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Telekom Baskets Bonn: Baskets verlieren zu oft den Ball

Telekom Baskets Bonn : Baskets verlieren zu oft den Ball

Die Bonner verlieren in der Basketball-Bundesliga mit 68:82 bei den Riesen Ludwigsburg. Nur Topscorer Ryan Thompson kann mit 20 Punkten überzeugen.

Gut angefangen, dann eingebrochen und davon nicht mehr richtig erholt: Die Telekom Baskets Bonn haben in der Basketball-Bundesliga die zweite Saisonniederlage im dritten Spiel eingesteckt. Bei den Riesen Ludwigsburg verlor die Mannschaft von Trainer Predrag Krunic mit 68:82 (23:22, 8:21, 21:15, 16:24). Am Freitag hatten die Bonner noch in eigener Halle gegen die Fraport Skyliners beim 74:60 den ersten Erfolg geholt.

Die Ausgangssituation war trotz des Sieges gegen Frankfurt für die Bonner nicht einfach, denn sie mussten ohne ihren zuverlässigsten Spieler auskommen. Kenneth Horton hatte sich am Freitag eine Knieverletzung zugezogen. Ob er am kommenden Sonntag (18 Uhr, Telekom Dome) gegen die Tigers Tübingen einsatzbereit sein wird, ist zur Zeit unwahrscheinlich. Zudem stand Ludwigsburg vor eigenem Publikum mächtig unter Druck, nachdem das Team von Trainer John Patrick am Freitag die Heimpremiere gegen Göttingen überraschend verpatzt hatte.

Und es schien zunächst so, als sollten die Baskets daraus Kapital schlagen können. Sie setzten den noch verunsichert beginnenden Gegner sofort unter Druck und zogen bis zur dritten Minute auf 9:3 davon. Center Julian Gamble steuerte unter dem Korb vier Punkte bei, Spielmacher Josh Mayo verwandelte zwei Freiwürfe und zwischendrin versenkte Ryan Thompson einen Dreier. Der Flügelspieler sollte wie schon gegen Frankfurt zum überragenden Bonner avancieren und war am Ende mit 20 Punkten erneut Topscorer seiner Mannschaft.

Doch die Ludwigsburger, die für ihre sehr aggressive Verteidigung bekannt sind, brauchten nicht lange, um ins Spiel zu kommen. Nach ihrem 7:1-Lauf stand es 10:10. Und als David Gonzalvez und Chad Toppert kurz vor Ende des ersten Viertels zwei Dreier in Folge zur 22:16-Führung der Riesen verwandelt hatten, wurde klar, dass dies an diesem Abend für die Bonner ein ganz schwerer Gang werden würde.

Noch aber hielten sie dagegen. Filip Barovic mit vier Punkten in Folge und Konstantin Klein mit einem Dreier sorgten für einen Bonner 7:0-Lauf und die 23:22-Führung am Ende des Durchgangs.

Doch dann ging so gut wie nichts mehr im Spiel des Krunic-Teams. Ludwigsburg schnürte seinem Gegner mit einer hochintensiven Defensivleistung die Luft ab. Die Gäste kamen kaum noch zu einem konstruktiven Aufbau, und die Ballverluste häuften sich. Von dem sichtlich überforderten Mayo kam nicht nur als Spielmacher zu wenig, auch mit seinen Würfen konnte er keine Akzente setzen. Von sieben Dreierversuchen des US-Guards fand nur einer sein Ziel. Punkte kamen in dieser Phase, wenn überhaupt, nur nach Einzelaktionen zustande.

Nach sieben Minuten im zweiten Viertel hatten die Baskets ihre offensive Ausbeute nur um zwei Punkte verbessern können. Ludwigsburg dagegen münzte seine Ballgewinne vor allem in Fastbreaks mit am Ende einfachen Punkten um und führte zwei Minuten vor der Pause bereits mit 41:27. Bonns Defensive sah einige Male ganz schlecht aus. Korbleger auf Korbleger rauschte durch die Bonner Reuse, wobei sich vor allem Power Forward Johannes Thiemann in Szene setzte, der in Durchgang zwei elf Punkte erzielte. Mit der Halbzeitsirene lagen die Hausherren mit 43:31 vorn.

Die Pausenansprache von Baskets-Coach Krunic verfehlte ihre Wirkung nicht. Seine Mannschaft passte im dritten Viertel viel besser auf den Ball auf und machte dem Gegner mit einer deutlich verbesserten Abwehrarbeit das Leben schwer. Johannes Richter per Korbleger und Thompson mit einem Dreier drückten den Rückstand in den erträglichen einstelligen Bereich: 36:46. In dieser Phase machten die Bonner zu wenig aus ihrer zeitweiligen Dominanz, weil sie entweder einfache Körbe nicht nutzten und sich dann doch den ein oder anderen Ballverlust leisteten.

Ludwigsburg schlug zurück, und als Alex Ruoff Mitte des Viertels mit einem Dreier erfolgreich war, lag der Bonner Rückstand wieder im zweistelligen Bereich: 40:52. Kurze Zeit später verkürzte Bonn durch zwei Dreier von Thompson und Tony DiLeo noch einmal auf 50:56, aber insgesamt kam zu wenig vom Baskets-Team. Mit 18 Ballverlusten – jeweils vier gingen auf das Konto von Gamble und Yorman Polas Bartolo – wird es schwierig zu gewinnen, vor allem in Ludwigsburg.

„Das war ein verdienter Sieg für Ludwigsburg. Wir haben gekämpft, aber es hat heute nicht gereicht. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir viel zu viele Offensivrebounds vom Gegner zugelassen“, sagte Krunic.