Telekom Baskets gegen Tübingen Baskets mit fünftem Liga-Sieg in Folge

BONN · Die Bonner kommen beim 79:67 in Tübingen nur langsam in Fahrt, gewinnen aber letztendlich souverän und sind nun Fünfter. Mayo stellt die Weichen auf Sieg.

 Gut gemacht, Junge: Julian Gamble hält den Kopf von Jamaar Sanders wie einen Ball in der Hand.

Gut gemacht, Junge: Julian Gamble hält den Kopf von Jamaar Sanders wie einen Ball in der Hand.

Foto: Pressefoto ULMER

Gut gelaunt traten die Telekom Baskets Bonn am späten Samstagabend die Heimreise von Tübingen nach Bonn an. Zuvor hatten sie die gastgebenden Tigers letztendlich souverän mit 79:67 (15:22, 28:18, 15:11, 21:16) gezähmt. Einen Tag später hellte sich die Stimmung auf dem Hardtberg noch weiter auf, nachdem Berlin in Göttingen verloren hatte und die Bonner auf den fünften Tabellenplatz in der Basketball-Bundesliga sprangen.

Über 40 Minuten gesehen, hatte die Mannschaft von Trainer Predrag Krunic in Tübingen noch nicht einmal besonders gut gespielt. Es reichte, in wichtigen Momenten ihre individuelle Klasse und/oder ihre kollektive Qualität in die Waagschale zu werfen und den fünften Bundesliga-Sieg in Serie zu feiern.

„Tübingen hat sehr stark begonnen, und wir konnten unseren Rhythmus nicht finden. Ab dem zweiten Viertel hat sich meine Mannschaft dann in das Spiel gekämpft. Die Verteidigungsintensität wurde erhöht, und auch im Angriff konnten wir besser abschließen. Josh Mayo hat uns zu Beginn des letzten Viertels viele gute Momente gegeben“, analysierte Krunic. 3000 Zuschauer in der Paul-Horn-Arena wurden nicht gerade verwöhnt. Das lag zum einen an der hohen Fehlerquote auf beiden Seiten, zum anderen an den vielen Unterbrechungen. Zuerst streikte die 24-Stunden-Uhr mehrmals, dann gab es einige Pausen aufgrund von Videobeweisen.

Die Baskets waren mit dem Handicap angereist, den erkrankten Ojars Silins nicht einsetzen zu können. Daran lag es nicht, dass sie zunächst nicht in die Partie fanden und den Tigers die Initiative überließen. Die griffen sich – allen voran Center Gary McGhee – einen Offensivrebound nach dem anderen und kamen so zu vielen zweiten Chancen. Die Gastgeber wirkten wacher und engagierter, während ihr Gegner mit einigen Ballverlusten auffiel – bis zum Ende waren es 20. Verlass war aber auf Center Julian Gamble, der neun der 15 Punkte im ersten Viertel erzielte.

Tübingen musste sich den Vorwurf gefallen lassen, aus seiner Überlegenheit zu wenig Kapital zu schlagen. Das rächte sich gegen ein Gästeteam, das nach und nach an den richtigen Stellschrauben drehte, um das Momentum auf seine Seite zu ziehen. Die Hausherren hatten Ende des ersten Viertels zwar einen Lauf, doch zehn Minuten Unterbrechung wegen der zweiten technischen Panne „haben uns definitiv aus dem Rhythmus gebracht“, erklärte der ehemalige Bonner Isaiah Philmore. Obwohl Krunic seine zweite Fünf auf dem Spielfeld hatte, kam Bonn näher, wobei insbesondere Jamaar Sanders überzeugte. Auch Johannes Richter setzte Akzente. Als Florian Koch per Dreier traf, waren die Baskets auf 24:27 herangekommen. Zwar mussten sie noch einmal abreißen lassen (26:36), um dann aber das Kommando zu übernehmen. Mit starker Defense setzten sie ihren Gegner unter Druck und provozierten Fehler.

Bonns ehemaliger „Magier“ Jared Jordan setzte nur ab und an Akzente und wurde von seinem Gegenüber Josh Mayo klar ausgestochen. Der kleine Spielmacher war mit 20 Punkten Topscorer der Partie und gab zudem fünf Assists. Mit zwei Dreiern in Folge zur 64:53-Führung stellte Mayo die Weichen auf Sieg. Auch Ryan Thompson war endlich in Fahrt gekommen, und Ken Horton (elf Rebounds) griff sich reiheweise Abpraller. So fügte sich im Bonner Sieg-Mosaik ein Puzzleteil zum nächsten. Beim 74:55 markierte Richter die höchste Bonner Führung. Zwar kamen die Tigers noch einmal heran (65:75), doch die Baskets blieben cool, bedankten sich später bei ihren Fans und fuhren ganz entspannt nach Hause.