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Telekom Baskets Bonn: Baskets mit Rückenwind nach Oldenburg

Telekom Baskets Bonn : Baskets mit Rückenwind nach Oldenburg

Nach zwei knappen Niederlagen gegen die Top-Teams aus Berlin und Crailsheim wollen die Baskets gegen Oldenburg wieder gut spielen und sich am Ende mit dem Sieg belohnen. Fragezeichen hinter Einsatz von Hamilton und Philmore

Der Endspurt startet gegen stabilisierte Bonner – schreiben die EWE Baskets Oldenburg vor der Partie am Samstagabend (20.30 Uhr, live bei MagentaSport) auf ihrer Homepage. Gerade an der Hunte sind die jüngsten Spiele der Baskets natürlich ganz genau beobachtet worden.

Und so kommt der Oldenburger Trainer Mladen Drijencic zu der Erkenntnis: „Gegen Bonn wird es für uns enorm wichtig sein, unseren offensiven Rhythmus zu finden. Dazu müssen wir defensiv auf einem Top-Level arbeiten. Wenn wir über 40 Minuten hart arbeiten, können wir unsere höhere Qualität durchsetzen.“

Das ist selbstbewusst, aber richtig. Findet auch Baskets-Sportchef Michael Wichterich: „Ihr Kader ist einfach besser als unserer. Die Oldenburger haben eine derart hohe Grundqualität, dass noch nicht einmal alle immer hundert Prozent abliefern müssen. Sie haben eine gute Balance zwischen innen und außen, und sie sind bereit, wenn es drauf ankommt.“

Dennoch haben die Baskets schon zwei sehr gute Spiele gegen den aktuellen Tabellenvierten absolviert. Dem 90:76-Sieg im Pokal zum Saisonstart folgte am fünften Spieltag eine knappe 92:97-Niederlage. „Da sind wir dann am Ende in den Dreierregen von Keith Hornsby gelaufen“, erinnert sich Wichterich.

Die Baskets haben sich seitdem stark verändert. Zum Besseren. In den letzten beiden Partien brachten sie Alba Berlin und die Merlins Crailsheim ins Wanken, packten aber am Ende nicht zu.

„Es gab Spiele, da habe ich mich geärgert, und es gab Spiele, da war ich frustriert, aber gestern konnte ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagt Wichterich, „wir haben alles auf dem Feld gelassen. Crailsheim hat es dann in der entscheidenden Phase gut gespielt und sich den Sieg genommen. Fehler passieren. Über andere Spiele habe ich mich mehr geärgert.“

Gegen Crailsheim war es wieder einmal Chris Babb, der seine Mannschaft trug. 36 Punkte hatte er am Ende auf dem Konto, seine persönliche Bestleistung. „So eine Leistung sieht man nicht oft“, sagte Wichterich anerkennend. Babb musste durch den Ausfall von Spielmacher Alex Hamilton noch mehr Verantwortung schultern als sonst. Eine Herausforderung, die er mit Bravour annahm. „Dennoch hätte er ein bisschen mehr Unterstützung gebrauchen können. Vielleicht waren wir so am Ende einfach auch zu ausrechenbar.“

Es ist wahrscheinlich, dass Oldenburg von Beginn an versuchen wird, Babb aus dem Spiel zu halten. „Chris Babb ist ein Schlüssel für das Bonner Spiel, der mit seinen individuellen Fähigkeiten auch schwere Würfe treffen kann und so defensiv eine besondere Herausforderung ist“, sagt Drijencic in der Vorschau der Niedersachsen.

Ob Alex Hamilton nach seiner Erkältung wieder mitspielen kann, ist ebenso ungewiss wie der Einsatz von Isaiah Philmore, der sich in Crailsheim den kleinen Finger am oberen und mittleren Glied auskugelte und trotzdem weiterspielte. „Mit Tape und Adrenalin ist das möglich“, sagt Wichterich, „aber irgendwann tut es dann höllisch weh. Wir müssen sehen, ob er spielen kann.“

Oldenburg ist seit vergangenem Wochenende sicher in den Playoffs und will mit Blick auf Platz drei auch möglichst bald das Heimrecht für die K.o.-Runde sichern. Schwerstarbeit für die Bonner Defensive. Die offensivstärkste Mannschaft der Liga erzielt im Durchschnitt 94,4 Punkte, in den vergangenen fünf Partien waren es sogar 101,2.

Da kommt also der dritte gewaltige Brocken hintereinander auf die Baskets zu. Noch dazu glaubt Wichterich, dass Oldenburg sich weiter verbessert hat und den Baskets eigentlich nicht liegt. Und dennoch glaubt er wie gegen Crailsheim und Alba an die Chance seines Teams: „Wir haben gezeigt, dass wir die Top-Teams schlagen können. Wenn wir mit einer Intensität wie in Crailsheim agieren, ist auch in Oldenburg etwas möglich.“