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Basketball: Wundertüte Europa für die Telekom Baskets Bonn

Basketball Champions-League : Telekom Baskets Bonn empfangen Brindisi

Die Telekom Baskets wollen am Mittwoch gegen Brindisi in der Basketball-Champions-League einen weiteren Schritt vorwärts machen. Baskets-Cheftrainer Thomas Päch findet die Gruppe „unberechenbar“.

Süßigkeiten, etwas zum Spielen, viel Überraschung: Gruppe D der Basketball-Champions-League kann man Ähnlichkeiten mit einer Wundertüte nicht absprechen. Vor den Partien in Bonn gibt es zur Begrüßung der Gegner keine schnöden Wimpel, sondern Gummibärchen, es wird – selbstverständlich – gespielt und „diese Gruppe ist unberechenbar“, erläutert Baskets-Cheftrainer Thomas Päch die Überraschung. „Jeder kann jeden schlagen. Zu Hause und auswärts. Das ist für den europäischen Wettbewerb ungewöhnlich.“

Und in dieser Wundertüte haben sich die Telekom Baskets vor dem zweiten Spiel der Rückrunde gegen Brindisi (Mittwoch, 20 Uhr, Telekom Dome) mit einem Sieg in Saragossa am vergangenen Mittwoch wieder an die Spitze gesetzt. Normalerweise besagt ein ungeschriebenes Gesetz für das Weiterkommen nach der Gruppenphase, dass Siege in den Heimspielen die Voraussetzung sind, weil Auswärtssiege selten gelingen.

In Saragossa und Dijon gelang den Baskets das Kunststück, in Brindisi waren sie nahe dran und verloren unglücklich (75:76). Da sollte ein Heimsieg also drin sein. Aber: Die jüngsten Entwicklungen in Brindisi bleiben thematisch zur Wundertüte passend: Die Italiener verpflichteten vergangene Woche den ehemaligen Ulmer Dominique Sutton, setzten ihn aber am Wochenende in der nationalen Liga noch nicht ein.

Ob mit oder ohne Sutton: Päch ist zuversichtlich. Und das liegt allein an seiner Mannschaft und ihrem Auftritt gegen Oldenburg – trotz des Pokal-Aus. „Ich bin mit unserem Auftreten extrem zufrieden“, sagt er. „Wir haben mit Energie und zusammen gespielt.“ Und sein Team blieb dem Zusammenspiel treu, obwohl die Oldenburger erheblichen defensiven Aufwand betrieben. Möglicherweise ein nächster Schritt in der Entwicklung des neuen Bonner Stils.

„Ich habe mir das Spiel noch zwei mal angeguckt: Oldenburg war hervorragend beim Defensiv-Rebound“, erklärt der Bonner Headcoach, der in Viertel eins und kurz nach der Halbzeit die Krux im Baskets-Spiel sah. „Anfangs haben wir wieder zu viele Punkte verschenkt. Das 12:16 nach dem ersten Viertel war nicht nötig. Wir hätten führen können. Und gleich nach der Halbzeit das dritte Foul gegen Martin Breunig plus ein technisches haben uns sehr weh getan und wir haben den Faden verloren.“

Päch sieht die Mannschaft auf dem richtigen Weg

Doch der junge Coach, der in Bonn angetreten ist, um ein neues Konzept mit mehr spielerischer Freiheit für die Basketballer umzusetzen, hatte auch viel Gutes gesehen. „Die Oldenburger waren platt“, zum Beispiel. Denn der Bonner Schlussoffensive hielten die lange souveränen Niedersachsen nur noch so eben stand. „Wir haben alles getan, um noch einmal heranzukommen“, sagte Päch, gab aber auch zu bedenken: „So intensiv kann man nicht 40 Minuten spielen, noch dazu ist es mit hohem Risiko verbunden, kann also auch nach hinten losgehen.“ Ging es nicht. Aber es reichte auch nicht mehr.

„Wir sind auf dem richtigen Weg. In den letzten Spielen ging es immer ein bisschen vorwärts“, sagt Päch. Eines allerdings wird er mit seiner Mannschaft nicht im Training verbessern können. „Vielleicht haben wir anfangs so viel liegen lassen, weil wir etwas zu angespannt waren. Wenn man die Gesamtsituation sieht, ist das ja auch nicht verwunderlich“, sagt er vor dem Hintergrund einer Bilanz aus zwei Siegen und sieben Niederlagen in der Bundesliga.

Da helfen nur Siege. Und die fallen den Bonnern in der Champions League offenbar leichter. „Ein sechster Sieg hätte schon Aussagekraft“, sagt Päch. „Noch dazu werden die direkten Vergleiche wichtig sein.“ Das Hinspiel in Brindisi ging mit einem Punkt Differenz verloren. Eine gute Chance, wieder einen Schritt vorwärts zu machen. In der Tabelle und der Entwicklung.