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Fan-Choreographie und wichtiger Heimsieg: Baskets feiern Geburtstagssieg gegen Ludwigsburg

Fan-Choreographie und wichtiger Heimsieg : Baskets feiern Geburtstagssieg gegen Ludwigsburg

Angeführt von einem bärenstarken Duo und einer frenetischen Kulisse von über 5500 Zuschauern im Telekom Dome, haben die Baskets am Sonntagnachmittag ihr wichtiges Heimspiel gegen Ludwigsburg mit 87:80 gewonnen.

Zuerst Gänsehaut-Atmosphäre, dann knallharter Playoff-Basketball und am Ende ein verdienter 87:80-Sieg (24:27, 22:12, 18:21, 23:20) - besser konnte es im Geburtstagspiel für die Telekom Baskets Bonn kaum laufen. Am Freitag hatte der Verein seinen runden Geburtstag gehabt, da wollten gestern im Spiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg die Fans und die Mannschaft selbstverständlich entsprechend gratulieren.

Zur Einstimmung präsentierte der Fanclub "Die Fans - Defense" eine monatelang vorbereitete und einstudierte Choreographie, die in den 20 Jahren Clubgeschichte ihresgleichen sucht und die von den 5570 Zuschauern im Telekom Dome mit stehenden Ovationen bedacht wurde.

[kein Linktext vorhanden] Auf diese Weise inspiriert, brannten die Spieler von Trainer Mathias Fischer zu Beginn der Begegnung ein wahres Feuerwerk ab, das sie mit 16:4 (5. Minute) in Führung brachte. Vor allem Andrej Mangold, der vor dem Sprungball zum GA-Sportler des Monats geehrt worden war, schien die Riesen im Alleingang in die Knie zwingen zu wollen. Mit Funken sprühender Intensität ging er in der Verteidigung zur Sache und beteiligte sich mit zwei Dreiern an der Führung.

Doch dann erwies sich der Gast als der unangenehme Gegner, den man erwartet hatte. Das zweite Viertel hatte kaum begonnen, da lagen die Hausherren mit 24:29 zurück. Fast schien es so, als hätten sie zu viel Energie verschwendet. "Das war schon ziemlich intensiv. Bei Andrej dachte ich mir, der läuft jetzt schon auf dem letzten Rad. Aber er hat den Ton gesetzt und uns nach vorne gebracht", erklärte Baskets-Sportmanager Michael Wichterich.

"Zum Glück sind wir in solchen Situationen standhaft geblieben", kommentierte Wichterich den genannten Rückstand und die 36. Minute, als die Bonner nach zwischenzeitlich elf Punkten Vorsprung (50:39./31.) beim 73:74 noch in Gefahr gerieten, das Spiel zu verlieren.

Es waren vor allem Center Jon Brockman (16 Punkte) sowie die beiden Flügelspieler DJ Kennedy (Topscorer mit 22 Punkten) und Shawn Huff (18 Punkte, vier Dreier), die die Baskets-Defensive im Spielverlauf vor Probleme stellten. Und die harte Gangart des Gegners brachte sie in der Offensive immer wieder mal aus dem Rhythmus.

Das galt auch für die Schiedsrichter, deren Pfeifen bei einigen klaren Fouls an den Bonnern stumm blieben und die phasenweise vom Publikum für ihre Leistung ausgepfiffen wurden. Das Spiel näherte sich Playoff-Niveau, die Leistung der Unparteiischen nicht.

[kein Linktext vorhanden]Beim 61:60 (30.) waren die Riesen auf einen Punkt herangekommen und gingen vier Minuten vor dem Ende sogar in Front: 74:73. Aber wie so häufig in der Vergangenheit, zeigten die Baskets ihre besondere Stärke: wieder konzentrieren, Intensität erhöhen, die Systeme mit Geduld, aber konsequent durchbringen und den freien Mann finden.

Auf diesem Wege verdienten sich drei Spieler Bestnoten: Mangold eben sowie Angelo Caloiaro und Bonns Topscorer Benas Veikalas. Der Litauer streute nicht nur wichtige Dreier ein, sondern bot sich auch am Brett immer wieder an, um dann zu vollstrecken. Und auch in der Verteidigung gehörte er zu den Besten. Gleiches konnte man von Caloiaro sagen. Der Amerikaner zeigte Präsenz in allen Bereichen: Er punktete, holte Rebounds, gab Assists und eroberte Bälle.

Nach besagtem Rückstand nahm Fischer eine Auszeit - und seine Spieler holten zum entscheidenden Schlag aus. Mit einem 14:6-Lauf brachten sie den Sieg unter Dach und Fach. Fünf Freiwürfe von Tadas Klimavicius, Eugene Lawrence und Caloiaro sorgten zunächst für die 78:76-Führung, dann sorgte der Dreier von Lawrence zum 81:76 für eine Vorentscheidung.

Ludwigsburg war stets darauf bedacht, den Gegner an die Freiwurflinie zu zwingen. Doch die Baskets ließen sich davon nicht beirren. Nicht nur bei den noch sechs Versuchen bis zur Schlusssirene, sondern im gesamten Spiel. 88 Prozent Trefferquote (23/26) - so sieht Nervenstärke aus.

"Es war die erwartet schwere Partie. Wenn man gegen Ludwigsburg nachlässt, sind sie sofort da. Doch meine Mannschaft hat sich wieder gefangen und ist zurückgekommen", freute sich Fischer. Ludwigsburgs Coach John Patrick erkannte den verdienten Sieg Bonns neidlos an. "Die zweite Hälfte hat uns wehgetan, die einfachen Korbleger und offensiven Rebounds. Das gute Teamplay und der Extrapass haben den Bonnern geholfen. Auch ihre Freiwürfe waren am Ende ganz wichtig", sagte Patrick.

Punkteverteilung

Telekom Baskets Bonn:

McConnell (7/1 Dreier), Mädrich (5), Veikalas (21/3), Brooks (3/1), Caloiaro (20/1, 7 Rebounds), Lawrence (10/2, 8 Assists), Klimavicius (10), Koch (0), Wachalski (0)

MHP RIESEN Ludwigsburg:

Kennedy (22/1), Little (12/1), Brockman (16, 10 Rebounds), Johnson (7), Waleskowski (0), Huff (18/4), Stockton (6/1), Flomo (0), Koch (0), McNaughton (0)

Trefferquote: Bonn 50% (27/54), LB 45% (28/62); Zweierquote: Bonn 63% (17/27), LB 47% (21/45); Dreierquote: Bonn 37% (10/27), LB 41% (7/17); Freiwurfquote: Bonn 88% (23/26), LB 77% (17/22); Rebounds: Bonn 32 (Bester: Caloiaro 7), LB 21 (Bester: Brockman 10); Assists: Bonn 20 (Bester: Lawrence 6), LB 11 (Bester: Johnson 6); Ballgewinne: Bonn 5, LB 7; Ballverluste: Bonn 15, LB 10; Fouls: Bonn 22, LB 24 (Johnson 5).