Partie gegen Mitteldeutschen BC Baskets bestreiten vorerst letztes Heimspiel vor Fans

Bonn · Nach ihrem klaren Sieg in Bayreuth empfangen die Telekom Baskets am zweiten Weihnachtsfeiertag den Mitteldeutschen BC. Es wird das vorerst letzte Heimspiel vor Fans sein.

 Zwei Spielmacher, die sich gut ergänzen: Parker Jackson-Cartwright (Mitte) und Skyler Bowlin (r.).

Zwei Spielmacher, die sich gut ergänzen: Parker Jackson-Cartwright (Mitte) und Skyler Bowlin (r.).

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Wer Tuomas Iisalo auf der Pressekonferenz nach dem Spiel bei Medi Bayreuth zuhörte, vernahm die Worte eines glücklichen Trainers. „Wir haben heute als Mannschaft eine ausgezeichnete Leistung gebracht“, sagte der Headcoach der Telekom Baskets und fügte später an: „Wenn wir so spielen, haben wir die Chance, nahezu jede Mannschaft zu schlagen.“ Iisalos lobende Worte hatte sich seine Mannschaft durch ihren dominanten 96:71-Sieg bei den Franken redlich verdient, es war der erste Erfolg in Bayreuth seit März 2014 und der aktuell siebte in Serie in der Basketball-Bundesliga (BBL).

Die Bonner schlossen damit in der Tabelle nach Punkten zu Spitzenreiter FC Bayern auf, lediglich das um zwei Zähler schwächere Punkteverhältnis verhinderte den Sprung auf Platz eins. Das Auswärtsspiel in München am 16. Januar zum Abschluss der Hinrunde wird also voraussichtlich das absolute Ligaspitzenspiel werden – für die Baskets wäre diese Bezeichnung der Partie ein weitaus größeres Kompliment als für die finanziell bestens aufgestellten Bayern.

„Ich bin nicht überrascht, dass es so gut funktioniert“, sagt Iisalo über den Erfolgslauf seines Teams. „Wir können mit der aktuellen Bilanz sehr zufrieden sein, sehen in unserem Spiel aber auch noch viel Potenzial für Verbesserungen. Manche Dinge können wir besser machen, andere konstanter.“ Wer will, kann in dieser Aussage Iisalos auch eine kleine Drohung an die Konkurrenz lesen.

Eine Verbesserung hat der Finne in Zusammenarbeit mit seinem Trainerteam beispielsweise schon bei den Spielmachern bewirkt: „Zu Beginn der Saison hat man in unserem Spiel noch einen großen Unterschied gesehen, wenn Parker Jackson-Cartwright oder Skyler Bowlin der Point Guard war, denn unser System war auf Parker ausgelegt.“ Zuletzt habe man den Plan etwas angepasst, „es funktioniert jetzt immer besser“, betont Iisalo.

Telekom Baskets haben nach Punkten drittbeste Offensive der Liga

Das ist auch an den Zahlen abzulesen: In den vergangenen fünf Spielen erzielten die Baskets im Schnitt rund 93 Punkte, in der gesamten laufenden Saison liegt das Team mit durchschnittlich 87 Zählern ligaweit hinter Braunschweig und Crailsheim auf Rang drei. Auf Platz vier rangiert in dieser Statistik mit rund 85 Punkten übrigens der Mitteldeutsche BC – Bonns nächster Gegner im Heimspiel am zweiten Weihnachtsfeiertag (20.30 Uhr/MagentaSport).

Die gute Offensive ist laut Iisalo aber eine der wenigen Gemeinsamkeiten beider Mannschaften. „Sie verteidigen konservativer als wir, da treffen zwei sehr unterschiedliche Teams aufeinander“, sagt er über die Weißenfelser um Trainer Igor Jovovic. Für den Montenegriner ist es nach seiner Entlassung in Bonn im Januar dieses Jahres die erste Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte.

Anders als die Baskets hatte der MBC unter der Woche kein Spiel – angesichts des zum Ende des Jahres eng getakteten Spielplans ein Pluspunkt für die Gäste? „Ich weiß nicht, ob es für sie ein Vorteil ist. Sie haben sicherlich bei der Vorbereitung einen Vorteil, wir sind dafür in einem guten Rhythmus“, sagt Iisalo. Sein Team hatte nach der Rückkehr aus Bayreuth am frühen Donnerstagmorgen den Rest des Tages frei, während sich das Trainerteam auf die Partie am Sonntag vorbereitete. Am Freitag und dem ersten Weihnachtsfeiertag steht allerdings jeweils vormittags eine Trainingseinheit plus Videostudium an. „Es gibt also keine Chance, richtig zu entspannen“, sagt der Cheftrainer und lacht.

Viel bitterer ist für ihn und die Mannschaft aber, dass es am Sonntag gemäß der Bund-Länder-Beschlüsse das vorerst letzte Heimspiel vor Fans sein wird. Wie sich die Stille von den Rängen „anfühlt“, erlebten die Baskets am Mittwoch bereits wieder in Bayreuth. „Nach den eineinhalb Jahren ohne Zuschauer war es sehr schön, wieder vor ihnen spielen zu dürfen“, sagt Iisalo im Rückblick auf die bisherige Saison. „Wir können die Situation aber nicht ändern und müssen das Beste daraus machen.“