Basketball-Bundesliga Frey fehlte: Telekom Baskets Bonn verlieren in Chemnitz

Chemnitz · Die Telekom Baskets Bonn haben am Samstag gegen Chemnitz mit 66:80 verloren. Da der angeschlagene Baskets-Spielmacher Harald Frey beim Tabellenzweiten passen musste, fehlte es dem Bonner Spiel an Struktur.

Brian Fobbs war Topscorer mit 21 Punkten (Archivbild).

Brian Fobbs war Topscorer mit 21 Punkten (Archivbild).

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Ein Sieg gegen den Tabellenzweiten war vermutlich eher nicht eingeplant – und dennoch wäre für die Telekom Baskets bei den Niners Chemnitz mehr möglich gewesen. Wenn Harald Frey hätte spielen können, wenn die Baskets den Kampf besser angenommen hätten, wenn die Verteilung der Pfiffe weniger einseitig ausgefallen wäre. So aber musste sich die Mannschaft von Cheftrainer Roel Moors in Chemnitz mit 66:80 (15:16, 18:21, 18:20, 15:23) geschlagen geben. Und das war insgesamt nicht unverdient. Nur 8 Assists spiegeln die Probleme im Zusammenspiel wider.

„Wir haben zu viele Offensivrebounds abgegeben und uns nicht an den Gameplan gehalten“, gab Till Pape zu. „Mitnehmen können wir eigentlich nur, dass wir den Ball in den Korb gearbeitet haben. Abhaken – und am Mittwoch gewinnen.“ Die Baskets fallen auf Platz acht zurück, doch aufgrund der überraschenden Niederlage Vechtas in Crailsheim bleibt der Rückstand auf die direkten Playoffplätze gleich.

Die Partie begann für die Baskets nicht unter den besten Voraussetzungen: Harald Frey war leicht angeschlagen und die Bonner entschieden sich – sicher auch in Aussicht auf die wichtige Partie in Peristeri am Mittwoch, in der die Bonner den Einzug ins Top4 der Champions League klarmachen wollen – den Norweger zu schonen.

Baskets suchen nach Lösungen im Spiel

Das führte von Beginn an zu verstärktem Einsatz der Niners gegen den einzigen etatmäßigen Bonner Spielmacher Glynn Watson, um dessen Energiereserven ordentlich zu strapazieren. Die Baskets knüpften an ihre starke Defensive aus der Peristeri-Partie am Mittwoch an, kassierten allerdings schnell ein Ungleichgewicht an Pfiffen.

In jeder der ersten sechs Minuten fiel nur ein Korb (6:6), Ausdruck intensiver Defensivbemühungen, aber auch des Bonner Pechs im Abschluss. Nach einigen vergebenen Freiwürfen kamen die Sachsen in einen kleinen Lauf, den Moors mit einer beim Kampfgericht angemeldeten Standpauke für sein Team zu beenden versuchte – Auszeit Bonn.

Zunächst störte das den Chemnitzer Spielfluss nicht. Die Hausherren zogen auf 15:7 davon, doch die Baskets konnten durch Sam Griesel und Till Pape zu Viertelende wieder auf 15:16 aufschließen. Auch zu Beginn des zweiten Spielabschnitts funktionierte die Bonner Defensive, Bonn spielte inzwischen mit Neuzugang Lars Thiemann auf der Center-Position. Als der Tabellenzweite von 23:20 schnell auf 27:20 erhöhte, nahm Moors die nächste Auszeit und kritisierte, dass sein Team zu einfache Punkte zugelassen hatte. Zudem fehlte seiner Mannschaft allerdings aufgrund umgestellter Rotationen jetzt der offensive Rhythmus.

Die Baskets suchten Lösungen, fanden sie aber wenn, dann nur schwer. Die 17. Minute wurde dann zu einer bitteren für die Baskets: zunächst traf Kaza Kajami-Keane per Dreier zur ersten zweistelligen Führung (32:22), dann kassierte Watson sein drittes Foul, ein Offensivfoul, und wurde gleich auf die Bank beordert. Keine besonders guten Voraussetzungen für den Fortgang der Partie.

Moors enttäuscht über Leistung der Baskets

Der Rückstand wuchs auf 13 Zähler an (22:35, 17.), doch Brian Fobbs, sicher an der Freiwurflinie (4/4) und Noah Kirkwood drückten das Defizit vor der Halbzeit auf nur noch vier Punkte (33:37).

Thomas Kennedy bescherte den Baskets einen guten Start nach dem Seitenwechsel mit einem amtlichen Block gegen Kevin Yebo, Fobbs traf aus der Distanz, da war es nur noch ein Punkt Rückstand (36:37) – angesichts der Foul-Probleme und auch daraus folgender Umstellungen, waren die Baskets gut in der Partie. Immer wieder war es Fobbs, der mit wichtigen Zählern Tuchfühlung hielt. Doch es zeichnete sich ab, dass die Verteilung der Pfiffe ein Bonner Problem werden könnte.

Meist, wenn die Baskets sich heranrobbten, folgte ein kleiner Lauf der Hausherren, die die Führung so in der Hand behielten. Mit 51:57 aus Bonner Sicht ging es in den Schlussabschnitt, Aher Uguak und Jeff Garrett erhöhten auf 61:51, Moors versuchte wieder nachzujustieren. Doch der Rückstand blieb jetzt in der Nähe des zweistelligen Bereichs.

Als Kajami-Keane den Ball zum 74:59 in den Korb legte, hatte Moors genug. Es ging in der Auszeit nicht mehr um nachjustieren, der Bonner Cheftrainer machte eine klare Ansage: „Wir sehen aus wie Clowns. Sie machen noch nicht mal ihr bestes Spiel, sie hängen sich einfach mehr rein!“ Das wollte Moors so nicht sehen. An der Niederlage änderte die Ansage nichts mehr.

Telekom Baskets: Savion Flagg 3 Punkte/1 Dreier, Sam Griesel 4 (7 Rebounds), Glynn Watson 7/1 (3 Assists), Brian Fobbs 21/3, Florian Koch, Till Pape 6/1, Lars Thiemann, Noah Kirkwood 13/2, Christian Sengfelder 2, Thomas Kennedy 10 (7 Rebounds).

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