeführt vom überragenden Leon Kratzer die Riesen Ludwigsburg mit 91:75 (18:24, 23:17, 21:19, 29:15). In einer von den Defensiven bestimmten lange offenen Partie, war es ein 18:0-Lauf zu Beginn des Schlussviertels, der den Gästen die Hoffnungen auf den Sieg raubte. Souverän dirigierte der lange gut bewachte Baskets-Spielmacher TJ Shorts sein Team zum Sieg, als hätte es daran nie einen Zweifel gegeben.

„Wir mussten ein bisschen leiden heute“, resümierte Kratzer. „Aber am Ende haben wir unser Ding durchgezogen und souverän gewonnen. Unsere Fans machen einen überragenden Job. Mehr als 5600 Zuschauer an einem Mittwochabend – Wahnsinn.“

Begonnen hatte der Abend mit weniger erfreulichen Nachrichten. Das Verletzungspech bleibt den Baskets treu: Während Tyson Ward nach seinem Bänderriss wieder mitwirken konnte, stand Finn Delany mit geschientem Fuß und an Krücken an der Bonner Bank während sich seine Kollegen aufwärmten. Der Neuseeländer war im Training umgeknickt und fehlt nach Club-Angaben voraussichtlich einige Wochen.

Also musste Iisalo seine Starting Five gezwungenermaßen umbauen. Er begann mit Shorts, Karsten Tadda, Ward, Javontae Hawkins und Kratzer. Riesen-Trainer Josh King hatte vor der Partie verraten, was sie sich vorgenommen hatten – es war kein großes Geheimnis: „Wir wollen das Tempo von Shorts drosseln.“ Das hatte diese Saison so ziemlich jeder Gegner versucht, wenigen war es so gut gelungen wir Ludwigsburg. Allen voran der Ex-Bonner Yorman Polas Bartolo. Das sei vorweggenommen, doch ganz aus dem Spiel nehmen lässt sich der Bonner MVP-Kandidat eben nicht.

Auf Bonner Seite war es Kratzer, der sich von Beginn an in Höchstform präsentierte und die Baskets mit Zählbarem versorgte. Nach einer Ludwigsburger 7:4-Führung (2.) brachte der Center unterstützt von Hawkins seine Farben mit einem 10:0-Lauf in Führung (14:7, 4.), King nahm eine Auszeit. Er hatte zu viele Fehler seiner Mannschaft gesehen – fünf Ballverluste inklusive.

Danach verzettelte sich die Baskets-Offensive ein ums andere Mal, statt den simplen Weg zu wählen. Iisalo gestikulierte an der Seitenlinie. Seine Körpersprache fluchte. Es half nicht, die Gäste zogen ein Stückchen davon (18:24, 10.). Symptomatisch die letzte Szene des ersten Spielabschnitts: Hawkins daddelte ein bisschen zu lange mit dem Ball, Shorts zeigte hektisch auf die Uhr, doch der Teamkollege wurde den Ball nicht mehr los, ehe der Buzzer zur Viertelpause röhrte. Iisalos Miene sprach Bände.

Kratzer verkürzte aus der Drehung auf 20:24 und erntete Sprechchöre von der Stehtribüne. Doch es war noch immer nicht das Bonner Spiel. In einer Auszeit forderte Iisalo mehr Dynamik. Nur so war die gut stehende Ludwigsburger Defensive zu knacken. Das funktionierte anschließend besser, aber immer noch nicht gut. Dennoch gelang der Ausgleich zur Pause (41:41).

Das dritte Viertel blieb eng. Es wurde auf beiden Seiten stark verteidigt, die Offensivreihen rieben sich jetzt auf. Ab und an fanden die Baskets jetzt mal ein Loch, durch das sie zum Korb ziehen konnten. Die Dreierquote der Gäste war inzwischen gesunken. In der Schlussminute des dritten Viertels zeigte Shorts dann relativ kompakt, warum er der am heißesten gehandelte Kandidat auf die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler der Liga ist. Mit sieben Punkten in 60 Sekunden brachte er die Baskets vor dem Schlussabschnitt in Führung und setzte so ein Zeichen, das den Riesen den Wind aus den Segeln nahm. Kratzer feuerte die Fans an. Er wollte noch mehr Unterstützung. Und die bekam er.

Kings Versuch, den Bonner Lauf mit einer Auszeit zu beenden, zeigte keine Wirkung mehr. Bonn war jetzt im Stil einer Spitzenmannschaft und mit dem Selbstverständnis, das das Iisalo-Team auszeichnet und Gegner beeindruckt unterwegs. Unaufhaltsam.

Telekom Baskets: Shorts 16 Punkte/2 Dreier/5 Assists, Ward 6, Falkenstein, Ensminger, Kessens 9/7 Rebounds, Herrera 1, Tadda 5/1, Malcolm 11/3, Hawkins 15, Kratzer 16, Williams 12/2, Bangala.

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