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Baskets Bonn: Iisalo ist Trainer des Jahres und Jackson-Cartwright MVP in der BBL

Auszeichnungen für die Telekom Baskets : Bester Spieler und bester Trainer kommen aus Bonn

Große Ehre für die Telekom Baskets Bonn: Spielmacher Parker Jackson-Cartwright und Chefcoach Tuomas Iisalo wurden zum wertvollsten Spieler (MVP) beziehungsweise Trainer des Jahres in der Basketball-Bundesliga gekürt.

Eine komplette Mannschaft übergroßer Männer passt in einen Handybildschirm – wenn es sein muss. Und es musste sein. Auf dem Weg zum Spiel bei ratiopharm Ulm (Freitag, 20.30 Uhr) haben die Telekom Baskets ihren Spielmacher Parker Jackson-Cartwright in den USA angerufen und ihm zur Wahl als bester Spieler der Liga gratuliert. „MVP, MVP“, riefen sie ins Telefon und freuten sich mit dem wieselflinken Aufbauspieler. Der Lohn einer überragenden Saison, die noch nicht zu Ende ist.

Und diesen erhielt auch Baskets Headcoach Tuomas Iisalo. Der Finne wurde von den Trainern, Sportdirektoren und Teamkapitänen der Bundesligisten sowie Medienvertretern zum Trainer des Jahres gewählt worden. Dabei fielen fast 65 Prozent der Stimmen auf den 39-Jährigen, der als erster Baskets-Trainer überhaupt diese Auszeichnung erhält. „Ich freue mich wirklich sehr“, sagte Iisalo auf der Busfahrt des Tabellenersten zum Spiel in Ulm. „Dieser Award ist für mich eine kollektive Auszeichnung für die Mannschaft, das Trainerteam und alle, die uns auf unserem Weg unterstützen. Ich bin stolz. Für uns alle.“

Überbracht hatte die Botschaft am Mittag Teamkapitän Karsten Tadda, der bevor der Bus losfuhr, zum Mikrofon griff und Iisalo und Mannschaft informierte. Die Begeisterung war groß. „Es macht uns stolz, diese beiden Auszeichnungen im Team zu haben. Beide haben diese Awards vollkommen verdient“, sagte Tadda am Abend, als auch klar war, dass der MVP ein Bonner ist.

Auch er hatte seine Stimme für die beiden abgegeben. „Klar, das steht doch völlig außer Frage“, sagte er. Wie der Trainer erklärte der Kapitän, dass die Mannschaft die Awards als Auszeichnung aller sieht. „Das ist für alles, was wir uns bisher erarbeitet haben. Und das schafft keiner alleine. Und deshalb fühlt sich das fürs ganze Team verdammt gut an.“

Der kleine Spielmacher mit einer auch dramatischen Geschichte in dieser Saison war in Los Angeles gerade auf dem Weg zum Training, als ihn der Facetime-Anruf der kompletten Mannschaft erreichte. „Er hat sich riesig gefreut“, berichtete Tadda, „und er war total gerührt.“ PJC, wie er kurz genannt wird, ist nach dem Tod seines Vaters noch in der Heimat. „Ich gehe davon aus, dass er Anfang der Woche wieder in die Vorbereitung auf die Playoffs einsteigt“, sagt Iisalo, der schon in Crailsheim als Coach of the Year gehandelt wurde. Doch dann wurde die Saison coronabedingt abgebrochen.

Der Finne führt die Telekom Baskets Bonn aktuell zur besten BBL-Hauptrunde in ihrer Vereinsgeschichte. Mit 25 Siegen in der laufenden Bundesliga-Saison stellten die Baskets einen neuen Vereinsrekord auf. Zudem qualifizierte sich der Tabellenführer bereits am 10. April als erstes Team in der Liga vorzeitig für die Playoffs und sicherte sich am vergangenen Sonntag auch das Heimrecht im kommenden Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft.

Zuletzt alles ohne Jackson-Cartwright, dessen Tempo und Finesse schmerzlich vermisst wurde. Aber Iisalo, der kein gewöhnlicher Trainer ist, sondern sich von anderen Sportarten und Themenfeldern inspirieren lässt, der überraschende Ansichten einfließen lässt, fand einen Weg auch ohne den schon lange auserkorenen MVP-Kandidaten, Jeremy Morgan und Tyson Ward Lösungen zu finden. Sicher würde er jetzt sagen, dass er die Mannschaft befähigt hat Lösungen zu finden.

Sein Ziel, als er vor der Saison für zwei Jahre in Bonn unterschrieb, war „ein Team zu formen, dass durch harte Arbeit und kollektiven Teambasketball viel Begeisterung auslöst“. Das ist ihm gelungen. Vorneweg mit dem Wirbelwind Jackson-Cartwright, der ebenso wie der Coach als erster Trainer des Jahres ausgezeichnet wurde, der erste MVP in Reihen der Telekom Baskets Bonn ist.

Als MVP hat er allerdings Erfahrung. Auch bei seinen beiden letzten Clubs in Großbritannien und Frankreich schloss er die Saison als bester Spieler ab. Auch er wurde in der BBL mit überwältigender Mehrheit gewählt: 62,2 Prozent der Stimmen gingen auf sein Konto.