1. Sport
  2. Telekom Baskets

BBL-Pokal: Telekom Baskets Bonn verpassen nächsten Coup in Berlin

Niederlage im BBL-Pokal : Telekom Baskets verpassen nächsten Coup in Berlin knapp

Die Telekom Baskets sind im Achtelfinale des BBL-Pokals unglücklich gegen Alba Berlin ausgeschieden. Die Bonner unterlagen dem Favoriten eineinhalb Wochen nach dem gelungenen Saisonauftakt mit 80:83 nach Verlängerung.

Wieder Berlin, wieder ein starker Parker Jackson-Cartwright, wieder ein bis zur letzten Minute spannendes Spiel – doch dieses Mal mit dem schlechteren Ende für die Telekom Baskets. Nur zehn Tage nach dem gewonnenen Bundesliga-Auftaktspiel in der Hauptstadt haben die Bonner um Headcoach Tuomas Iisalo das Pokal-Achtelfinale beim amtierenden Meister äußerst knapp mit 80:83 (17:14, 21:17, 19:19, 13:20, 10:13) nach Verlängerung verloren. „Es ist schade, dass wir ausgeschieden sind, Alba war ein starker Gegner in der ersten Runde“, sagte Jackson-Cartwright, der auf 26 Punkte kam. „Wir lassen jetzt aber nicht den Kopf hängen, denn wir können stolz darauf sein, wie wir heute gekämpft haben.“

Bonn begann mit Jackson-Cartwright, dem alles überstrahlenden Mann des ersten Aufeinandertreffens, Karsten Tadda, Tyson Ward, Jeremy Morgan und Leon Kratzer. Neben Michael Kessens fehlte den Baskets auch Saulius Kulvietis verletzt (entzündeter Zeh), die Gäste traten damit nur mit acht Mann an; Berlin musste auf Marcus Eriksson verzichten. Nachdem die Hausherren gleich mit zwei Ballverlusten gestartet waren, hatten beide Teams im ersten Viertel Pech mit ihren Abschlüssen. Mit seinem zweiten Dreier glich der eingewechselte Tim Hasbargen zum 11:11 aus (8.), direkt danach gelang Kratzer die erste Baskets-Führung.

Während die Gäste eher selten aus der Distanz warfen, suchten die Berliner deutlich häufiger ihr Dreier-Glück, fanden es aber partout nicht. Die Bonner Trefferquote stieg dagegen allmählich an, zudem profitierte das Team von Iisalo immer wieder von Ballverlusten Albas. Per Dunk erhöhte Kratzer die Führung auf vier Zähler (21:17, 11.), und nun gelang es den Baskets, sich leicht abzusetzen. Zwar hatte Berlin Jackson-Cartwright besser im Griff als beim Saison-Auftaktspiel, doch der Bonner Spielmacher zeichnete sich mehrfach durch gute Pässe auf Center Kratzer aus.

Alba Berlin leistet sich in der ersten Hälfte viele Ballverluste

Es spielte den Gästen in die Karten, dass Alba in der Offensive schlampig blieb und sich weiterhin jede Menge Ballverluste leistete. So auch zum Ende der ersten Hälfte: Kratzer traf mit einem verwandelten Freiwurf zum 33:28 (19.), Jackson-Cartwright legte nach Ballgewinn zum 35:28 nach und Jeremy Morgan war – natürlich nach einem vorherigen Ballverlust der Berliner – wenige Sekunden vor Halbzeitende mit einem Dreier zum 38:31 erfolgreich.

Es ist davon auszugehen, dass Albas Headcoach Israel Gonzalez die Fahrlässigkeiten bei der Ballbehandlung in der Halbzeitpause angesprochen hatte, denn in der zweiten Spielhälfte schraubten die Hausherren, die erst vor zwei Tagen in der Euroleague gegen den FC Barcelona deutlich verloren hatten (64:96), die Zahl der Ballverluste herunter. Yovel Zoosman brachte den Meister mit einem erfolgreichen Dreier auf 41:44 heran (24.), doch die Baskets traten weiterhin selbstbewusst auf und behielten die Führung.

Nach Kratzers viertem Foul gelang Jonas Mattisseck von der Freiwurflinie zwar das 50:49 für Alba (28.), eine Wende brachte dieses Zwischenresultat aber nicht – es kam erneut die Zeit von Jackson-Cartwright. Bonns Point Guard riss die Partie an sich und erzielte mit acht Punkten in Serie wieder die Baskets-Führung (64:57). Kratzer blieb trotz drohendem fünften Foul auf dem Parkett, Berlin robbte sich ein wenig heran (62:64, 35.), doch „PJC“ war heiß gelaufen und markierte mit einem Dreier die 69:62-Führung.

Nach einem verwandelten Freiwurf des Spielmachers zum 70:63 in der vorletzten Minute roch es nach dem nächsten Coup der Baskets in der Hauptstadt, doch die Berliner hatten noch Antworten parat. Bonn legte in der Offensive nicht mehr nach, Alba kam in der Schlussminute der regulären Spielzeit immer näher heran und schließlich durch Luke Sikma bei ablaufender Shotclock per Wurf auf einem Bein stehend zum 70:70-Ausgleich. Den Baskets blieben noch wenige Sekunden, Iisalo nahm eine Auszeit, der Ball landete danach in den Händen von Morgan, tanzte nach dessen Distanzwurf auf dem Ring, fiel aber nicht in den Korb – Verlängerung war angesagt.

Karsten Tadda eröffnete die fünf Extraminuten per erfolgreichem Dreier, doch Alba hatte seinen Rhythmus zur richtigen Zeit gefunden und ging in Führung. Die Baskets blieben dran, kamen durch Justin Gorham zum 80:82 (45.) und hatten nach nur einem getroffenen Freiwurf von Zoosman die Chance, die Partie per Dreier erneut auszugleichen. Wieder wurde der Ball Morgan übergeben, doch wieder blieb der US-Amerikaner mit seinem Versuch glücklos.

Berlin: Blatt 4 Punkte/1 Dreier, da Silva 2, Delow 5, Lammers 9, Lo 10/2, Mattisseck 2, Olinde 2, Schneider, Sikma 13, Smith 16/2, Zoosman 20/4.

Telekom Baskets: Skyler Bowlin, Justin Gorham 12, Tim Hasbargen 6/2, Parker Jackson-Cartwright 26/2, Leon Kratzer 11, Jeremy Morgan 13/2, Karsten Tadda 3/1, Tyson Ward 9/3.

Trefferquote: Berlin 45% (29/65), Bonn 41% (30/74); Dreierquote: Berlin 27% (9/33), Bonn 36% (10/28); Freiwurfquote: Berlin 73% (16/22), Bonn 56% (10/18); Rebounds: Berlin 50, Bonn 35 (Bester: Gorham 11); Assists: Berlin 16, Bonn 17 (Bester: Jackson-Cartwright 9); Ballgewinne: Berlin 4, Bonn 8 (Beste: Jackson-Cartwright, Ward je 2); Ballverluste: Berlin 18, Bonn 7; Fouls: Berlin 21 (Smith 5), Bonn 21.