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Telekom Baskets: Baskets vor Endspiel um Platz fünf

Telekom Baskets : Baskets vor Endspiel um Platz fünf

Die Telekom Baskets erwarten Oldenburg und wollen mit einem Sieg Playoff-Gegner Medi Bayreuth „buchen“ und so Brose Bamberg aus dem Weg gehen.

TJ DiLeo strahlte. „Wir haben die Bruchlandung vermieden und sind so richtig durchgestartet“, sagte er und zeichnete mit der rechten Hand die Flugkurve seiner Telekom Baskets Airlines Richtung Playoffs in die gebrauchte Hallenluft der Gießener Osthalle. Die Erleichterung war ihm anzusehen, Begeisterung klang aus seinen Worten.

An DiLeos alter Wirkungsstätte hatten die Bonner Basketballer ihr Ticket für die Bundesliga-K.o.-Runde um die Meisterschaft gelöst. Die 46ers hatten sich ihrerseits noch Hoffnungen auf Platz acht gemacht, doch die fegten die Baskets geradezu vom Parkett. In beeindruckender Manier fanden sie nicht nur gerade zum rechten Zeitpunkt zurück zu alter Stärke, es war die wahrscheinlich die beste Saisonleistung und ein Statement für die anstehenden Aufgaben.

Da wäre zunächst: Oldenburg. Der Dauerrivale tritt zum Finale um den fünften Platz in Bonn an. Gewinnen die Bonner Baskets, verteidigen sie ihre Ausgangsposition und treten in der Viertelfinalrunde gegen medi Bayreuth an (Start: Freitag, 18 Uhr in Bayreuth). Verliert die Mannschaft von Cheftrainer Predrag Krunic, sichern sich die Gäste Platz fünf, Bonn rutscht auf Platz sieben ab und muss gegen BBL-Schwergewicht Brose Bamberg antreten. Nicht gerade ein Wunschszenario.

Was die Baskets in Gießen ablieferten, war ein deutlicher Hinweis an die Konkurrenz, dass die Durststrecke nach dem europäischen Halbfinal-Aus, während der es Bonn in Braunschweig und gegen Göttingen versäumte, frühzeitig die Playoff-Qualifikation zu sichern, beendet ist.

Wer bis zum vorletzten Spieltag nicht wusste, dass das Bonner Team über diverse gefährliche Waffen verfügt, die ein Spiel entscheiden können, sah gegen die überforderten Gießener gleich alle potenziellen Spielentscheider in Aktion. Ken Horton, Ojars Silins, Julian Gamble, TJ DiLeo und Yorman Polas Bartolo hatten einen ganz starken Tag erwischt. Mann des Spiels war ein anderer: Josh Mayo.

Der kleine Baskets-Spielmacher erweist sich in jedem Spiel aufs Neue als Glücksgriff. Auf die Frage, warum er so wichtig ist, antwortete Baskets-Sportmanager Michael Wichterich im Halbzeitinterview bei „telekom-basketball“: „Wie viel Zeit haben wir denn?“Die Baskets haben gerade zum rechten Zeitpunkt zurück zu der Selbstverständlichkeit gefunden, mit der sie manchen ihrer Siege eingefahren haben. „Das waren zwei schlechte Wochen, in denen wir drei Spiele verloren haben“, erklärte Krunic, „aber wir haben ja nicht verlernt, Basketball zu spielen. Insofern war ich immer optimistisch, dass wir mit harter Arbeit aus diesem Loch wieder herauskommen. Und genau das hat sich auch im Training angedeutet.“

Auch die Oldenburger haben sich gerade rechtzeitig von einer Krise erholt. Während einer ihrer zentralen Spieler, Vaughn Duggins, nach einer Fuß-OP ausfiel, drohten sie, die Playoffs zu verpassen. Duggins kam zurück – und die EWE Baskets fanden zurück zu alter Stärke. Dass sie nun sicher in den Playoffs sind, haben sie auch der Bonner Schützenhilfe in Gießen zu verdanken.

Was die Menge gefährlicher Waffen betrifft, sind die Donnervögel den Bonnern ähnlich – was sie im Hinspiel unter Beweis stellten. Beim 91:77-Heimsieg der Mannschaft von Trainer Mladen Drijencic machte Center Brian Qvale eines seiner besten Saisonspiele und gab den Baskets alleine 33 Punkte mit auf die Heimreise. Dazu punkteten die „üblichen Verdächtigen“ Rickey Paulding (23) und Chris Kramer (12) zweistellig. Sie – plus Duggins, der im Hinspiel fehlte – gilt es, in Schach zu halten. „Oldenburg ist eine erfahrene, eingespielte Mannschaft“, sagt Predrag Krunic, der mit den Oldenburgern nach einem dramatischen Finale 2009 deutscher Meister wurde. Gegen wen? Das weiß man in Bonn nicht mehr so genau.

Dennoch will er die Partie nicht zu einer Revanche stilisieren. „Es ist ein wichtiges Spiel, mit dem die Vergangenheit nichts zu tun hat. Wenn wir Fünfter bleiben wollen, müssen wir an unser Limit gehen, gute Entscheidungen treffen und die vielen starken Oldenburger Spieler mit unserer Teamdefense kontrollieren.“

Insgesamt spielten beide Teams 52 Mal in der BBL gegeneinander – und es steht Unentschieden 26:26. In Bonn konnten die Gäste in 24 Aufeinandertreffen allerdings nur sechs Mal gewinnen, 24 Mal behielt Bonn die Oberhand. So zielstrebig, wie die Baskets in Gießen auftraten, werden sie Rechenspielchen aber nicht interessieren.